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Friedland 76-Jährige in Reckershausen bestohlen: Falsche Handwerker erbeuten 1200 Euro
Die Region Friedland

76-Jährige in Reckershausen bestohlen: Betrüger erbeuten 1200 Euro

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12:22 07.01.2021
Eine 76-Jährige wurde in Reckershausen Opfer von Trickbetrügern (Symbolfoto). Quelle: picture alliance / dpa
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Friedland

Unbekannte haben Mittwoch eine 76-jährige Frau in ihrem Haus an der Heiligenstädter Straße im Friedländer Ortsteil Reckershausen bestohlen. Die Täter erbeuteten Bargeld in Höhe von etwa 1200 Euro.

Nach ersten Informationen der Polizeiinspektion Göttingen hatte sich gegen 11.15 Uhr ein Mann an der Haustür als Wasserwerker ausgegeben und behauptet, den Zählerstand ablesen zu müssen. Die Frau gewährte dem Unbekannten Zutritt und begab sich mit ihm in den Keller des Hauses, um den Wasserzählerstand abzulesen.

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Täter flüchten zu Fuß

Als die 76-Jährige Geräusche aus dem Erdgeschoss gehört habe, sei sie misstrauisch geworden und nach oben in die Wohnräume gegangen, wo sie einen weiteren Mann in ihrem Büro vorgefunden habe – der offenbar gerade den Schreibtisch durchwühlte.

Überrascht über diese plötzliche „Entdeckung“ seien die Betrüger nach Polizeiangaben dann zu Fuß in Richtung Bergstraße geflüchtet. Kurz darauf habe die Dame den Diebstahl festgestellt und die Polizei alarmiert.

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Der vermeintliche Handwerker, der den Zählerstand ablesen wollte, wird so beschrieben: etwa Mitte 30, schlank, dunkle Haare. Getragen habe er eine Brille, einen Mundschutz und eine weiße Jacke. Er sei der Größere der beiden gewesen.

Der Unbekannte aus dem Büro soll ebenfalls etwa Mitte 30 sein. Er auch sei schlank und habe dunkle Haare. Dieser Mann habe keinen Mundschutz und eine dunkle Jacke getragen.

Lesen Sie auch: Falscher Wasserwerker bestiehlt Seniorin in Göttingen

Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei in Göttingen unter Telefon 0551 / 491-2115 entgegen.

Polizei warnt: Auch Enkeltrickbetrüger weiterhin unterwegs

Nicht nur die falschen Wasserwerker versuchen momentan wieder, an das Ersparte der vorrangig lebensälteren Mitmenschen zu gelangen: Auch die Enkeltrick-Betrüger sind wieder aktiv, wie die Polizeiinspektion Göttingen mitteilt.

Neuerdings erfinden die Gauner demnach auch immer wieder neue Maschen rund um das Corona-Virus. So erfuhr die Polizei in den vergangenen Tagen von einem Anruf eines angeblichen Arztes, der dazu aufforderte, Geld für eine dringende Behandlung eines schwer erkrankten Angehörigen zu übersenden. Bisher seien diese Versuche gescheitert. Die Ermittler der Polizei Göttingen schließen allerdings nicht aus, dass die Betrüger ihre Masche auch in nächster Zeit weiter fortsetzen oder intensivieren werden und raten angesichts dieser Prognose zu ganz besonderer Vorsicht.

Dazu einige Hinweise der Polizeiinspektion Göttingen:

  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotruf-Nummer 110 an. Das tun nur Betrüger.
  • Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen.
  • Geben Sie Betrügern keine Chance, legen Sie einfach den Hörer auf. Nur so werden Sie Betrüger los. Das ist keinesfalls unhöflich!

Auflegen sollten Sie, wenn...

  • ...Sie nicht sicher sind, wer anruft. Sie der Anrufer nach persönlichen Daten und Ihren finanziellen Verhältnissen fragt, zum Beispiel ob Sie Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände im Haus haben.
  • ...Sie der Anrufer auffordert, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände herauszugeben, bzw. Geld zu überweisen, insbesondere ins Ausland.
  • ...Sie der Anrufer unter Druck setzt.
  • ... der Anrufer Sie dazu auffordert, zu Fremden Kontakt aufzunehmen, etwa zu einem Boten, der Ihr Geld und Ihre Wertsachen mitnehmen soll.

Weiterhin empfiehlt die Polizei:

  • Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung!
  • Sehen Sie sich Besucher vor dem Öffnen durch den Türspion oder mit einem Blick aus dem Fenster an und machen Sie von Ihrer Türsprechanlage Gebrauch.
  • Öffnen Sie die Wohnungstür niemals sofort – legen Sie immer Sperrbügel oder Sicherheitskette an.
  • Ziehen Sie telefonisch eine Nachbarin oder einen Nachbarn hinzu, wenn unbekannte Besucher vor der Tür stehen, oder bestellen Sie die Besucher zu einem späteren Termin, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.

Überlegen Sie bei angeblicher hilfebedürftiger Lage von Fremden an der Tür (Beispiel: Bitte um Schreibzeug oder ein Glas Wasser):

  • Woher sollte der Nachbar die Besucher wirklich kennen? Warum wenden sich die Besucher im Notfall nicht an eine Apotheke, eine Gaststätte oder ein Geschäft, sondern an eine (abgelegene) Privatwohnung?
  • Machen Sie bei hilfebedürftiger Lage von Fremden an der Tür das Angebot, selbst nach Hilfe zu telefonieren oder das Gewünschte (Schreibzeug, Glas Wasser etc.) hinauszureichen, und halten Sie dabei die Tür gesperrt.
  • Fordern Sie von Amtspersonen immer den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig (nach Druck, Foto und Stempel). Sorgen Sie dazu für gute Beleuchtung und benutzen Sie, wenn nötig, eine Sehhilfe.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an. Suchen Sie dazu die Telefonnummer selbst heraus und ziehen Sie telefonisch eine Nachbarin oder einen Nachbarn hinzu.
  • Lassen Sie Handwerker nur dann herein, wenn Sie sie selbst bestellt haben oder wenn sie von der Hausverwaltung angekündigt worden sind.
  • Nehmen Sie nichts für Nachbarn ohne deren Ankündigung oder Auftrag entgegen.
  • Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher notfalls auch energisch. Sprechen Sie sie laut an und rufen Sie um Hilfe.
  • Pflegen Sie Kontakt zu älteren Mitbewohnern. Machen Sie ihnen das Angebot, bei fremden Besuchern an der Wohnungstür zur Sicherheit hinzuzukommen, und übergeben Sie für solche Fälle die eigene Telefonnummer.
  • Glauben Sie Opfer eines Betrugs geworden zu sein? Wenden Sie sich sofort an die örtliche Polizeidienststelle und erstatten Sie Anzeige.

Von Markus Riese

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