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Friedland „Klein Schneen mobil“: Verein trotz Anfangsschwierigkeiten gut gestartet
Die Region Friedland „Klein Schneen mobil“: Verein trotz Anfangsschwierigkeiten gut gestartet
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08:00 24.01.2020
Albrecht Baetge und Alexander Jühne präsentieren das Fahrzeug an seiner neuen Ladestation. Quelle: Wölk
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Klein Schneen

Im November 2018 ist die Gruppe „Klein Schneen Mobil“ als Sieger des Wettbewerbs „Unser Dorf fährt elektrisch“ im Bereich der Leader Aktionsgruppe Göttinger Land gekürt worden. Als Belohnung erhielt die Gruppe einen Zuschuss in Höhe für die Anschaffung eines E-Autos und 2000 Euro für die Anschaffung einer Ladesäule.

Nach dem Sieg im Wettbewerb erfolgte dann am 25. Januar 2019 die Gründung des Vereins Klein Schneen mobil. Dessen Geschäftsführer ist Alexander Jühne. Er war es auch, der die Mitglieder der Arbeitsgruppe darauf hinwies, dass die Gründung eines Vereins wichtig sei, um unter anderem rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Zu den Fragen, die die Vereinsmitglieder klären mussten, gehörten unter anderem die Gestaltung des Mitgliedsbeitrags und die Preisgestaltung der Fahrtkosten. „Dies waren auch schon Themen, als wir noch als Gruppe agiert haben“, berichtet Jühne, und zeigt damit auf, dass die Arbeit der Gruppe im Verein fortgesetzt wurde.

Nach der Vereinsgründung, der Verein wurde mit 16 Personen gegründet, hatten die Mitglieder dann damit zutun, dass passende Auto zu finden. „Hier gab es verschiedene Meinungen, aber am Ende haben wir uns für den Renault Zoe entschieden“, erklärt Jühne. Finanzielle Unterstützung erhielt der Verein auch von der Gemeinde Friedland, hier gewährte die Mitglieder des Gemeinderates einen Zuschuss von 10 000 Euro. „Diese war gut, auch um erste notwendige Anschaffungen für den Verein tätigen zu können“, sagt Jühne. Für die erhaltende Unterstützung erstatte der Verein der Gemeinde regelmäßig bericht über seine Tätigkeit.

Reichweite von 250 Kilometern

Seit ersten Juli steht das Auto den Mitgliedern zur Verfügung. Zu finden ist es in einer angemieteten Garage auf dem Gutshof Möhlmann, Friedländer Straße 17. Das Auto verfügt über vier Sitze und hat eine ungefähre Reichweite von etwa 250 Kilometern. „Bei dem Wagen handelt es sich um ein ausgereiftes Elektrofahrzeug“, berichtet Jühne. Ein Jahr nach der Gründung verfügt der Verein über 30 Mitgliedschaften. Eine Mitgliedschaft bei Klein Schneen mobil kann als Einzelmitgliedschaft für 20 Euro im Quartal oder als Gemeinschaftsmitgliedschaft für 30 Euro im Monat abgeschlossen werden. Letztere umfasst bis zu fünf Mitglieder im Haushalt.

Jedes Mitglied von „Klein Schneen mobil“ im Alter ab 18 Jahren darf den Wagen fahren, sofern ein Führerschein der Klasse B (früher Klasse 3) vorhanden ist. Auch begleitetes Fahren ab 17 Jahren ist möglich. Nichtmitglieder dürfen nach der Vereinssatzung zwar mitfahren, aber nicht selbst ans Steuer. Für die älteren Menschen im Dorf, die sich nicht mehr selbst ans Steuer setzen wollen ohne keinen Führerschein haben, bietet der Verein auch einen Fahrdienst beispielsweise zum Arzt oder zum Einkaufen an. Wer das Auto für eine Fahrt buchen möchte, der kann dies mittlerweile auch über eine Buchungssoftware auf der Internetseite des Vereins machen. „Da haben wir ein wenig gesucht, bis wir etwas Passendes gefunden haben“, sagt Jühne.

Ablauf und Kosten der Ausleihe

Zum Ausleihen des Wagens nimmt der Fahrer, nach vorher erfolgter Buchung über das Buchungssystem, einfach den Schlüssel aus dem Tresor, zieht das Ladekabel ab und kann direkt losfahren. Beim Zurückbringen wird das Auto in die angemietete Garage gestellt, das Ladekabel wieder angeschlossen und der Schlüssel wieder in den Tresor gelegt. Die Kosten für die Nutzung liegen bei zwei Euro für 30 Minuten in der Zeit von 6 bis 21 Uhr. Von 21 bis 6 Uhr ist es ein Euro die Stunde.

Für die Nutzung des Fahrdienstes werden zwei Euro berechnet. Die Kosten für die Nutzung werden nach Angaben des Vereins im Folgemonat vom vorher angegeben Konto abgebucht. Wenn andere Vereine aus Klein Schneen das Fahrzeug für ihre Zecke nutzen wollen, dann kann dies kostenlos getan werden. „Wir würden uns freuen, wenn die Vereine von dieser Option häufiger Gebrauch machen würden“, sagt der Vorsitzende von „Klein Schneen Mobil“, Albrecht Baetge.

Ladeinfrastruktur endlich da

Das Auto sei in Klein Schneen gut angenommen worden, und sei im Durchschnitt am Tag zwischen zwei und vier Stunden im Einsatz. Glücklich sind Jühne und der Vorsitzende des Vereins Albrecht Baetge darüber, dass jetzt auch die Ladeinfrastruktur funktioniert. Denn erst seit Mitte Dezember ist die sogenannte Wallbox in der Garage installiert –bis dahin musste das E-Mobil über die normale Steckdose geladen werden, was ein langwieriger Prozess war.

Für das neue Vereinsjahr haben die Vorstandsmitglieder mehrere Projekte, die sie umsetzen wollen. Zum einen sollen Bäume gepflanzt werden und zum anderen denkt der Verein über die Anschaffung eines E-Rollers nach. Außerdem ist ein Tag der offenen Tür in Planung und das Fahrzeug soll bei Veranstaltungen im Ort präsentiert werden.

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Von Vera Wölk

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