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Duderstadt Zukunft des Deutschen Hauses weiter ungewiss
Die Region Duderstadt Zukunft des Deutschen Hauses weiter ungewiss
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17:57 01.07.2011
Steht seit Jahren leer: Das sanierungsbedürftige Deutsche Haus könnte Teil des Alten- und Pflegeheims Am Park werden.
Steht seit Jahren leer: Das sanierungsbedürftige Deutsche Haus könnte Teil des Alten- und Pflegeheims Am Park werden. Quelle: Thiele
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Duderstadt

Jetzt bemühen sich die neuen Eigentümer des Hauses, die Betreiber des Altenpflege- und Seniorenheimes „Am Park“, um eine Einbeziehung des Gebäudes samt Grundstück in das Heim. Doch da gibt es noch erhebliche Probleme.

Mit diesen musste sich der Ortsrat Duderstadt in seiner Sitzung am Donnerstag beschäftigen. Ein Neuaufbau des Gebäudes im historischen Straßenensemble erfordert laut Bauordnung das Einverständnis des Nachbarn – und das liegt nicht vor. Der betreffende Anlieger sieht, so hat er gegenüber der Stadtverwaltung erklärt, den Wert seines Hauses durch das Neubauprojekt gemindert. Er fühle sich durch das Vorhaben beeinträchtigt. Ohne seine Einwilligung aber, so schreibt es das Baugesetz vor, kann das Bauvorhaben nicht in Angriff genommen werden.

Um einen Ausweg aus diesem Dilemma zu finden, hat die Stadtverwaltung jetzt die Änderung eines Bebauungsplanes in Aussicht gestellt. Über den wäre es möglich, städtebauliche Interessen geltend zu machen. Sollte der Bebauungsplan modifiziert werden, könnte der betreffende Nachbar seine Bedenken im Rahmen der öffentlichen Auslegung geltend machen – ob er sich aber gegen die städtebaulichen Ziele durchsetzen könnte, ist nicht klar.

Der städtische Bauausschuss hat der Änderung des entsprechenden Bebauungsplanes, der die Bezeichnung „Spielhallen in der Kernstadt Duderstadt“ trägt, bereits zugestimmt. Im Ortsrat Duderstadt dagegen sehen einige Mitglieder durchaus rechtliche Probleme. Thomas Rössing-Schmalbach (CDU) beispielsweise merkte an, dass er sich des Eindrucks nicht erwehren könne, dass hier über eine Art Nebengleis nachbarrechtliche Vorgaben ausgehebelt werden sollen. Heinrich Schilling von den Grünen dagegen sprach sich dafür aus, das Deutsche Haus keinesfalls in dem derzeit desolaten Zustand zu belassen und stattdessen mehr städtebauliche und die Interessen des Investors in den Vordergrund zu stellen.

Der Ortsrat konnte sich hinsichtlich der Planänderung zu keinem Beschluss durchringen, nahm den Punkt deshalb erst einmal nur „zur Kenntnis“. Die Stadtverwaltung hofft jetzt doch noch auf einen Konsens zwischen Altenheimbetreibern und Nachbarn.

Von Sebastian Rübbert