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Duderstadt Kein Nachtreten nach gescheiterter Fusion
Die Region Duderstadt Kein Nachtreten nach gescheiterter Fusion
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17:02 15.02.2019
„Forum Eichsfeld“: Auf dem Podium Tageblatt-Redakteur Mark Bambey und Uwe Hacke, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Duderstadt.
„Forum Eichsfeld“: Auf dem Podium Tageblatt-Redakteur Mark Bambey und Uwe Hacke, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Duderstadt. Quelle: Niklas Richter
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Duderstadt

Zum fünften Mal begrüßten das Eichsfelder Tageblatt und die Sparkasse Duderstadt am Donnerstagabend etwa 300 geladene Gäste aus Wirtschaft, Politik und gesellschaftlichem Leben zum „Forum Eichsfeld“ in der Kundenhalle der Sparkassen-Zentrale an der Bahnhofstraße. Zu den zentralen Themen des Abends zählten das Ottobock-Jubiläum, die gescheiterte Fusion vier regionaler Sparkassen sowie Zukunftspläne für Duderstadt und das Eichsfeld.

Für den Gastgeber übernahm Uwe Hacke, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Duderstadt, die Begrüßung, ehe er Tageblatt-Redakteur Mark Bambey zu aktuellen Themen Rede und Antwort stand. Zusammen mit dem stellvertretenden Tageblatt-Chefredakteur Christoph Oppermann führte Bambey später außerdem ein Doppel-Interview mit Professor Hans Georg Näder, dem geschäftsführenden Gesellschafter der Firmengruppe Ottobock, und Philipp Schulte-Noelle, dem CEO der Gruppe (ein ausführlicher Bericht hierzu folgt in der Sonnabend-Ausgabe).

Die Bildergalerie zum Forum Eichsfeld 2019:

Impressionen aus der Kundenhalle der Sparkasse Duderstadt vom 14. Februar 2019.

Schon der erste Programmpunkt des Abends behandelte mehrere sensible Themen, die das Eichsfeld derzeit bewegen. Nach anerkennenden Worten für die Familie Näder und die gesamte Ottobock-Gruppe wandte sich Hacke im Gespräch mit Bambey unter anderem der gescheiterten Fusion und den Querelen um die Nord/LB zu, die er als „belastend“ bezeichnete. Durch die Krise der Landesbank falle das Jahresergebnis der Sparkasse Duderstadt mit gut 800 000 Euro deutlich niedriger aus als im Vorjahr (1,4 Mio. Euro). Gleichzeitig sei es aber gelungen, sich beim Betriebsergebnis unter den „Top 10“ der 42 niedersächsischen Sparkassen zu etablieren.

Regulatorik als Herausforderung

Die betriebswirtschaftlichen Herausforderungen in der Niedrigzins-Ära bewertete Hacke als „sehr groß“. Außerdem würden die Bankenaufsicht und die Regulatorik die Sparkasse immer mehr fordern. Auch vor diesem Hintergrund zeigte sich Hacke vom ablehnenden Votum des Rates der Stadt Duderstadt zur bereits ausgehandelten Fusion enttäuscht – ohne dabei jedoch Öl ins Feuer zu gießen oder gar nachzutreten: „Das Gebilde, das nach langen und intensiven Verhandlungen entstanden ist, hatte aus Sicht der Geschäftsführung viel Gutes“, betonte Hacke – zumal die politischen Vertreter für Duderstadt „gute Verhandlungsergebnisse“ erzielt hätten. „Natürlich ist man dann enttäuscht, wenn auf einmal alles umsonst war“, gestand der Vorstandsvorsitzende ein. Allerdings verstehe er auch, dass eine Geschäftsführung eine andere Sicht auf die Dinge habe als ein Eigentümer. Die Entscheidung des Rates als demokratisch gewähltes Gremium akzeptiere und respektiere er. Das Thema sei inzwischen schon recht weit weg. Allerdings gebe es nach wie vor die Rahmenbedingungen, die zur Aufnahme der Fusionsgespräche geführt hätten.

Auch auf diese Rahmenbedingungen ging Hacke ein. In den kommenden zehn Jahren sehe er beispielsweise „keinen Raum für größere Zinssteigerungen“, solange sich fast alle wichtigen europäischen Länder weiterhin so verschulden, wie sie es derzeit tun – teilweise weit über die Kriterien von Maastricht hinaus. Die Sparkasse habe darauf bereits reagiert, Kosten gesenkt und sich entsprechend aufgestellt. Hacke deutete zumindest an, dass die strategische Ausrichtung der Sparkasse Duderstadt in den kommenden Wochen auf dem Prüfstand stehen könnte.

Mehrere Millionen Euro aus Duderstadt für die Nord/LB

Zur Nord/LB sagte Hacke: „In den letzten Jahren hat sie uns rund zehn Prozent unseres Eigenkapitals gekostet, allein 2018 waren das rund zwei Millionen Euro.“ Die Sparkasse Duderstadt habe dies durch das laufende Ergebnis decken können – im Gegensatz zu vielen anderen Sparkassen. Der nun vorgelegte Rettungsplan sehe ein weiteres Engagement der niedersächsischen Sparkassen vor. Auch die Sparkasse Duderstadt müsste sich demnach mit weiteren zwei Millionen Euro beteiligen. Hacke erwarte hierzu noch eine „schwierige Diskussion“, und das bereits in der kommenden Woche.

Mehr zum Forum Eichsfeld 2019 lesen Sie hier.

Von Markus Riese

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