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Duderstadt Wohnhausbrand: Bewohner springt aus Fenster
Die Region Duderstadt Wohnhausbrand: Bewohner springt aus Fenster
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19:45 24.07.2011
Von Kuno Mahnkopf
Nach Brand und Löscharbeiten einsturzgefährdet: Verkleidetes Fachwerkhaus in der Georgstraße in Nesselröden.
Nach Brand und Löscharbeiten einsturzgefährdet: Verkleidetes Fachwerkhaus in der Georgstraße in Nesselröden. Quelle: Raabe/Feuerwehr
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Ein 64-jähriger Bewohner musste sich wegen der Rauchentwicklung im Treppenhaus aus einem Fenster im ersten Obergeschoss hangeln, seine 84-jährige Mutter konnte das mit Eternitplatten behängte Fachwerkgebäude durch die Haustür verlassen. Ihr Sohn wurde bei dem Sprung aus dem Fenster nicht verletzt, aber wegen einer Rauchgasvergiftung zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht.

Das Feuer brach aus noch völlig ungeklärter Ursache in einem Nebengebäude in Verlängerung des Wohnhauses aus, breitete sich rasch auf dessen Dachstuhl aus und drohte auch, auf eine direkt an den Anbau angrenzende Scheune überzugreifen. Eine Nachbarin bemerkte die Flammen und alarmierte um 3.26 Uhr die Feuerwehr. Die konnte durch eine Riegelstellung verhindern, dass der Brand auf die benachbarte Scheune übergriff. Das Nebengebäude brannte komplett aus, Dachstuhl und Obergeschoss des Wohnhauses wurden stark beschädigt. Das Haus sei unbewohnbar geworden und durch das Löschwasser einsturzgefährdet, die Bewohner konnten erst einmal bei Nachbarn unterkommen, teilt Duderstadts Stadtbrandmeister Stefan Schindler mit. Die Löscharbeiten dauerten bis 7.30 Uhr an, die Polizei beschlagnahmte den Brandort für Untersuchungen. Der Schaden wird auf mindestens 100000 Euro geschätzt.

Im nächtlichen Einsatz waren neben dem Duderstädter Löschzug inklusive Drehleiter die Freiwilligen Feuerwehren aus Nesselröden, Werxhausen, Westerode, Immingerode und Etzenborn. Später wurden noch die Wehren aus Hilkerode, Esplingerode und Desingerode angefordert. Die Feuerwehrkräfte drangen mit mehreren Trupps und schwerem Atemschutzgerät in das brennende Gebäude ein.

Versorgt wurden die Brandschützer vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes, der inzwischen bei allen Großbränden dabei ist. Schindler lobt das gute und gemeindeübergreifende Zusammenspiel der Einsatzkräfte.