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Duderstadt Zahl alter DUD-Nummernschilder steigt kontinuierlich an
Die Region Duderstadt Zahl alter DUD-Nummernschilder steigt kontinuierlich an
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21:35 18.09.2014
Von Kuno Mahnkopf
Lokalpatrioten: Denise Winter und Wolfgang Nolte. Quelle: Mahnkopf
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Duderstadt

„Rund 80 Prozent der Duderstädter, die ein neues Auto oder einen gekauften Gebrauchtwagen anmelden, entscheiden sich für ein DUD-Wunschkennzeichen“, schätzt Zulassungsstellenleiter Klaus Deppener: „Richtige Eichsfelder machen das.“ Insbesondere die Duderstädter halten die lokalpatriotische Fahne hoch – von Privatleuten über Firmenwagen bis zu Bauhof und Feuerwehr.

Über das boomende  Bekenntnis zur lokalen Identität freut sich Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU). Neben dem landsmannschaftlich-emotionalen Aspekt betrachtet er die alten Kennzeichen auch als mobiles Marketing für „unsere gemeinsame Heimatregion“. Bis zum 5000. DUD-Kennzeichen will Nolte ermitteln, wie hoch deren Anteil an allen im Altkreis zugelassenen Fahrzeugen ist. Denn das gibt die Statistik nicht her.

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Mit zunehmender Entfernung zum ehemaligen Kreissitz nimmt der Enthusiasmus allerdings ab. In der Samtgemeinde Gieboldehausen, deren Mitgliedsgemeinden ebenso wie Seeburg und Seulingen zum Anfang 1973 aufgelösten Altkreis Duderstadt gehörten, hält sich das Kennzeichen-Comeback in Grenzen. Dort entscheidet sich nur knapp die Hälfte der Autofahrer beim Kennzeichenwechsel für die geprägte Heimatliebe.

Heimatliebe bei allen Generationen

Deren Beliebtheit beschränkt sich nicht auf die ältere Generation, die den Kreis Duderstadt noch erlebt hat. Die Seulingerin Denise Winter, an deren Golf seit gestern das 4444. DUD-Kennzeichen prangt, wurde 18 Jahren nach der Kreisreform geboren.

Die 23-jährige zahnmedizinische Fachangestellte, die im achten Monat schwanger ist, hat sich für die Kombination DUD-XD-11 entschieden, weil sie immer schon Nummernschilder mit einem X hatte, Denise heißt und 2011 Freund David kennengelernt hat.

Seit Reaktivierung der Alt-Kennzeichen im November 2012 steigt deren Zahl kontinuierlich an. Nur die Zeit der Umkennzeichnungen ist vorbei. Davon haben rund 500 Eichsfelder Gebrauch gemacht. Ohne Anmeldenot entscheidet sich inzwischen kaum noch jemand für einen mit Kosten verbundenen Kennzeichen-Wechsel. So weit geht die Heimatliebe dann doch nicht.