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Duderstadt Wilhelm-Buschmühle Ebergötzen erinnert an 150 Jahre Max und Moritz
Die Region Duderstadt Wilhelm-Buschmühle Ebergötzen erinnert an 150 Jahre Max und Moritz
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00:29 22.06.2015
Kinderbuchklassiker als Exponate: Hans Witte zeigt ungewöhnliche Darstellungen der Geschichten von Max und Moritz.
Kinderbuchklassiker als Exponate: Hans Witte zeigt ungewöhnliche Darstellungen der Geschichten von Max und Moritz. Quelle: Richter
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Ebergötzen

Zwar entsprechen die Inhalte nicht mehr dem Anspruch moderner Pädagogik, dennoch scheint sich etwas Zeitloses in den Geschichten erhalten zu haben, „etwas zutiefst Menschliches, das nicht nur den Deutschen, Franzosen oder Japanern zu eigen ist, sondern allen Menschen“, so Witte. Wilhelm Busch führe in einfachen Bildern vor, wie Tücke, Bosheit und Schadenfreude aussehen.

 
„Lustige Geschichten und drollige Bilder“ verspricht der Einband des Struwwelpeter, erstmals erschienen 1845. Darin wird dem Daumenlutscher Konrad der Finger abgeschnitten, Paulinchen verbrennt beim Spielen mit Streichhölzern, der Suppenkaspar verhungert und der böse Friedrich haut alles kurz und klein. Das Buch hatte der Frankfurter Arzt und Psychologe Heinrich Hoffmann für seinen dreijährigen Sohn gezeichnet. „Diskussionen um die Inhalte gibt es auch heute noch“, sagt Witte. Zur Zeit ihrer Entstehung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seien die Darstellungen „negativer Helden“, die beim kindlichen Betrachter Bewunderung erzeugten, die Leitbilder eines neuen pädagogischen Modells gewesen, so Witte. Vor dem Erscheinen von Struwwelpeter, Max und Moritz und Co. sei in den Kinderbüchern nur das artige, fromme Kind als „gutes Beispiel“ vorgeführt worden.

 
Anders als die Struwwelpeterfiguren, die einen erkennbaren pädagogischen Auftrag haben, seien bei Wilhelm Buschs Max und Moritz, erschienen 1865, erstmals Tücke, Bosheit und sogar Kriminelles in der kindlichen Seele offenbart worden, vergleicht Witte.

 
In der Ausstellung in der Museumsscheune sind auch viele Adaptionen des bösen Duos Max und Moritz, wie deren weibliche Pendants Lies und Lene oder die politischen Varianten Marx und Maoritz, der Anti-Struwwelpeter aus den 1970er Jahren oder die Struwwelpaula im New-Wave-Stil der 80er zu sehen. Spielzeug, Kindermöbel und Tapete mit den „bösen Helden“ runden das Thema ab.

 
Die Ausstellung ist noch bis zum 16. August dienstags bis sonntags von 10.30 bis 13 Uhr und von 14 bis 16.30 Uhr zu sehen. wilhelm-busch-muehle.de

Von Claudia Nachtwey