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Friedland Wochenlange Heidkopftunnel-Sperrung: Was passiert mit den Anschlussstellen?
Die Region Friedland Wochenlange Heidkopftunnel-Sperrung: Was passiert mit den Anschlussstellen?
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00:19 23.04.2019
Wann die Fahrbahnsanierung im Tunnelbereich beginnen soll, steht noch nicht fest. Quelle: Peter Heller
Friedland

Die Landesregierung geht von mehreren Monaten mit einspuriger Verkehrsführung und mehreren Wochen Vollsperrung für den Heidkopftunnel und damit der Autobahn 38 zwischen den Anschlussstellen Arenshausen und Friedland aus. Um die Folgen der Vollsperrung abzufedern, soll voraussichtlich zeitweise eine Behelfsaus- und -zufahrt im Zuge der Landesstraße 566 geschaffen werden. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage des grünen Landtagsabgeordneten Stefan Wenzel hervor. Wann die Fahrbahnsanierung im Tunnelbereich beginnen soll, steht noch nicht fest.

Wenzel drängt auf eine großräumige Umleitung des Schwerlastverkehrs und eine enge Abstimmung mit den Kommunen im Dreiländereck, um die Dörfer im Verlauf der Umleitungsstrecken zu entlasten. Offenbar plane das Land jetzt eine temporäre Behelfsabfahrt, habe aber noch keine endgültige Festlegung getroffen. Das bedauert Wenzel ebenso wie die Ablehnung verbilligter oder kostenfreier Zugtickets für Pendler, die auf parallel verlaufende Bahnstrecken ausweichen könnten.

Ergebnisse von Machbarkeitsstudie im Herbst

Alle Umleitungen sollten so wenig wie möglich in Anspruch genommen, der Verkehr möglichst auf der A 38 belassen werden, heißt es in der Vorbemerkung der Landesregierung. Problematisch an der Bedarfsumleitungsstrecke über die Bundesstraßen 80 und 27 seien die Serpentinen zwischen Hohengandern und Eichenberg. Auf hessischer Seite müsse zudem eine Brücke über die Bahn erneuert werden. Das sei für 2020/2021 vorgesehen, eine Vollsperrung der B 80 in diesem Bereich unumgänglich. Erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für eine einspurige Verkehrsführung im Tunnel mit Gegenverkehrsregelung pro Röhre oder als Richtungswechselbetrieb mit Ampelschaltung werden im Herbst erwartet. Für eine solche Umrüstung seien voraussichtlich mehrere Wochen Vollsperrung erforderlich.

Schadensursache bleibt ungeklärt

229 Sperrungen in zehn Jahren. Der „Pannentunnel“ sorgt immer wieder für Verdruss. Quelle: Christina Hinzmann

In den vergangenen zehn Jahren wurden 33 Unfälle und vier Brände in dem „Pannentunnel“ registriert sowie 229 Sperrungen erfasst. „Eine Statistik über die Anzahl und Dauer sämtlicher Sperrungen wird nicht geführt“, heißt es zudem. Warum sich die Fahrbahn-Tragschichten auflösen, bleibt weiterhin ungeklärt. „Eine zweifelsfreie Schadensursache steht nicht fest“, heißt es in der Antwort der Landesregierung. Baumängel seien nicht auszuschließen, ein Ausführungsfehler lasse sich 13 Jahren nach Fertigstellung aber nicht mehr zweifellos belegen. Zu berücksichtigen sei auch der starke Lkw-Anteil von etwa 25 Prozent bei durchschnittlich 30 000 Fahrzeugen pro Tag. Für das Abfräsen und den Fahrbahnaufbau ist eine Arbeitszeit von vier Monaten kalkuliert.

Von Kuno Mahnkopf

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