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Friedland 19-Jähriger zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt
Die Region Friedland 19-Jähriger zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt
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17:00 08.07.2019
Die Bankfiliale im Kreishaus überfiel der Angeklagte im Oktober vergangenen Jahres. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen/Friedland

Aus Perspektivlosigkeit hat ein 19-jähriger Angeklagter nach eigenen Angaben zwei Banküberfälle begangen. Dies erklärte er am Montag, während er vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichtes ein Geständnis ablegte.

Bei der ersten Tat im Oktober, als er die Bankfiliale im Kreishaus überfiel, handelte er allein, bei der zweiten Tat in Friedland gab es zwei Mittäter, deren Verhandlung aber gesondert stattfinden wird. Bei dem Überfall auf die Filiale im Kreishaus hatte der Angeklagte einen kleinen silbernen Koffer dabei, in dem sich Drähte und ein altes Tastenhandy befunden haben. Damit er genug Zeit hatte, um Geld zu gelangen, hat er nach eigenen Angaben einen Kumpel dazu gebracht, sich einen Termin in der Filiale zu machen. Er selbst habe einem Angestellten an der Kasse einen Zettel gereicht, auf dem geschrieben stand, dass es sich um einen Überfall handele, und in dem Koffer hochexplosiver Sprengstoff sei. „Mir erschien eine Bombe weniger persönlich als eine Pistole“, sagte der Angeklagte.

Kunden bekommen Überfall nicht mit

Außer dem Angestellten hätte auch niemand in der Bank etwas von dem Überfall mitbekommen. „Erst als ich nach dem Überfall die Bank geschlossen habe, haben die anderen etwas mitbekommen“, bestätigte der Angestellte bei seiner Zeugenaussage. Insgesamt konnte der Angeklagte rund 12000 Euro erbeuten.

Bereits elf Tage nach dem Überfall wurde der 19-Jährige erstmals von der Polizei vernommen. Doch, anstatt die Tat zu gestehen, habe er damals erklärt, zum Tatzeitpunkt seinen kranken Onkel in Kassel besucht zu haben. Allerdings hatte er zuvor seinem Vater, zu dem er ansonsten kaum Kontakt hat, den Überfall bereits gestanden, und dieser hatte die Polizei informiert. Von dem erbeuteten Geld habe er in diesen Tagen bereits rund 750 Euro ausgegeben gehabt.

Zweiter Überfall mit Pistole und Messer

Den zweiten Überfall in Friedland habe er gemeinsam mit zwei Kumpels begangen, weil er neues Geld gebraucht habe. Zwischen den Taten war er zu Hause ausgezogen und hatte sich nach eigenen Angaben aus Angst vor dem Gerichtsverfahren bei Freunden aufgehalten. Während er beim Überfall auf die Filiale im Kreishaus den Einsatz einer Waffe noch abgelehnt hatte, setzte er in Friedland eine Soft-Air Pistole und sein Mittäter, der mit rein kam, ein Messer ein. Der dritte Täter wartete im Auto. Da der Tresor in der Filiale ein Zeitschloss hat, mussten die Täter warten bis dieser sich öffnen ließ.

Zeugin arbeitsunfähig seit dem Vorfall

Während dieser Zeit bedrohten sie nach Angaben der dortigen Angestellten sie und ihren Kollegen die ganze Zeit mit der Pistole und dem Messer. „Sie sind direkt an meinen Schreibtisch gekommen“, beschrieb die Zeugin, die seit dem Vorfall im Februar arbeitsunfähig ist. Die Zeugin und ihr Kollege hätten sich nach dem Überfall auf den Boden legen müssen, damit die Täter fliehen konnten. Der Angeklagte bat die Zeugin, sowie den Zeugen sichtlich bewegt um Entschuldigung. „Ich spüre, was ich angerichtet habe“, sagte er.

Der Staatsanwalt forderte in seinem Plädoyer eine Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Bei seiner Entscheidung spielte vor allem die Bedrohungswirkung und die Folgen für die Zeugin im zweiten Fall eine Rolle. „Das was mit der Zeugin passiert ist, ist nicht wieder gut zu machen“, wandte er sich an den Angeklagten. Auch der Richter ging in der Begründung seines Urteils von zwei Jahren und drei Monaten auf die Folgen für die Zeugin ein. Außerdem sei die vom Angeklagten beschriebene Perspektivlosigkeit ein Kriterium für die Wahl des Strafmaßes gewesen. „Vielleicht können Sie während der Zeit in der Jugendanstalt eine Perspektive entwickeln“, sagte er zum Angeklagten.

Von Vera Wölk

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