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Friedland Lagerkapelle wird Pilger- und Radwegekirche
Die Region Friedland Lagerkapelle wird Pilger- und Radwegekirche
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16:32 26.06.2019
Die Lagerkapelle in Friedland ist jetzt auch Pilger-und Radfahrerkirche. v.l.: Lagerleiter Heinrich Hörnschemeyer, Referent für Kirche und Tourismus Jürgen Lojowsky, Bürgermeister Andreas Friedrichs, Thomas Harms Lagerpastor und Geschäftsführer Innere Mission, Quelle: Christina Hinzmann
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Friedland

Die evangelische Lagerkapelle Friedland ist seit Mittwoch Pilger- und Radwegekirche.

„Die kleine Kapelle des Friedländer Grenzdurchgangslagers liegt am 300 Kilometer langen Pilgerweg, der die ehemaligen Zisterzienser-Klöster im niedersächsischen Loccum und im thüringischen Volkenroda miteinander verbindet“, erklärte der Hildesheimer Diakon Jürgen Lojowsky, der beim Haus kirchliche Dienste im Fachbereich Kirche im Tourismus tätig ist. Außerdem führe an der Kapelle der Harz-Heide-Radweg vorbei. Weil es immer wieder Pilger und Radfahrer gebe, die sich für das Lager interessierten, habe die Kapelle nun auf Initiative von Lagerpastor Thomas Harms die beiden Zusatzbezeichnungen erhalten.

Verlässlich geöffnete Kirche

„Zudem ist sie von jetzt an offiziell als verlässlich geöffnete Kirche registriert, die werktags von 8 bis 17 Uhr besucht werden kann“, sagte Lojowsky. Mehr als 800 solcher Gotteshäuser gebe es in Deutschland.

Eine Tafel mit den drei Signets enthüllte Lojowsky gemeinsam mit Harms während einer Feierstunde. Die historische Holzbaracke, das Haus 20 des 1945 entstandenen Lagerkomplexes, erhalte demnächst noch vier stabile Fahrradständer, kündigte Harms an. Besucher fänden in der 1949 eingeweihten Kapelle einen Ruhe- und Rückzugsraum, einen Ort der inneren Einkehr. Wer wolle, könne seine Wasserflasche im Gebäude der von ihm geleiteten Inneren Mission auffüllen. Deren 25 Mitarbeiter, kleideten die Lagerbewohner unter anderem ein, sorgten für den Schulbedarf der Kinder, betrieben eine Vorschule und ein Kinderhaus, berieten in Asylverfahren und dolmetschten.

Einziges Grenzdurchgangslager mit eigenem Gotteshaus

„Wir sind das einzige Grenzdurchgangslager in Deutschland mit eigener Kirche“, betonte Harms. Die Lagerkapelle sei eine „Kirche für andere“, ein Gotteshaus, das nicht nur Lutheranern offenstehe. Seine Pfarrgemeinde habe immer „über den Tellerrand der eigenen Betriebsamkeit“ geblickt. Auch Pilger und Radfahrer begrüßten sie immer wieder. Erst am Mittwochmorgen habe eine Radlergruppe die Kapelle besucht. Die Rentner hätten einst als Spätaussiedler einige Wochen in Friedland verbracht.

Keine Eingangskontrolle

„Unser Lager ist frei zugänglich; es kommt ohne Zäune und Eingangskontrollen aus“, betonte Standortleiter Heinrich Hörnschemeyer, der die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Niedersachsen führt. Er setze auf Offenheit. Friedländer könnten auf dem Weg zum Bahnhof die Abkürzung durchs Lager nehmen. Besucher dürften sich die Glocke der Freiheit anschauen, die sogenannte Nissenhütte besichtigen, die vom Museum Friedland betreut werde, oder das Gotteshaus aufsuchen.

Belebung des Fremdenverkehrs

„Die offizielle Widmung der Kapelle für Radfahrer und Pilger wertet Friedland touristisch auf“, erklärte Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs (SPD). Eine Hand voll Pilger übernachte regelmäßig im Ort. Im Sommer besuchten verstärkt Radfahrergruppen Friedland, die für Umsatz in den Biergärten sorgten. Oft reisten sie mit dem Zug an. Die politische Gemeinde wolle besser über die interessanten Punkte in den Ortsteilen informieren. Für Mitte Juli sei ein neuer Internetauftritt für Touristen geplant.

Die britische Besatzungsmacht hat das Lager 1945 auf einem Gelände errichtet, das von der Universität Göttingen als landwirtschaftliche Versuchsanstalt genutzt worden war. Zunächst erhielten dort ehemalige Wehrmachtsoldaten ihren offiziellen Entlassungsschein aus dem Militärdienst. Später nahm das Grenzdurchgangslager vertriebene Deutsche aus den ehemals deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland auf.

Von Michael Caspar

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