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Duderstadt So emotional war Auftritt von Christina Stürmer vor Burg Scharfenstein
Die Region Duderstadt So emotional war Auftritt von Christina Stürmer vor Burg Scharfenstein
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18:59 24.08.2019
Christina Stürmer hat ein Konzert vor Burg Scharfenstein gegeben. Die sechsjährige Lisa durfte auf die Bühne. Quelle: Rüdiger Franke
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Das Open-air-Konzert von Christina Stürmer vor Burg Scharfenstein hatte etwas von einem Abend mit einer guten Freundin. Sie sprach von ihrer ersten Liebe, dem ersten Auto und ihrem eigentlichen Berufswunsch. Musikalisch präsentierte sie sich gewohnt rockig. Im Vorprogramm hatten Overtaking Lane und Endlos für Stimmung gesorgt. Es war das zweite Open air auf dem Scharfenstein. In Extremo hatten in diesem Jahr zur Premiere gespielt.

„So schön haben wir es nicht jeden Tag“

Christina Stürmer, beziehungsweise Chrissi, wie sie selbst sagte, gibt sich auf der Bühne natürlich. In T-Shirt, Jeans und Turnschuhen kommt sie nach den ersten Klängen von „Zweimal so stark“ auf die Bühne gestürmt, geht gleich in die Vollen. Weiter geht es mit dem Titelsong des aktuellen Albums „Überall zu Hause“. „Danke, dass ihr so so so so zahlreich erschienen seid“, bedankt sie sich beim Publikum. Rund 3000 Besucher haben sich auf den Weg auf den Scharfenstein gemacht. Die Location habe ihr schon bei der Ankunft gefallen, erzählt sie. „Das Wetter, der Ausblick, so schön haben wir es nicht jeden Tag.“

Bilder vom Open air:

Christina Stürmer hat vor 3000 Fans ein Open-air-Konzert auf dem Gelände vor Burg Scharfenstein im Eichsfeld gegeben. Im Vorprogramm traten Overtaking Lane und Endlos auf.

„Das muss lauter gehen“

Viele Lieder habe sie mitgebracht, verspricht die Sängerin, auch alte Sachen. Mit „Wir leben den Moment“ vom Album „Nahaufnahme“ geht es dann schon einmal zurück ins Jahr 2010. Bei „Katapult fordert sie das erste Mal Unterstützung vom Publikum ein. „Kommt schon, helft mir“, bittet sie. Das Publikum stimmt noch etwas verhalten ein. „Das ist gut, aber mehr Mut. Ihr seid so viele. Das muss lauter gehen.“

Persönliches Gespräch

Zum neuen Album werde, wie die Sängerin erzählte, immer gefragt: „Warum singt die Stürmer, 37 Jahre jung und knackig, so viel von früher?“ Und dann wird es ein sehr persönliches Gespräch. Die vergangenen 16 Jahre seien sehr bunt gewesen. Sie erzählt von Christoph, ihrer ersten großen Liebe. Er sei in ihre Klasse gegangen und der Mädchenschwarm schlechthin gewesen. „Alle wollten ihn haben, ich hab ihn gekriegt.“ Sie habe sich damals schon im Kopf ausgemalt: „Das Haus, in dem wir leben, die Namen der drei Kinder, die wir haben werden.“ Am Ende dauerte die Beziehung nur ein halbes Jahr.

Christina Stürmer hat ein Konzert vor Burg Scharfenstein gegeben. Quelle: Rüdiger Franke

Für Wolverine geschwärmt

Persönlich auch die Geschichte ihres ersten Autos, eines Peugeot 306 „in wunderschönem Waldgrün“. „Wer von Euch hat seinem Auto einen Namen gegeben?“, fragt sie, denn sie habe gedacht, sie sei die einzige gewesen. „Er hieß Logan“, sagt sie. Nicht wegen des Schönlings in Baywatch, sondern wegen Wolverine im ersten X-Men-Film. „Ich war ein Riesenfan. Für die, die es nicht wissen, das war der Typ, dessen Gesicht zur Hälfte aus Koteletten bestand.“ Das habe sie zumindest damals so gefunden. Logan sei ihre zweite große Beziehung gewesen.

Aufmerksam

Und so plaudert die Österreicherin zwischen den Liedern mit ihren Gästen, hat aber auch ein Auge darauf, was vor der Bühne geschieht. „Ich glaube, da ist gerade einer umgefallen“, macht sie die Security aufmerksam und wartet, bis die sich um die Person gekümmert haben. „Dir wird geholfen.“

15 Jahre jünger

Mit „Ich hab immer an Euch geglaubt“ kommt ein Lied zum Einsatz, dass seit der „Schwarz-Weiß“-Tour nicht mehr gespielt wurde. „Ich weiß gar nicht, warum“, sagt Stürmer. „Jedes Mal, wenn wir ihn spielen, fühl ich mich 15 Jahre jünger.“ Und dann erzählt sie, warum sie immer deutsch singen wollte. Die Sportfreunde Stiller seien daran schuld. „Die habe ich in meinem Peugeot immer bis zum Anschlag aufgedreht.“ Und sie spielt ein Stück, dass sie sich auch 2002 im Finale einer Casting-Show ausgesucht hatte: „Hier sind die Sportfreunde Chrissi mit ’Ein Kompliment’“.

Christina Stürmer hat ein Konzert vor Burg Scharfenstein gegeben. Quelle: Rüdiger Franke

Von Kindern lernen

Für die sechsjährige Lisa wird es ein ganz besonderes Konzert. Vor „Du erinnerst mich an mein Herz“ darf sie zu Christina Stürmer auf die Bühne. Eigentlich habe die Sängerin Kindergärtnerin werden wollen. „Wir können von Kindern so viel lernen“, sagt sie zu Lisa. „Ihr seid einfach toll. Euch ist egal, ob jemand dick ist oder Pickel hat. Ihr geht einfach aufeinander zu.“

Engel zum Abschluss

Natürlich spielt die Sängerin auch ihre Hits wie „Millionen Lichter“ und „Ich lebe“. Sonst würde sie wahrscheinlich mit Fackeln nach Wien getrieben, vermutet sie. Sie sagt, es heiße, früher habe sie auf Konzerten zu wenig erzählt, heute labere sie zu viel. Doch gern hätten die Fans noch länger zugehört, aber mit „Engel fliegen einsam“ endete traditionell das Konzert auf dem Scharfenstein.

17 Lieder plus drei Zugaben

Christina Stürmer hat bei ihrem Open-air-Konzert vor Burg Scharfenstein 17 Songs plus drei Zugaben gespielt. Die Auswahl reichte von Liedern vom aktuellen Album „Überall zu Hause“ zurück bis zum ersten Album „Freier Fall“:

1. Zweimal so stark

2. Überall zu Hause

3. Wir leben den Moment

4. Katapult

5. Scherbenmeer

6. Jeder unserer Träume

7. Seite an Seite

8. Ein Teil von mir

9. Immer an euch geglaubt

10. Ohne Dich

11. Ich hör auf mein Herz

12. Du erinnerst mich an mein Herz

13. In ein paar Jahren

14. Ich lebe

15. Ein Kompliment (Sportfreunde Stiller Cover)

16. Mount Everest

17. Millionen Lichter

Zugaben:

18. Was wirklich bleibt

19. Nie genug

20. Engel fliegen einsam

Von Rüdiger Franke

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