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Friedland Wie soll der Museumsneubau in Friedland aussehen? Ideensuche vor Abschluss
Die Region Friedland Wie soll der Museumsneubau in Friedland aussehen? Ideensuche vor Abschluss
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20:12 01.12.2019
Langgestreckt wird er sein, der Neubau des Museums Friedland. Im Vordergrund verläuft die Bahnlinie, im Hintergrund liegt das Grenzdurchgangslager. Quelle: R
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Friedland

Das Museum Friedland soll um einen Neubau erweitert werden. Während die Projektierung für das Gebäude vorliegt, steht die Gestaltung und Nutzung der Räume noch nicht endgültig fest. In insgesamt neun regionalen Workshops sind seit August Themen für die Erweiterung benannt worden. Die Teilnehmer dachten über neue Angebote nach, brachten eigene Ideen ein. Nun sei es an der Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen, heißt es im Programmheft des Museums. Eigentlich sollten am Sonntag, 1. Dezember, im Grenzdurchgangslager (GDL) die Ergebnisse der verschiedenen Workshops vorgestellt werden. Das passierte zum Teil auch. Da aber zahlreiche neue, erst am Donnerstag angereiste Bewohner bei dem öffentlichen Termin zugegen waren, geriet er quasi zu einem weiteren Workshop.

Ziel ist ein lebendiges Museum

Was prinzipiell ganz im Sinne der Museumsleitung und des beauftragten kuratierenden Unternehmens „Die Exponauten“ mit Sitz in Berlin ist. „Wir wollen das Museum noch größer machen, dazu brauchen wir Ihre Hilfe“, sagte Exponauten-Chef Joachim Baur am Sonntag nicht zum ersten Mal. Entstehen soll nämlich ein Haus, in dem sich Menschen treffen und ihre Geschichten erzählen, ein überaus lebendiges Museum also. In dem neuen Museumsteil sollen Gegenwart und Zukunft der deutschen Migrationsgesellschaft im Fokus stehen, heißt es.

Joachim Baur (li.) und Miriam Trostorf (3. von li.) vom Büro Die Exponauten erklärten am Sonntag mit Hilfe von Dolmetschern den neuen Bewohnern des Grenzdurchgangslagers das Anliegen. Quelle: Meinhard

Seit vier Monaten sind die Planer dabei, möglichst mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Das geschah vor allem mit Hilfe der Workshops. So gab es ein Treffen mit Vertretern Friedlands und interessierten Bürgern aus der Region, ein Treffen in Göttingen, mit dem Ziel, Ehrenamtliche zu gewinnen sowie ein Treffen von Mitarbeitern des GDL und auf dem Gelände tätigen Organisationen wie der Caritas , den Maltesern und der Inneren Mission.

Am Sonntag dabei war unter anderem Martin Weimann von der Caritas. Der Wohlfahrtsverband befürworte und unterstütze eine engere Vernetzung mit dem Museum, sagte er. „Es geht um Teilhabe für die Bewohner, indem eine Plattform geschaffen wird. Eine Plattform für Begegnung, für Veranstaltungen, für Kreativität – vielleicht mit einem Atelier. Ich finde das super“, betonte der Caritas-Mitarbeiter.

„Meine Geschichte erzählen“

Der Bau des Friedländer Museums Teil zwei könnte nächstes Jahr beginnen, spätestens 2024 soll das Haus fertig sein. Entstehen wird es in unmittelbarer Nähe des GDL, in Höhe des Hauses 4, direkt an der Bahnlinie FriedlandGöttingen.

Seit drei Jahren gibt es das Museum Friedland. Es ist im alten Bahnhofsgebäude untergebracht, relativ klein, aber außerordentlich modern eingerichtet und sehr informativ. Quelle: Meinhard

Beim Treffen am Sonntag konnten sich die Gäste über die bisher unterbreiteten Ideen informieren. Vorgeschlagen werden: „Touren durch Friedland“, „Künstler einladen“, „Meine Geschichte erzählen“, „Feste feiern“, „Sprachen lernen“. In Veranstaltungen thematisiert werden könnten „Heimweh“, „Isolation“, „Ungleichheit“, „Biografien von Migranten“, „Fluchtursachen“ und: „Wie ist das eigentlich – das Leben im Lager?“

Nach Recherchen des Tageblatts ist die Finanzierung des Bauprojektes gesichert, Geldgeber ist das Land. Offen ist hingegen, wer die Gestaltung der Räume umsetzt. Möglich, dass Die Exponauten damit beauftragt werden, denn im Beraten von Museen und Kultureinrichtungen, insbesondere bei den Themen Migration, kulturelle Vielfalt und Menschenrechtsbildung, liegen die Stärken des Berliner Büros, wie das Unternehmen versichert.

Umfassende Bürgerbeteiligung

Das Konzept für den Erweiterungsbau des Museums Friedland wird mit umfassender Bürgerbeteiligung erarbeitet, das ist einmalig für ein solches Projekt. Das neue Gebäude soll zwischen dem Bahnhof und dem Grenzdurchgangslager Friedland entstehen. Geplant ist ein modernes Besucher-, Medien- und Dokumentationszentrum mit einer Ausstellungsfläche von rund 800 Quadratmetern sowie Seminar-, Bibliotheks- und Büroräumen. Bislang hat das 2016 eröffnete Museum, das die Geschichte des Lagers dokumentiert, nur das historische Bahnhofsgebäude zur Verfügung. 2011 wurde Friedland eine der Erstaufnahme-Stellen des Landes Niedersachsen für Asylsuchende. Flüchtlinge aus sogenannten humanitären Aufnahmeprogrammen wie etwa aus Syrien werden ebenfalls in dieser Einrichtung registriert und dann auf andere Bundesländer weiter verteilt. Das Grenzdurchgangslager nimmt zudem bis heute alle in die Bundesrepublik einreisenden Spätaussiedler und jüdischen Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion auf.

Von Ulrich Meinhard

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