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Friedland Der ausgebliebene Besuch
Die Region Friedland Der ausgebliebene Besuch
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00:29 11.05.2019
Auf diesem Feld bei Hebenshausen soll ein großes Logistik-Zentrum entstehen. Gegen diesen Plan protestiert die Initiative „Acker bleibt“ unter anderem mit einem Protestcamp vor Ort. Quelle: Meinhard
Hebenshausen

Besuch haben Aktivisten eines Protest-Camps bei Hebenshausen am Mittwoch erwartet. Die Gruppe demonstriert seit Sonnabend gegen den Bau eines großen Logistikzentrums, das die Dietz AG aus dem südhessischen Bensheim direkt neben dem Dorf errichten lassen will. Am Morgen war bekanntgeworden, dass im Haus der Gemeindeverwaltung neben Vertretern des hessischen Ortes auch Polizeibeamte und Mitarbeiter der Hessischen Landgesellschaft (der Eigentümerin der Ackerfläche) beieinander sitzen. Deshalb ging Camp-Sprecher Luca Rosenberg davon aus, dass die Herrschaften das Gespräch mit den Ackerschützern suchen werden. Suchten sie aber nicht. Rosenberg bedauert das. „Wir sind gesprächsbereit. Wir haben uns vorbereitet. Auch juristisch“, sagt er gegenüber dem Tageblatt. Leider halte sich die Gegenseite bislang in „Kommentarspalten“ auf, stellt er fest.

Ökomodellregion Nordhessen

Camp-Teilnehmer haben Beete angelegt und verschiedene Gemüsesorten gepflanzt. Zur Gruppe kann jeder stoßen, der sich auf diese Weise einbringen will. Quelle: Meinhard

Allerdings wollen er und die anderen Demonstranten der Initiative „Acker bleibt“ hinsichtlich des Logistikzentrums nur bedingt mit sich reden lassen. Das Projekt an dieser Stelle dürfe unter keinen Umständen realisiert werden, stellt Rosenberg klar. Es gehe vielmehr darum, ein Ausstiegsszenario zu finden. Das Problem: Für die Planungen sind bereits Kosten in Höhe von mehr als 1,1 Millionen Euro angefallen. Wer soll die übernehmen, wenn das Vorhaben platzt? Rosenberg setzt auf das Land Hessen. Dann würde der finanzielle Druck genommen. Die Gemeinde Neu-Eichenberg, zu der Hebenshausen gehört, könne dann freier entscheiden, was sie tatsächlich will: den Acker weiter landwirtschaftlich nutzen oder sich auf 80 Hektar ein Logistik-Zentrum vor die Haustür setzen lassen. Die Fläche wäre größer als das gesamte Dorf Hebenshausen. Rosenberg verweist darauf, dass Nordhessen eine Ökomodellregion sei, in der Agrarökologie betrieben werden sollte. „Stattdessen soll hier großflächig Boden versiegelt werden“, kritisiert der Student aus Witzenhausen.

„Wir lassen nicht locker“

Unterstützung aus Wiesbaden jedoch können die Ackerschützer wohl nicht erwarten. Nach einem Telefonat mit dem der Initiative zugewandten Landtagsabgeordneten Torsten Felstehausen (Linke) muss Rosenberg zur Kenntnis nehmen, dass die hessische Landesregierung die Sache als originäre Gemeindeangelegenheit betrachtet. „Die sitzen das einfach aus“, zeigt sich der 22-Jährige enttäuscht. Und schiebt hinterher: „Aber wir lassen nicht locker.“

Dafür erfährt er von einem Gesprächsangebot der hessischen Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Ihre Bedingung: Die Gemeinde müsse das wollen. Rosenberg meint: „Die Dietz AG sollte sich gut überlegen, ob sie diese Zerstörung hier verantworten will und stattdessen ein Ausstiegsszenario angehen.“ Das Gesprächsangebot der Ministerin wäre dafür ein erster Schritt, findet er.

Demo am Sonnabend in Eschwege

Am Sonnabend planen die Ackerschützer eine Demonstration in Eschwege, um den Vertretern des Landkreises zu zeigen, dass sie mit den Plänen für Hebenshausen nicht einverstanden sind. Nach Aussage der Camp-Teilnehmer kann jeder zur Gruppe stoßen, der sich auf diese Weise positionieren will.

Von Ulrich Meinhard

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