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Friedland Heidkopftunnel wird ein Fall für den Landtag
Die Region Friedland Heidkopftunnel wird ein Fall für den Landtag
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18:00 11.03.2019
Der Heidkopftunnel muss nach 13 Jahren saniert werden. Quelle: dpa
Friedland

Das Problem: Der Unterbau der Fahrbahn löst sich auf der gesamten Strecke von 1,7 Kilometern auf. In der Konsequenz könnten die 30 Zentimeter dicken Betonplatten brechen und den Tunnel unpassierbar machen. Erste sichtbare Schäden wurden bereits durch eingespritztes Harz vorübergehend beseitigt. Eine Dauerlösung sei das aber nicht, sagt Udo Othmer, Leiter der zuständigen Niedersächsischen Landesverkehrsbehörde mit Sitz in Bad Gandersheim.

Eigentlich sei die Straße mit 13 Jahren noch zu jung für eine Grundsanierung. Im Straßenbau kalkuliere man mit einer Haltbarkeit von 20 Jahren, so der Fachmann. Ursachen für den Schaden wurden bislang nicht ermittelt. Ein Gutachten schließt zwar Baufehler nicht aus, benennt aber keine Schuldigen. Zudem bestünde nach so langer Zeit ohnehin kein Anspruch auf Regress, erklärt Othmer. Und so bleiben die geschätzten Kosten von drei Millionen Euro beim Bund.

30 000 Fahrzeuge pro Tag

Doch weniger die Finanzierung als mehr die Umsetzung der Sanierung erhitzt vor Ort die Gemüter. Sollte nämlich, wie angekündigt, der Tunnel für mehrere Monate gesperrt werden, fließt der gesamte Verkehr – nach jüngsten Messungen etwa 30 000 Fahrzeuge pro Tag – durch die umliegenden Ortschaften. Die Konsequenzen kennen die Anwohner bereits durch die bisherigen knapp 30 Sperrungen. Verstopfte Straßen, Schwerlastverkehr in engen Ortslagen und kilometerlange Staus.

Die Lösungsvorschläge: Derzeit sitzen die Verantwortlichen aus drei Bundesländern regelmäßig zusammen, um eine Lösung zu finden, die den Ansprüchen aller Beteiligten möglichst gerecht wird. Allerdings wird diese Suche noch zusätzlich durch eine weitere Baumaßnahme erschwert. Ein Brückenbauwerk auf der Bundesstraße 80 muss ebenfalls erneuert werden. Und bis das passieren kann, dürfen hier nur noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen fahren. Damit fällt diese Strecke als mögliche Umleitung für die Tunnelsperrung aus.

Drei Varianten

Drei Varianten werden derzeit diskutiert. Da wäre zunächst einmal der Bau einer Behelfsausfahrt in der Gemarkung Niedergandern/Reckershausen. Der Vorteil: So wäre eine kurze Umleitung bis zur nächsten Auffahrt in Arenshausen ohne Ortsdurchfahrten möglich. Der Nachteil: Das Verfahren für den Bau einer solchen Auffahrt würde viel Zeit in Anspruch nehmen. Variante zwei sieht vor, beide Fahrrichtungen in einer Röhre des Tunnels zusammenzulegen. Gegen diese Lösung spricht, dass der Tunnel für diese Nutzung nicht ausgelegt ist. In Variante drei müsste der Verkehr über die L 566 und die alte B 27 durch Reckershausen und Friedland fließen.

Die Bedenken: Der Verkehr wird auch in anderen Ortschaften landen, weiß Andreas Friedrichs aus Erfahrung. Friedlands Gemeindebürgermeister hofft, dass die Planer Brücken- und Tunnelbau zeitlich entzerren. „Wenn das zeitgleich stattfindet, sind wir hier nah am Chaos.“ Beim Bau einer Behelfsausfahrt warnt der Gemeindebürgermeister zudem vor der Hochwasserproblematik. „Da können sich die Anwohner überlegen, ob sie lieber Verkehr oder Wasser im Dorf haben wollen.“ Seine Hoffnung: Großräumige Umleitungen und viel Zeit zwischen den beiden Baustellen.

Kleine Anfrage im Landtag

Als nächstes wird sich die Landesregierung in Hannover mit dem Problemtunnel befassen müssen. Der Göttinger Abgeordnete Stefan Wenzel (Grüne) hat sich mit 13 Fragen an das zuständige Ministerium gewandt. Bevor er darauf konkrete Anworten erhält, werden wohl noch einige Fahrzeuge durch die Tunnel fahren.

Von Markus Scharf

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