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Die Region „Das Laub holt uns jedes Jahr wieder ein“
Die Region „Das Laub holt uns jedes Jahr wieder ein“
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18:00 11.10.2019
Die Mitarbeiter der GEB sammeln wieder Laub ein. Quelle: r
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Göttingen

Die Baume verlieren ihre Blätter, es wird Herbst: Für die Mitarbeiter der Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) bedeutet diese Jahreszeit wieder, dass der verstärkte Kampf gegen das Laub auf den Straßen und Bürgersteigen beginnt. „Besonders nasses Laub ist rutschig und kann zu Unfällen im Straßenverkehr führen“, sagt GEB-Sprecherin Maja Heindorf. Deshalb greifen die Mitarbeiter zu Besen und Laubpuster und saugen die Blätter mithilfe von Maschinen auf.

Ist das Laub nass, erschwert das zusätzliche Gewicht die Arbeit zusätzlich. Und mit einmal Laub fegen und entsorgen ist es nicht getan: Das Laub fällt schließlich nicht nach Zeitplan, sondern zum einen auf natürlichem Weg, zum anderen sorgen Stürme oder starke Regenfälle für einen erhöhten Blätterfall. In der vergangenen Herbstsaison waren es etwa 500 Tonnen Laub, die die GEB-Mitarbeiter eingesammelt haben – „eine echte Knochenarbeit“, meint Wolfgang Lindner, Disponent der Straßenreinigung bei den GEB.

Kein „Laub-Sondereinsatzkommando“

Neun Kolonnen mit je drei Personen und je einem Laubpuster schicken die Entsorgungsbetriebe ins Rennen gegen das Laub. „Wir machen das im Rahmen der normalen Straßenreinigung“, erklärt Heindorf. Es gebe kein „Laub-Sondereinsatzkommando“. Anhand einer Prioritätenliste werde, analog zur Straßenreinigung, das Laub mit eingesammelt. In der Innenstadt werde demnach täglich abgefahren, in den Außenbezirken seltener. Im City-Bereich erfolgt die Reinigung früh am Morgen, dort ist meist nur wenig Laub einzusammeln, fügt Heindorf hinzu.

Dabei arbeiten die Mitarbeiter nach einer bewährten Methode: Zunächst werden die Blätter auf einen Haufen zusammengepustet, anschließend von der Kehrmaschine eingesaugt. Dabei sei wichtig, dass das Laub vom Kehricht getrennt werde, sagt Heindorf. Denn die Blätter werden am Ende kompostiert, im Straßenschmutz dagegen findet sich beispielsweise Gummiabrieb, der anders entsorgt werden muss.

Kompostiert wird nur zum Teil in Göttingen

Da das Kompostwerk am Königsbühl vor zwei Jahren abgebrannt ist, werden die Laubmassen nur zum Teil in Göttingen kompostiert. „Wir haben Verträge mit zwei anderen Kompostieranlagen geschlossen, eine in Thüringen und eine in Nordrhein-Westfalen“, erläutert Heindorf. Beide Betriebe seien zertifiziert, „schließlich wollen wir eine hochwertige Kompostierung erreichen.“

Gerade, wenn es windet und stürmt, „holt uns das Laub jedes Jahr wieder ein“, sagt die GEB-Sprecherin. Damit die Mitarbeiter beim Sammeln und Kehren der Blätter nicht auf verlorenem Posten stehen, stünden auch die Göttinger Bürger in der Verantwortung. Landet Laub aus dem öffentlichen Raum auf einem Privatgrundstück, so ist der Eigentümer für die Entsorgung verantwortlich. Verboten ist es, Laub von einem Privatgrundstück auf öffentliche Wege und Straßen zu kehren. „Wir erleben das oft“, sagt Heindorf, „statthaft“ sei dieses Verhalten nicht.

Alternative zum Laubpuster ist der Handfeger

„Wir sind bemüht, unseren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, sagt Heindorf. Deshalb habe das Unternehmen vor einiger Zeit einen Elektro-Laubpuster angeschafft. Allerdings besitze das akkubetriebene Gerät nicht nur Vorteile: So muss der Puster öfters aufgeladen werden und habe nicht so viel Leistung wie normale Laubbläser, die mit Benzin betrieben werden. Außerdem seien die Geräte sehr teuer.

Sie könne verstehen, wenn sich Anwohner über das laute Geräusch der Puster aufregen, betont Heindorf. Allerdings gebe es keine andere Möglichkeit, der Laubmassen Herr zu werden: „Die Alternative ist der Handfeger.“

Wohin mit dem Laub auf dem eigenen Grundstück?

„Ein jeder kehr’ vor seiner Tür“: Das alte Sprichwort wird beim Thema Laub wieder aktuell. Fällt vom eigenen Baum Laub in Nachbars Garten, ist der Garteneigentümer für die Entsorgung zuständig. Die Blätter sind aber nicht nur lästiger Abfall, sondern auch wertvoller Dünger. Gartenbesitzer können Laub mit anderen Bioabfällen zu Kompost umwandeln, „der als ausgezeichneter und natürlicher Bodenverbesserer den biologischen Nährstoffkreislauf schließt und gleichzeitig die Bodenqualität nachhaltig verbessert“, teilen die Göttinger Entsorgungsbetriebe mit. Außerdem bieten Laubhaufen auf dem eigenen Grundstück Überwinterungsplätze für Igel und andere Tiere. Wer die Blätterhaufen im eigenen Garten nicht haben möchte, kann das Laub über die Biotonne oder beim Recyclinghof, Rudolf-Wissel-Straße 5, entsorgen. Eine weitere Möglichkeit bieten die Laubsäcke der Stadt Göttingen, diese kosten 2,50 Euro. Die befüllten Säcke sind am Tag der Biotonnenentleerung herauszustellen.

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