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Friedland Ab 2019 bekommt Friedland weicheres Wasser
Die Region Friedland Ab 2019 bekommt Friedland weicheres Wasser
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21:00 11.01.2019
Enthärtungsanlage bei Friedland. Quelle: Foto: r
Friedland

Der politische Beschluss für weicheres Trinkwasser in der Gemeinde Friedland reicht ins Jahr 2013 zurück. Sechs Jahre später soll die Enthärtungsanlage nun endlich ans Netz gehen. Das Ende einer langen und emotionalen Geschichte.

Weiße Flecken auf dem Waschbeckenrand, verstopfte Wasserhähne, verkalkte Kaffeemaschinen. Wer sein Wasser aus einer kalkhaltigen Quelle bezieht, kennt diese Probleme. Das Phänomen kennen die etwa 7000 Einwohner der Ortschaften Groß Schneen, Elkershausen, Friedland, Stockhausen, Reckershausen, Niedernjesa oder Ballenhausen seit Jahrzehnten. Doch damit soll es bald vorbei sein – ab Oktober wird entkalkt – mit einer zwei Millionen Euro teuren Enthärtungsanlage.

Das Holzgebäude steht schon, der Einbau der Technik soll ab April folgen, erklärt Christoph Kraaibeek, technischer Geschäftsführer des zuständigen Wasserverbands Leine-Süd. Die Anlage ist für den Verband nicht neu. In Rosdorf wird das Wasser aus dem Brunnen in Tiefenbrunn bereits seit 2012 mit einem baugleichen System per Nanofiltration aufbereitet. Die erfolgreiche Umstellung weckte Begehrlichkeiten jenseits der Gemeindegrenze.

Unterschiedliche Interessen

Warum die Umstellung auf kalkarmes Wasser in Friedland dann doch noch so lange dauern sollte, hat mehrere Gründe. Zunächst waren die Interessen der Gebührenzahler durchaus unterschiedlich. Während sich Privathaushalte trotz der angekündigten Gebührenanhebung von 50 Cent pro Kubikmeter langfristig eine Ersparnis erhoffen konnten, geht die Kalkulation für Großabnehmer wie Landwirtschaftliche Betriebe vermutlich nicht auf. Es folgte eine gerichtlich angefochtene Bürgerbefragung mit dem Ergebnis, dass sich 75 Prozent für weicheres Wasser aussprachen.

Zeitgleich ergab eine Studie, dass die Wassermenge der beiden bestehenden Brunnen bei Friedland langfristig nicht ausreichen würde. Eine Erkundungsbohrung für neue Brunnen im Februar 2015 östlich des Einzelberges bei Groß Schneen lief aus dem Lot, eine weitere verzögerte ein brütender Rotmilan. Es folgten zweieinhalb Jahre Verhandlungen mit dem Landkreis Göttingen. Dabei ging es um vor allem die Frage, wie mit dem Wasser, das die künftige Enthärtungsanlage verlässt, umgegangen werden soll.

Nach juristischer Definition handelt es sich dabei nämlich um Abwasser, das gebührenpflichtig in das Göttinger Klärwerk geleitet werden müsste, erklärt Andreas Friedrichs, Gemeindebürgermeister und Vorsitzender des Wasserverbands. Tatsächlich sei es aber Trinkwasser mit erhöhtem Salzanteil. Nach einem eigens beauftragten Gutachten zu Flora und Fauna, das wiederum eineinhalb Jahre kostete, einigte man sich darauf, dass das vermeintliche Abwasser in die Leine geleitet werden kann.

Zähe Verhandlungen

Die eine Verhandlung war abgeschlossen, weitere um einen Erbbaurechtsvertrag mit dem Grundstücksbesitzer, oder über den Bauantrag mit dem Landkreis sollten folgen. Die Jahre gingen ins Land und das Wasser blieb hart – bis zu 42 Grad deutscher Härte. So kam es zuletzt aus der Quelle in Ballenhausen, die Ende 2017 vom Netz genommen wurde. Aktuell liegt der durchschnittliche Härtegrad in den sieben Ortschaften bei 26, angepeilt werden etwa 10 Grad, so Kraaibeek.

Im Rückblick auf die schwierigen und leidenschaftlich geführten Diskussionen um das Friedländer Wasser betont Friedrichs: „Bei aller Emotionalität darf man nicht vergessen: Wir leben in einer Region der Welt, in der es keine Probleme mit der Menge und der Qualität des Trinkwassers gibt.“ Und das gilt unabhängig davon, ob es Flecken auf den Armaturen macht.

Von Markus Scharf

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