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Friedland „Antifaschistischer Spaziergang“ gegen rechte Kundgebung in Friedland
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„Antifaschistischer Spaziergang“ gegen rechte Kundgebung in Friedland

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15:12 17.08.2021
Mit einem „antifaschistischen Spaziergang“ wollen das Göttinger Bündnis gegen Rechts und die Grünen am 28. August demonstrieren.
Mit einem „antifaschistischen Spaziergang“ wollen das Göttinger Bündnis gegen Rechts und die Grünen am 28. August demonstrieren. Quelle: Stefan Boness/Ipon
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Friedland

Mit einem „antifaschistischen Spaziergang“ wollen das Göttinger Bündnis gegen Rechts und die Grünen am 28. August gegen eine gleichzeitige Kundgebung von Neonazis am Heimkehrerdenkmal in Friedland protestieren. „Friedland steht mit der Geschichte des Grenzdurchgangslagers für Weltoffenheit und Vielfalt – nicht für die menschenverachtende, völkische und nationalistische Ideologie, die die Neonazis hier am Heimkehrerdenkmal verbreiten wollen“, sagte Ute Haferburg am Dienstag. Sie vertritt die Grünen im Bündnis gegen Rechts.

Am Heimkehrerdenkmal soll die Veranstaltung stattfinden. Quelle: Christina Hinzmann

Roland Wuttke habe angemeldet

Nach Angaben des Bündnisses hat Roland Wuttke vom thüringischen Verein „Gedächtnisstätte“ die Kundgebung der Rechtsextremisten angemeldet. Der Verein gelte als Nachfolgeorganisation der – aufgelösten oder verbotenen – völkischen und geschichtsrevisionistischen Vereinigungen „Europäische Aktion“ und „Collegium Humanum“ um die Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wenzel.

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„Friedland darf nicht zu einem Ort werden, an dem sich diese Leugner wohlfühlen“, sagte Bündnis-Sprecherin Agnieszka Zimowska: „Wir fordern den Landkreis Göttingen als Versammlungsbehörde auf, klar Stellung gegen den geschichtsrevisionistischen Aufmarsch in Friedland zu beziehen.“

Im vergangenen Jahr hatte die als rechtsextrem und nationalkonservativ geltende Gruppierung „Aufbruch deutsche Heimat“ am Mahnmal der Heimkehrer zum Gedenken an die Vertreibung von Deutschen in den 1930er und 1940er Jahren aufgerufen. Unter den Teilnehmern: NPD-Kader Thorsten Heise.

Außer Wuttke trat damals auch der hessische AfD-Politiker Carsten Härle auf. In dem vom Bundesverfassungsschutz vorgelegten Gutachten zur AfD fungiere Härle nach einem Bericht des Berliner Tagesspiegels aufgrund seiner Warnungen vor einem angeblichen Völkermord an den Deutschen als Musterbeispiel für Verfassungsfeindlichkeit. Ebenfalls anwesend war Holocaust-Leugner und NPD-Kommunalpolitiker Hans Püschel aus dem Burgenlandkreis.

Zuvor hatte der extrem rechte Arminius Bund 2015 versucht, in Friedland aufzumarschieren. Der Landkreis Göttingen verbot die Versammlung damals.

Von lnb/epd/mib