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Friedland Ferienaktion: Heißes Eisen für fünf Jungs
Die Region Friedland Ferienaktion: Heißes Eisen für fünf Jungs
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16:22 17.04.2019
„Einen Tag Schmied sein“: Tim, Fion, Rüdiger Grunewald, Leonard, Schmied Heinrich Bode, Kjartan und Fynn (von links). Quelle: Niklas Richter
Groß Schneen

Das große, aufwendig gearbeitete schmiedeeiserne Tor an der Straße verrät, wer dahinter wohnt und arbeitet: Heinrich Bode - Kunstschmied. Seine Werkstatt in Groß Schneen hat der Handwerker am Mittwoch für Kinder geöffnet. Sie durften den Schmiedehammer schwingen und durch die Schweißbrille schauen.

Dort, wo Bode sonst seinem Beruf nachgeht, wuseln fünf aufmerksame Jungs herum. „Das hier, das heißt Esse”, sagt Fynn. Stolz zeigt der Schüler in der geräumigen Werkstatt auf die Feuerstelle, in der die Eisen, die die Kinder schmieden, zum Glühen gebracht werden. Einer nach dem anderen darf sein Eisen dort bearbeiten. „Einen Tag lang Schmied sein” heißt die Aktion des Kinder- und Jugendbüros der Gemeinde Friedland.

Heißes Eisen biegen für Kinder

Seit 15 Jahren kommen die Kinder aus der Gemeinde Friedland in die Werkstatt des Handwerkers. Drei mal pro Jahr bietet das Jugendbüro dieses Ferienprogramm an. Bode zeigt den Schülern, wie sie aus einem geraden Stück Eisen einen geschwungenen Kerzenhalter fertigen können. „Dafür wird die Eisenstange auf 1500 Grad erhitzt”, weiß Fion. Auch er hat gut aufgepasst und sich alles gemerkt, was Bode den Kindern am Vormittag bereits gezeigt und erklärt hat. Die glühende Spitze ihrer Eisenstange bearbeiten sie mithilfe des Profis und mit einem Hammer. „Das heißt dann ausschmieden”, so Fion. Später wird die heiße Stange noch zum Haken gebogen. Leonard gibt alles und biegt seinen Haken mit aller Kraft – bis er die richtige Form hat.

Unmengen an Werkzeugen

In Bodes Werkstatt gibt es alles, was ein Kunstschmied braucht: eine große Standbohrmaschine, die Esse, ein Schweißgerät, Unmengen an Werkzeugen und vieles mehr. Allein weit mehr als 50 verschiedene Hammer hängen ordentlich an einer Seite der Wand. „Jedes Ding an seinem Ort spart viel Müh und manches Wort” steht auf einem Schild über Bodes Feuerstelle.

Heinrich Bode ist Kunstschmied in vierter Generation – und vermutlich der letzte, der den Familienbetrieb fortführt. „Die Schmiede gibt es schon seit 1886”, sagt Fion. Auch wenn Bode Pferde auf dem Hof hält, ein Hufschmied ist er nicht. „Das ist noch einmal eine extra Ausbildung“, sagt der Schmied. Der Großteil seiner Arbeit, das sind Kunstschmiedearbeiten wie Gartentore, Treppengeländer und Windfahnen. Seine Handarbeit steckt aber auch in Metallkästen, die für Autokennzeichenpressen benötigt werden. Diese Werke aus Groß Schneen werden bis in die arabische Welt exportiert.

Kindern das Handwerk näher bringen

Die fünf fidelen Jungs der Ferienprogrammgruppe dürfen jetzt unter Bodes Anleitung ihre Haken mit dem Teller, der die Kerze halten soll, verschweißen. „Alle anderen weggucken, umdrehen und Augen zu”, sagt Jugendpfleger Rüdiger Grunewald, der die Kinder begleitet. Alle haben verstanden, dass Schweißen gefährlich für die Augen ist und drehen sich um. „Wir wollen den Kids mit der Aktion das traditionelle Handwerk in unserer Gemeinde näher bringen”, sagt Grunewald. Nicht nur bei Schmied Bode, auch in einer Töpferei, beim Tischler und in einer Gärtnerei waren die Jugendgruppen bereits zu Gast.

Bode ist Kunstschmied aus Leidenschaft. Sein Grundstück und den großen Garten hat er mit verschnörkelten Rosenbögen, geschmiedeten Bänken und Lampen dekoriert. Denn: „Die Arbeit, die macht mir Freude”, sagt er.

Von Britta Bielefeld

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