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Friedland "Hier geht es um Millisekunden"
Die Region Friedland "Hier geht es um Millisekunden"
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13:03 30.01.2017
Robin Wieland an seinem Arbeitsplatz Quelle: sw
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Friedland

Das Studio im Keller seines Elternhauses ist nicht größer als zehn Quadratmeter. Hier stehen Synthesizer, ein übergroßer Monitor und Lautsprecher, die eine ganze Halle beschallen könnten. Der 22jährige Wieland verbringt hier viele Stunden täglich. Immer ist er auf der Suche nach dem besten Klang, dem perfekten Ton.

Mit zehn Jahren bekam Wieland Keyboard- und Klavierunterricht. Bald entdeckte er seine Vorliebe für elektronische Musik und sparte auf den ersten eigenen Synthesizer. „Ich habe mit 14 Jahren meine ersten Stücke geschrieben und die Sounds am Computer eingespielt“. Bald folgte die Anschaffung eines Hochleistungs-PCs und mit ihm die Möglichkeit, verschiedene Tonspuren, Geräusche und Effekte übereinander zu legen.

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Bereits ein Jahr später meldete sich der Künstler auf der Online-Plattform SoundCloud an. Dort können Musiker ihre Stücke zum Herunterladen anbieten. Gleichzeitig bekam er erste Anfragen zur Vertonung von Imagefilmen lokaler Unternehmen.

Partner aus Kassel

Vor zwei Jahren lernte er schließlich Andreas Friedrichs, Produzent und Sounddirektor der Kasseler Firma Jakale Film, kennen. Sie arbeiteten gemeinsam am Filmprojekt „No hate“, in dem Uwe Ochsenknecht und Laura Berlin die Hauptrollen spielen. Im Mittelpunkt des Antikriegsfilms steht ein Tagebuch, das ein deutscher Soldat an der Ostfront verliert.

Auch am aktuellen Projekt der Jakale Film arbeitet Robin Wieland aktiv mit. „EneMe“ beschreibt die schwierige Beziehung zwischen zwei Brüdern im Umfeld von Mafia und Drogen. Er komponiert die Hintergrundmusik zu zahlreichen Szenen, in denen Udo Schenk, Thure Riefenstein und Dennis Mojen spielen. „Ich bekomme Filmausschnitte und Anweisungen des Regisseurs geliefert“, so Wieland. Dann beginnt seine Arbeit: Die Dramaturgie der einzelnen Szene muss herausgestellt, Effekte wie Regen und Kirchglocken eingearbeitet werden. „Hier geht es um Millisekunden, die passen müssen.“

Für die Zukunft hat der 22jährige BWL-Student klare Vorstellungen. „Ein eigenes Label, unter dem ich meine Musik vermarkten kann“. Dafür strebt der gelernte Bankkaufmann in naher Zukunft eine Firmengründung mit seinem Bruder an: „Ich arbeite darauf hin, dass ich von der Musik leben kann.“ sw