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Friedland Gemeinde Friedland will sich an Funklochjagd der Telekom beteiligen
Die Region Friedland Gemeinde Friedland will sich an Funklochjagd der Telekom beteiligen
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17:17 22.10.2019
In Lichtenhagen gibt es „massive Probleme“ mit dem Mobilfunkempfang. Deshalb will sich die Gemeinde an dem Telekom-Wettbewerb „Wir jagen Funklöcher“ beteiligen. Quelle: dpa
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Friedland

Die Gemeinde Friedland will sich bei der Telekom Deutschland GmbH (TDG) um die Teilnahme an der Aktion „Wir jagen Funklöcher“ bewerben. Über eine entsprechende Beschlussvorlage der Verwaltung wird zunächst der Bauausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag beraten. Sollte die Gemeinde mit ihrer Bewerbung erfolgreich sein, verpflichtet sich die Telekom, dort bis Ende 2020 einen Mobilfunkstandort auszubauen. Voraussetzung ist nach Angaben des Unternehmens unter anderem ein Ratsbeschluss der jeweiligen Kommune.

Voraussichtlich mit der Ortschaft Lichtenhagen wird die Gemeinde Friedland ins Rennen um einen der 50 außerplanmäßigen Telekom-Funkmasten gehen, denn dort seien die Mobilfunk-Probleme „am massivsten“, erklärt Kerstin Gerke vom Fachbereich Bauwesen. Die Idee, sich am Wettbewerb zu beteiligen, habe Ortsbürgermeisterin Anni Dembke (Wählergemeinschaft Lichtenhagen) eingebracht.

Zwei potenzielle Standorte

Als Standort kämen voraussichtlich zwei Gebäude infrage, die sich in Gemeindebesitz befänden. Zurzeit würden alle Ortsräte schriftlich über den Vorstoß der Kommune unterrichtet, sodass sich weitere Ortschaften an dem Wettbewerb beteiligen könnten.

Die Aktion der Telekom läuft seit Ende August und richtet sich an alle Gemeinden in Deutschland. Eine Bewerbung aus dem Landkreis Göttingen liege derzeit noch nicht vor, berichtet Telekom-Pressesprecherin Stefanie Halle auf Nachfrage. In der vergangenen Woche hat Vielbach im Westerwald als erste Gemeinde einen Zuschlag erhalten. Über 70 Bewerbungen habe es bisher gegeben, teilt das Unternehmen mit. Bewerbungsschluss ist der 30. November.

Kriterien für die Teilnahme

Um sich für die Teilnahme zu qualifizieren, muss die jeweilige Gemeinde bestimmte Voraussetzungen erfüllen. So muss unter anderem das Funkloch, für das eine Bewerbung eingereicht wird, ein „echtes LTE-Funkloch im besiedelten Gebiet sein“. Das heißt, dass weder die Telekom noch ein anderer Anbieter in diesem Gebiet LTE-Abdeckung im Outdoor-Bereich vorhält. Zudem müsse das Funkloch mindestens zehn Haushalte oder Gewerbebetriebe umfassen und durch den Aufbau des Mobilfunkstandorts gänzlich geschlossen werden können.

Auch einige Zusagen seitens der betreffenden Gemeinde sind erforderlich: Die Kommune muss zusichern, den „weiteren Genehmigungsprozess fördernd zu begleiten“, heißt es in den Teilnahmebedingungen. Erforderliche Genehmigungen während des Standort-Aufbaus „werden schnellstmöglich erteilt“. Sollte ein zusätzlicher Glasfaser-Ausbau für den Anschluss des Mobilfunkstandorts nötig werden, erkläre sich die Gemeinde bereit, die Ausbaumethode zu genehmigen, die die Telekom für die effektivste hält. Sollte bereits ein Glasfaserkabel des Unternehmens in einem Umkreis von 800 Metern vorhanden sein, erhöhe dies die Chancen, das Funkloch zu schließen.

Gebäude oder Grundstück

Mindestens einen Vorschlag für eine „geeignete Infrastruktur“ (entweder ein Gebäude oder ein Grundstück) für den Mobilfunkstandort muss die Gemeinde mit ihrer Bewerbung einreichen. Dieses kann sich in öffentlichem oder privatem Besitz befinden. Mit Abgabe der Bewerbung erklärt sich der Eigentümer bereit, einen Mietvertrag über mindesten 15 Jahre zu „marktüblichen Bedingungen“ zu unterschreiben. Im Falle eines Gebäudes baut die Telekom einen sogenannten Dach-Standort, im Falle eines Grundstücks einen Mast-Standort. Je mehr Optionen eine Gemeinde angibt, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass das Funkloch geschlossen werden kann.

Über die eingesandten Bewerbungen entscheidet die Telekom fortlaufend. Kriterien seien unter anderem wirtschaftlicher Faktoren und eine bundesweit ausgeglichene Verteilung. „Eine Rolle spielt dabei natürlich auch die Begründung der Bewerbung der Gemeinde.“

Der Bauausschuss tagt am 24. Oktober um 18 Uhr im Sitzungszimmer der Gemeindeverwaltung, Bönneker Straße 2.

Mobilfunkausbau im Landkreis Göttingen

Die Telekom hat eigenen Angaben zufolge seit vergangenem Juni 14 Standorte im Landkreis Göttingen mit LTE erweitert. Durch den Ausbau steige die Mobilfunk-Abdeckung im Landkreis in der Fläche und bei der Kapazität. Die Standorte stehen in folgenden Gemeinden: Adelebsen, Bad Sachsa, Bühren, Duderstadt (2), Friedland (Deiderode), Gieboldehausen, Göttingen, Hattorf, Rhumspringe, Rollshausen, Rosdorf, Seulingen und Waake. Der Standort in Friedland diene zudem der Versorgung entlang der Autobahn 7, der Standort in Göttingen der Versorgung entlang der Bahnstrecke Hannover-Würzburg.

Insgesamt betreibe die Telekom nun 93 Standorte im Landkreis Göttingen, die Abdeckungsquote liege bei etwa 98 Prozent. Bis 2022 sollen weitere 22 Standorte hinzukommen. Zusätzlich seien an 13 Standorten Erweiterungen mit LTE geplant. Wer eine Fläche für einen Dach- oder Mast-Standort anbieten möchte, kann sich an die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm (www.dfmg.de) wenden. Sie mietet geeignete Flächen an. Der LTE-Ausbau sei auch deshalb wichtig, weil alle Standorte im zukünftigen 5G-Netz genutzt werden, so die Telekom.

Von Nora Garben

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