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Friedland Beim Holzhacker-Dreikampf fließt der Schweiß in Strömen
Die Region Friedland Beim Holzhacker-Dreikampf fließt der Schweiß in Strömen
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19:58 18.08.2019
Holzhacker beim Sportfest in Groß Schneen. Quelle: Scharf
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Groß Schneen

Zehn, neun, acht .... Der Countdown schallt am Sonntagnachmittag laut über den Groß Schneer Sportplatz. Bei Null schnappen sich die ersten vier Teams die Säge, rücken sich den Stamm zurecht und beginnen mit der schweißtreibenden Arbeit. Die Regeln: Ein Eschenstamm muss in neun gleich große Abschnitte gesägt, danach die Stücke in Scheite gehackt und diese dann in Pyramidenform aufgeschichtet werden.

Doch anders als dem modernen Waldarbeiter steht den Männern in Groß Schneen keine Motorsäge, sondern lediglich die traditionelle Schrotsäge zur Verfügung. „Das Ding hat man ja nicht jeden Tag in der Hand“, sagt Organisator Laurent Matthies, nachdem er seinen Wettkampf beendet hatte und wieder zu Atem gekommen war. Gemeinsam mit seinem Vater hat er den Holzhackwettbewerb für das 111. Vereinsbestehen organisiert und vorbereitet.

Holzhack-Wettbewerb in Bildern

Endlich Revanche?

Die Idee stammt aus der jüngeren Vereinsgeschichte. Zum 100-Jährigen hatten sich die Groß Schneer erstmalig an die Säge gewagt. Damals war die Überlegung, mal etwas anderes als nur Fußballturniere zu veranstalten. Die Resonanz war groß und das Ergebnis blieb lange Zeit in Erinnerung. Denn die damals nur knapp unterlegenen Zweitplatzierten mussten sich lange hämische Kommentare anhören, erzählt Matthies. Jetzt sollte es endlich Revanche geben.

Während alle Sportfestbesucher sich um die Wettkampffläche drängen, kämpfen einige Teams mehr mit dem historischen Arbeitsgerät als gegen die anderen Mannschaften. Trotz aller Kraftanstrengung will sich das lange Blatt einfach nicht gleichmäßig durch das Holz bewegen. Mit der Zeit steigt nicht nur der Puls, sondern auch die Frustration. Während bei den anderen Teams die Abschnitte unter dem Jubel des Publikums auf den Rasen purzeln, will der eigene Stamm einfach nicht kleiner werden.

Im Vorfeld heimlich trainiert

Gleichzeitig ist anderen deutlich anzumerken, dass sie im Vorfeld offensichtlich heimlich trainiert haben. Die Abläufe wirken abgestimmt, die Bewegungen sind gleichmäßig. Aber die eine richtige Technik gibt es scheinbar nicht. Während die einen im Sitzen arbeiten, beugen sich die anderen über den Stamm, wieder andere knien. „Der Rhythmus ist das Wichtigste“, weiß Matthies.

Tatsächlich ist das Ergebnis dann am Besten, wenn die beiden Partner abwechselnd locker am Griff ziehen. Und so ist das Nachwuchsteam mit zwei eher schmächtig wirkenden Jungs einigen muskulöseren Gegnern klar überlegen. „Die sind eingespielt, die sind jede Woche zusammen im Wald“, erklärt der Organisator dem beeindruckten Zuschauer.

Die Scheite fliegen

Im zweiten Arbeitsgang, wenn die Männer die Säge gegen die Axt tauschen, wird deutlich, weshalb zu Beginn des Wettkampfs ein Sicherheitsabstand eingerichtet wurde. Die Scheite fliegen nur so über den Platz. Hier lassen sich wichtige Sekunden im Kampf um den Einzug ins Halbfinale aufholen. Entsprechend hektisch geht es zu und entsprechend häufig geht ein Raunen durch die Zuschauerreihen. Die gute Nachricht: Bis auf einige kleine Kratzer bleibt der Wettbewerb unblutig.

Die abschließende Bilanz: Der drohende Regen blieb aus, der Wind konnte nur den Zelten auf dem Sportplatz nicht aber der Stimmung etwas anhaben und bejubelt wurden am Ende alle 16 Teilnehmer. Aber was wurde aus den Rivalen des Wettbewerbs vor elf Jahren? Die waren diesmal ganz harmonisch als ein Team angetreten.

Von Markus Scharf

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