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Friedland Klein Schneer wollen Förderprojekt
Die Region Friedland Klein Schneer wollen Förderprojekt
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00:26 10.03.2018
Parkplatz mit Ladesäule für Elektrofahrzeuge Quelle: dpa
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Klein Schneen

„Wir sind vom Busverkehr weitgehend abgeschnitten“, berichtet AG-Mitglied Christian Mogge. So nähmen Berufstätige für die Fahrt zur Arbeit in Göttingen oder Witzenhausen das Auto. Viele Eltern brächten ihre Kinder mit dem Wagen zur Grundschule nach Friedland. Dort und in Groß Schneen werde eingekauft, da es im Ort selbst – vom rollenden Supermarkt und rollenden Fleischer abgesehen – kein Geschäft gebe. Andere führen zum Einkaufen nach Rosdorf oder Göttingen.

Zweit- und Drittwagen

„Viele Familien im Ort haben daher zwei, manche auch drei Wagen“, berichtet AG-Mitglied Uwe Schwabe. Weil das teuer und nicht gerade umweltfreundlich sei, habe sich die AG unter Leitung von Albrecht Baetge gebildet. Den Anstoß, so Mogge, habe der Ortsrat gegeben. Von ihm sei Ende vergangenen Jahres schon einmal eine Veranstaltung über das Projekt „Unser Dorf fährt elektrisch“ durchgeführt worden. Das Projekt werde mit sogenannten Leader-plus-Mitteln zur Entwicklung des ländlichen Raums gefördert.

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Projektmanagerin Finja Mieth

Bei der zweiten Veranstaltung, die nun von der AG organisiert worden ist, stellte Projektmanagerin Finja Mieth das E-Carsharing 25 Bürgern im Sporthaus vor. Mit 40 Nutzern lasse sich das Projekt umsetzen, erklärte sie. Vorurteile über Elektroautos versuchte das Autohaus Hermann zu entkräften, das so einen Wagen mitgebracht hatte. Über einen möglichen Stellplatz hat sich die AG bereits Gedanken gemacht. „Es könnte vor dem Gebäude des Wasserverbands Leine-Süd am Lehmkuhlenweg 6 stehen“, sagt Schwabe. Dort ließe sich eventuell auch eine Ladesäule einrichten. Der Verband plane auf seinem Gebäudedach eine Photovoltaik-Anlage. Es habe erste Gespräche gegeben.

Geteilter Kalender statt WhatsApp-Gruppe

„Wir fahren mehrgleisig“, betont Mogge. Sie hätten bereits mit einer digitalen Mitfahrzentrale, einer WhatsApp-Gruppe, experimentiert. Sie sei aber zu unübersichtlich gewesen. So habe AG-Mitglied Annette Werner die App Timetree als Alternative vorgeschlagen. Nach einem Probelauf sei er nun freigeschaftet. „Der geteilte Kalender ist nicht optimal für unsere Zwecke geeignet, aber für den Anfang ok“, meint der Administrator, AG-Mitglied Marcel Schneider. Er sei nur für Bewohner aus dem Ort gedacht, damit sich dort nicht Einbrecher über die Abwesenheit von Personen informieren könnten.

Mitfahrbänke

„Die AG plant zudem Mitfahrbänke oder Mitfahrtreffs an den Ortsausgängen Richtung Friedland und Richtung Göttingen“, sagt Mogge. Dort herrsche zu den Hauptzeiten viel Verkehr. Die Koordination liege bei AG-Mitglied Rolf Gruschinksi. Als nächster Schritt sollten nun unter den 550 Einwohnern Fragebögen verteilt werden. So wollten sie den Bedarf klären. Schon jetzt gebe es einen positiven Effekt. Klein Schneer würden generationenübergreifend zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

Das Projekt „Unser Dorf fährt elektrisch“ ist Teil eines Wettbewerbs der Leader-Regionen Harz-Weser-Land, Göttingen-Land und Osterode. Bewerben können sich Arbeitsgruppen mit einem Konzept, das auf die Bedürfnisse ihres Orts zugeschnitten ist. Die Dörfer mit den besten Nutzungskonzepten erhalten 12.000 Euro Zuschuss für die Installation einer Ladesäule und einen Autoleasing-Zuschuss von 7000 Euro. Die Zweit- und Drittplatzierten werden bei der Errichtung der Ladeinfrastruktur unterstützt.

Von Michael Caspar

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