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Friedland 25 Bugz rocken das Verstärkermuseum in Reckershausen
Die Region Friedland 25 Bugz rocken das Verstärkermuseum in Reckershausen
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18:18 09.12.2018
Die Band "25 Bugz" hat im Marshall-Amp-Museum zugunsten der Hilfsaktion „Keiner soll einsam sein“ gespielt. Quelle: Niklas Richter
Reckershausen

Stimmiger hätte das Ambiente nicht sein können. Umgeben von Boxen und Verstärkern als stummen Zeitzeugen vergangener Röhren-Seligkeit hat die Band 25 Bugz am Sonnabend das Marshall-Amp-Museum in Reckershausen gerockt. Die für ihre druckvollen Interpretationen von Hard- und Bluesrock-Klassikern bekannten Urgesteine der Göttinger Musikszene spielten dort das zweite Jahr in Folge einen Weihnachtsgig zu Gunsten der Tageblatt-Aktion „Keiner soll einsam sein“.

Spendenergebnis vom Vorjahr übertroffen

Nicht nur die musikalische Messlatte hatte die Band 25 Bugz im Vorfeld ihres Auftritts in Reckershausen hoch gesetzt. Die Bandmitglieder wollten auch das Spendenergebnis des Vorjahres toppen. Das ist gelungen. „Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, sagt Gitarrist Hans „Funkydoc“ Rolf. Als Reinerlös aus Eintritt und Getränkeverkauf sowie der Spendenbox seien 2017 Euro für die Tageblatt-Weihnachtshilfsaktion „Keiner soll einsam sein“ zusammengekommen – nach knapp 1600 Euro im Vorjahr.

Die umgebaute Fachwerkscheune mit geräumiger Galerie, in der Marshall-Fan Siegbert Merker (57) zwischen Stones-Zunge und Hendrix-Porträts seine in Jahrzehnten gesammelten Gitarren-Verstärker ausstellt, füllte sich schnell. Seit Sänger Hanjo Renneberg, Bassist Ulli Herzog , Gitarrist Hans J. Rolf, Sönke Henning (Gitarre, Gesang) und Uwe Lenz (Schlagzeug) vor knapp neun Jahren zusammengefunden haben, hat sich eine kleine Fangemeinde gebildet. Alle „Bugz“ haben langjährige Bühnenerfahrung und schon in diversen Bands (Panzerknacker, Better Days, Bestb4) mitgewirkt. So homogen ihr Sound klingt, so unterschiedlich sind die musikalischen Wurzeln. Rolf kommt ursprünglich aus der Jazzrock- und Funkecke, Herzog war in der Folk-Szene unterwegs, kennt Hannes Wader und war mit Schobert & Black befreundet.

Konzertimpressionen aus Reckershausen

Das Repertoire der 25 Bugz (benannt nach den 25 Euro, die früher jeder für den Übungsraum zahlen musste) reicht von AC/DC bis ZZ Top, von Jimmy Hendrix bis Bon Jovi. Die Bandmitglieder sind 50 bis 70 Jahre alt, stecken aber voller TNT, sobald sie zu ihren Instrumenten greifen. „Wenn die Leute Tanzmusik erwarten, liegen sie daneben“, sagt Herzog, der ein schwarzes T-Shirt mit dem Aufdruck „Bassists against Racists“ trägt: „Wir sind hart und laut.“ Dafür haben sie ein Publikum gefunden, das das zu goutieren weiß. „Da ist ja unsere Lieblingsband“, hieß es gleich mehrmals beim Einlass. Mehr als 150 Besucher genossen das Konzert in familiärer Atmosphäre und Hochstimmung – statt der Aufforderung des Openers „Get down“ zu folgen. Im grellen Hawaiihemd bewies Frontmann Hanjo „The Voice“ einmal mehr, wie stark seine Rock-Röhre an AC/DC erinnert. Und dass die Band nicht nur covert, sondern auch interpretiert. Selbst der Beatles-Song „Come together“ klingt bei den 25 Bugz so, als ob ihn die nach Gleich- und Wechselstrom benannten australischen Antipoden spielen würden.

Für eine besondere Note sorgten mehrere Gastmusiker und Background-Sängerinnen, die bei ausgewählten Songs Akzente setzten. Dazu gehörten Karo Stieg, Meike Rosbach und Ute Anklamm ebenso wie die ansonsten bei der Duderstädter Combo Intense mitmischenden Musiker Albert Nörthemann (Keyboard), Peter Wyglendatz (Trompete), Christine Lindner (Posaune) sowie Carola Müller und Marina Paaschen (Saxofon). In kraftvollen Interpretationen wurde ein Bogen gespannt, der von den Blues Brothers bis zur Bluesrock-Legende Gary Moore, von Deep Purple bis Whitesnake, von Ufo bis Steamhammer reichte. Auch Straßen haben es der Band angetan. „Highway to Hell“ fehlte ebensowenig wie „Reeperbahn“ als einziger deutschsprachiger Song und Stimmungsanheizer.

Als Stimmungsverstärker wirkte auch die außergewöhnliche Location mit musealem Charakter. Landwirt Siegbert Merker, der mit einer Spendenbox durchs Publikum ging, hat sich zwischen Ziegelwänden, Balken und Verglasungen in der umgebauten Scheune neben seinem Geburtshaus einen Jugendtraum erfüllt. Rund 130 Marshall-Verstärkerboxen (darunter von The Who genutzte) hat er dort zusammengetragen, die Sammlung seit 2012 als öffentliches Museum zugänglich gemacht. Die Verstärkerkäufe haben er und seine Frau Iris mit europaweiten Städtereisen verbunden, dabei so manches Schnäppchen gemacht. „Ende der 1980er-Jahre gab es alte Röhrenverstärker für einen Appel und ein Ei, weil alle nur noch Transistor-Verstärker wollten“, erzählt er: „Heute sieht das wieder ganz anders aus.“

Von Kuno Mahnkopf

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