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Duderstadt Ziel: Diskussion versachlichen
Die Region Duderstadt Ziel: Diskussion versachlichen
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14:05 22.11.2016
Von Nadine Eckermann
BUBUfoto:Richter
Quelle: Niklas Richter
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Duderstadt

Vollverschleierung, Islamunterricht in den Schulen oder das Tragen von Burkinis: Debatten zu Themen wie diese werden in den vergangenen Monaten, insbesondere nach dem Eintreffen von Flüchtlingen in großer Zahl, häufig in Deutschland geführt. Die Frage „Wie viel Toleranz braucht die multireligiöse Gesellschaft“ werfen daher die Organisatoren des Ökumenische Dialogs auf. In der Kundenhalle der Sparkasse Duderstadt soll am Donnerstag, 24. November, im Anschluss an Impulsvorträge diskutiert werden können.

Als Referenten des Abends, der um 19 Uhr beginnt, werden Dr. Christiane Schubert, Referentin für interreligiösen Dialog des Bistums Hildesheim, Propst Bernd Galluschke und Superintendent Volkmar Keil erwartet. Sie sollen zunächst kurze Impulsvorträge halten, bevor das Publikum ins Gespräch kommen kann. Die Moderation liegt dabei bei Sigrid Jacobi, Vorstandsmitglied der evangelischen Erwachsenenbildung Südniedersachsen, und Daniela Breckerbohm, Vorsitzende des Katholischen Bildungswerks Untereichsfeld.“

Die Beschäftigung mit dem Thema Toleranz sei dabei eine, die den ökumenischen Gedanken aufnehme, erklärt Jacobi. Sie selbst verstehe darunter, im Sinne Otfried Höffes eine „säkularisierte Weise der Nächstenliebe“. Toleranz beinhalte aber immer auch die Definition von Grenzen - und diese zu setzen, sei nur möglich, wenn eine sachliche Diskussion auf Basis von Fakten vorausgegangen sei. Als Beispiel nennt die Bilshäuserin den Umgang mit der wachsenden Zahl von Muslimen in Deutschland: Die Zahlen sagten aus, dass derzeit zweieinhalb Prozent der Bevölkerung muslimischen Glaubens sei, wovon wiederum die Hälfte sich als praktizierend bezeichne. Die Tendenz sei zwar steigend, von der „Islamisierung“, die teils durch rechte Kräfte prophezeit werde, sei Deutschland aber weit entfernt.

Insofern gehe es nicht darum, Probleme zu bagatellisieren, aber doch zu einer Versachlichung beizutragen, erklärt Breckerbohm. Ziel sei es, den Ist-Zustand zu definieren, Wissen zu verbreiten und schließlich die Frage zu stellen: „Wie gehen wir mit der Situation um?“.

Die Veranstaltung spreche alle Menschen an, die sich mit dem Thema beschäftigten, so Jacobi, ausdrücklich nicht nur Katholiken und Protestanten. Sollten in der Diskussion, die offen mit dem Publikum geführt werden soll, Ängste geäußert werden, würden diese ernstgenommen, kündigt Breckerbohm an.