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Friedland Buslinie 140 ab Montag mit Notfahrplan
Die Region Friedland Buslinie 140 ab Montag mit Notfahrplan
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00:25 22.10.2018
Ein Schulbus auf der B 27, Ortseingang Groß Schneen.
Ein Schulbus auf der B 27, Ortseingang Groß Schneen. Quelle: Hinzmann
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Göttingen/Groß Schneen

Ab Montag kappt eine Baustelle auf der B 27 die Buslinien 140 zur Carl-Friedrich-Gauß-Schule (CFGS) in Groß Schneen. Wie die Schüler dann befördert werden, war der Schule bis Donnerstagabend nicht mitgeteilt worden. Ein Ärgernis, aber nicht das einzige.

Seit Monaten wird die Bundesstraße 27 südliche von Göttingen in mehreren Bauphasen saniert. Ab Montagmorgen ist der Abschnitt zwischen der Kreuzung in Stockhausen und der Ortseinfahrt Groß Schneen für voraussichtlich eine Woche nicht passierbar. Das trifft den Individualverkehr ebenso wie den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Auf letzteren sind die Schüler angewiesen, die mit der Linie 140 aus Göttingen, Sattenhausen, Wöllmarshausen, Niedeck, Benniehausen, Klein Lengden, Diemarden, Reinhausen, Niedernjesa, Obernjesa, Stockhausen oder Ballenhausen kommen.

Erst am Freitagmorgen informiert

Die Schule war bis Freitagmorgen offiziell nicht darüber informiert, wie der alternative Fahrplan aussieht. Entsprechend flossen auch keine Informationen an Schüler und ihre Eltern. Diese Kritik wurde am Rande der Kreisschulausschusssitzung am Donnerstagabend laut. „Die notwendige Änderung des Fahrplans plant und kommuniziert das beauftragte Verkehrsunternehmen, hier die RBB“, erklärt Ulrich Lottmann, Sprecher des Landkreises. Das hat offenbar nicht geklappt. Erst am Freitag sei eine Nachricht des Landkreises bei ihm eingegangen, so Schulleiter Jens Haepe. Einen Tag nachdem er sich in seiner Funktion als schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion zu Wort gemeldet hatte und gerade noch rechtzeitig, um sie zu streuen.

Die gute Nachricht: Bis auf die Kinder aus Stockhausen können alle wie gewohnt ihre Busse nutzen. Die Nutzer der Linie 140 müssten allerdings mit Verzögerungen rechnen, erklärt Detlef Karneboge, Qualitätsprüfer bei der RBB auf Tageblatt-Anfrage. Die Umleitung über Reinhausen werde einige zusätzliche Minuten bedeuten. Und für die Schüler aus Stockhausen werde ein Linientaxi eingesetzt. Das Problem: Das Taxi bietet nur acht Sitzplätze. „Im Zweifel fahren wir dann eben zweimal“, so Karneboge. Man sei bemüht, das gut hinzubekommen. „Die Schülerbeförderung sollte funktionieren.“

Wiederkehrendes Problem

Für Haepe ist die Busthematik ein stetig wiederkehrendes Problem, und nicht nur an seiner Schule. „Die Beschwerden beschäftigen uns den ganzen Tag.“ Verspätungen, überfüllte Busse und Fahrer, die nicht wissen, wo sie hinmüssen oder die Schüler durch Vollbremsungen disziplinieren. „Das alles kommt vor und betrifft alle Teile des Landkreises“, so der Schulleiter. Schon vor zwei Jahren hatten sich Vertreter der Busunternehmen, der Schulen, der Elternschaft und des Landkreises zu einem Krisengespräch zusammengesetzt. Die Probleme hätten seitdem aber nicht abgenommen.

Haepe schildert das derzeitige Szenario so: RBB bekomme den Zuschlag, habe aber nicht genug Busse und Fahrer und beauftrage Subunternehmer. Die aber seien untereinander kaum vernetzt. Das gehe so weit, dass die Fahrer im Falle einer Panne oder eines Unfalls sich nicht einmal gegenseitig oder auch die Schulen und damit die Eltern informieren könnten. Er beobachte, dass Eltern ihre Kinder wieder vermehrt selbst zur Schule bringen würden. Jeden Tag stünden nach Schulschluss bis zu 30 Autos vor der Schule. „Der Kreistag hat es sich zur Aufgabe gemacht, den ÖPNV zu fördern.“ Tatsache sei aber, dass man mit unattraktiven Busangeboten eher den Individualverkehr stärke, so Haepe.

Die Fahrpläne des RBB sind auf der Seite des Verkehrsverbunds Südniedersachsen zu finden, der Baustellenfahrplan der Linie 140 unter dem Menüpunkt Verkehrsbehinderungen.

Von Markus Scharf

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