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Duderstadt Zwei Varianten für Stadtteilentwicklung im Duderstädter Südwesten
Die Region Duderstadt Zwei Varianten für Stadtteilentwicklung im Duderstädter Südwesten
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14:00 28.09.2019
Nora Buhl erläutert bei einer Informationsveranstaltung das Strukturkonzept Inseln. Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Das zu entwickelnde Gebiet befindet sich südlich der Altstadt im Übergangsbereich in die freie Landschaft. Südwestlich und südöstlich nähert sich die Stadt dadurch den Ortsteilen Tiftlingerode und Gerblingerode an. Das Areal habe eine Größe von rund 89 Hektar, berichtet Buhl. Im Vergleich dazu umfasst die Altstadt von Duderstadt 55 Hektar. Früher sei der Südwesten ein bedeutender Arbeitsstandort der Stadt. gewesen. Heute sei das Gebiet zwischen den Straßen Am Euzenberg, Industriestraße, Wolfsgärten, Schützenring und Worbiser Straße eher zwischenstadtartig geprägt, mit einer losen Mischung gewerblicher Nutzungen und Wohnhäusern.

Das Gebiet sei jedoch auch Standort öffentlicher und gemeinnütziger Einrichtungen, Anlaufstelle für Freizeit- und Naherholungsnutzungen sowie Grundlage hochwertiger Biotope im Bereich der ehemaligen Tonabbauflächen, erläuterte Buhl. Mit der geplanten Ortsumgehung würden die Ziegeleistandorte als südlicher Stadteingang in den Fokus rücken. Dadurch ergebe sich die Möglichkeit, neue Perspektiven für den Duderstädter Südwesten zu entwickeln.

Freiraum oder Flächenutzung

Für die Entwicklung des Stadtteils hat das Team der Planungsgruppe Puche zwei Ansätze geschaffen, genannt „Inseln“ und „Bänder“. Der größte Unterschied der beiden Varianten bestehe darin, so Buhl, dass das Konzept Inseln mehr Freiraum schaffe und das Konzept Bänder für eine höhere Nutzung der Flächen sorge.

Unterschiede gibt es von daher vor allem bei der Flächenverteilung innerhalb der beiden Strukturkonzepte. Die Inseln bieten zum Beispiel eine größere Entwicklungsfläche im Bereich Wohnen. Dort stehen 8,28 Hektar für diesen Bereich zur Verfügung, wohingegen im Bänderkonzept nur 6,8 Hektar dafür vorgesehen sind. Genau anders verhält es sich in Bezug auf die Entwicklungsfläche Gewerbe. Die Inseln schaffen Raum für 7,98 Hektar Gewerbenutzung, die Bänder für 12,1 Hektar.

Mit 1,73 Hektar gegenüber 1,46 Hektar steht im Insel-Konzept den Entwicklungsflächen für den Einzelhandel mehr Raum vorgehalten. Auch der Bereich Freizeit und Kultur ist mit 7,25 gegenüber von 6,83 Hektar bei den Inseln stärker vertreten. Bei beiden Varianten sind optional 6,45 Hektar für Entwicklungsflächen Wohnen Tiftlingerode berücksichtigt. Bei den Inseln kommen optional noch 2,03 Hektar für die Entwicklungsoption der Tongrube Jacobi hinzu.

Verbindungsweg

Ein weiterer Unterschied ist der Verbindungsweg durch den Stadtteil. Während im Konzept Inseln ein Radexpress auf dem alten Bahndamm entstehen soll, werde der Weg im Bänder-Konzept nicht auf eine bestehende Achse sondern extra gelegt. Der Radexpress habe enormen Einfluss auf die Gestaltung zusammenhängender Flächen, erläuterte Buhl, weshalb es davon viel mehr in der Bänder-Variante gebe. Planer Dirk Puche ergänzte jedoch, dass man im Moment noch nicht wisse, ob der Bahndamm nicht eine so hohe okölogische Wertigkeit habe, dass er wegen des Artenschutzes gar nicht angefasst werden dürfe.

Als nächste Schritte benennt Buhl den Beschluss eines Strukturkonzeptes, dass aber auch aus Bestandteilen der beiden vorgestellten Varianten zusammengesetzt werden könnte, sowie die Ausarbeitung des Konzeptes als städtebaulich-räumlichen Rahmenplan. Daraus ließen sich dann Handlungsempfehlungen und Umsetzungsschwerpunkte ableiten. Schließlich würde der Rahmenplan öffentlich vorgestellt und später beschlossen.

29 Themen auf der Tagesordnung

Der Sachstand für das Stadtentwicklungskonzept Duderstadt-Südwest steht auf der Tagesordnung für die Sitzung des Rates der Stadt Duderstadt am Montag, 30. September. Beschlossen werden sollen unter anderem die Aufhebung für den Bebauungsplan Nummer 10 „Unter der Klußbreite“ im Ortsteil Breitenberg sowie die Anpassung des Flächennutzungsplans der Stadt Duderstadt an die Planung für den neuen ZOB. Besprochen werden auch die Förderung öffentlicher Projekte im Rahmen der ZILE-Richtlinie mit der Antragstellung für Maßnahmen der Dorfentwicklung und weiterer Förderbereiche. Weitere Themen bildet die aktuelle Situation und Entwicklung der städtischen Forsten sowie Weiterentwicklung des Tagespflegeangebots mit angeschlossenem Wohnraum. Das Schwimmsportangebot für die Stadt und die Region Duderstadt wird ebenso besprochen wie die Ausrichtung der Landesgartenschau 2029/2030. Insgesamt haben die Ratsmitglieder 29 Punkte abzuarbeiten. Die Siktzung beginnt um 17 Uhr im Sitzungssaal des Stadthauses.

Von Rüdiger Franke

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