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Duderstadt Zahl der Straftaten im Untereichsfeld nimmt zu
Die Region Duderstadt Zahl der Straftaten im Untereichsfeld nimmt zu
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19:42 05.03.2012
Von Ulrich Lottmann
Einbruch: Die vergleichsweise niedrige Zahl in 2011 wird in diesem Jahr steigen, mehrere Tatserien gab es seit Dezember.
Einbruch: Die vergleichsweise niedrige Zahl in 2011 wird in diesem Jahr steigen, mehrere Tatserien gab es seit Dezember. Quelle: Blank
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Duderstadt

Damit trägt dieser Bereich zur Grundtendenz der Kriminalstatistik bei: Sie ist geprägt von einem Plus bei den Straftaten und einem Minus bei der Aufklärungsquote. Auf 1825 stieg die Gesamtzahl der von der Duderstädter Polizei bearbeiteten Straftaten, das sind 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil der gelösten Fälle sank um 3,6 Prozent und liegt nun bei 63 Prozent. Für den Rückgang bei der Aufklärungsquote hat Moneke keine Erklärung: „Wir haben so viele Spuren gesichert und ausgewertet wie kaum eine andere Dienststelle“, sagt er ratlos.

Der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes in Duderstadt, Horst Kanngießer, verweist darauf, dass es ein relativer Rückgang im Vergleich zum Rekordergebnis 2010 ist: „Wir sind wieder auf dem Boden der Tatsachen.“ Die aktuellen 63 Prozent seien ein guter Wert, ordnet Jasmin Kaatz, Sprecherin der Polizeiinspektion Göttingen, das Duderstädter Ergebnis ein (die Aufklärungsquote landkreisweit liegt bei 62,1 Prozent).

Einige ausgewählte Zahlen aus der Statistik 2011: Es gab 325 Rohheitsdelikte wie Körperverletzung oder Raub. Sie wurden nahezu alle aufgeklärt, die Quote liegt bei 95,1 Prozent. Die Polizei habe ein sehr großes Interesse an der Aufklärung, weil der wirtschaftliche Schaden für die Allgemeinheit groß sei, erläutert Kanngießer mit Verweis auf Krankenhauskosten und andere Folgen. Zudem zeige sich bei diesen Delikten ein großes Aggressionspotenzial, dem man begegnen müsse, ergänzt Kaatz.

Vermögens- und Fälschungsdelikte gab es 336, die Aufklärungsquote liegt hier bei 79,5 Prozent. Diese Zahl zeigt die Grenzen der Aussagekraft solcher Statistiken auf. So sind beispielsweise die Skimming-Fälle, bei denen Ende 2011 rund 300 Kunden eines Duderstädter Einkaufsmarktes von Kreditkartenbetrügern geschädigt wurden, nicht erfasst. Die Betrüger griffen über Geldautomaten in Übersee auf deren Konten zu. Da das Tatortprinzip gilt, tauchen diese Fälle nicht in der Statistik auf.

557 sonstige Delikte gemäß Strafgesetzbuch gab es im vergangenen Jahr (Aufklärungsquote 49,1 Prozent). Unter diesem Sammelbegriff sind neben den Sachbeschädigungen auch Tatbestände wie Beleidigung oder auch Androhung einer Straftat zusammengefasst. Zu Letzterem zählen auch die Schmierereien, die im November zunächst Schüler der Gieboldehäuser Realschule und in der Folge auch im Duderstädter Schulzentrum Auf der Klappe in Angst versetzt und zum Fernbleiben von der Schule veranlasst hatten. Ein Beteiligter sei ermittelt, so Moneke. Nach dem Hauptschuldigen werde weiter gesucht.

Diebstähle gab es 466, eine relativ niedrige Zahl „mit einer bei diesem Delikt vergleichsweise hohen Aufklärungsquote (29,8 Prozent)“, sagt Moneke für 2011. Hier treibt in jedoch die aktuelle Entwicklung um. Eine Häufung von Straftaten, „hauptsächlich Einbruchdiebstahl“, habe es in den Monaten Dezember, Januar und Februar gegeben. Tatserien gab es beispielsweise in Duderstadt und Gieboldehausen. „Unsere Kriminaltechnik ist ausgelastet“, deutet Kanngießer an, dass die Polizei viele Spuren sichern konnte. Gibt es schon Fahndungserfolge, Festnahmen? Dazu wollen Moneke und Kanngießer „aus ermittlungstechnischen Gründen“ keine Angaben machen. Es gebe erfolgversprechende Ermittlungen und sie seien „sehr zuversichtlich“ die Taten aufklären zu können, erklären sie.