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Friedland Die gute Nachricht beim Neujahrsempfang: Es gibt weicheres Wasser
Die Region Friedland Die gute Nachricht beim Neujahrsempfang: Es gibt weicheres Wasser
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20:21 19.01.2020
Neujahrsempfang der Gemeinde Friedland im überfüllten Sporthaus Ballenhausen. Quelle: Scharf
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Ballenhausen

Das Bild war für einen Neujahrsempfang ungewöhnlich. Statt des gewohnten Anblicks des bekannten Gemeindebürgermeisters Andreas Friedrichs (SPD) standen am Sonntagmorgen zwei junge Männer am Rednerpult. Veit Eder und Jannis Hoppe haben ihre Ausbildung in der Friedländer Verwaltung absolviert und plauderten unterhaltsam über ihren Job und berichteten, dass sie übernommen werden. „Das ist nicht selbstverständlich“, sagte Eder. Da sei Friedland wirklich etwas Besonderes.

Anschließend übernahm der Chef dann doch selber das Mikrofon und beteuerte, die Rede der Jungs weder selbst geschrieben noch vorher gesehen zu haben. Skeptische Blicke im Publikum, das nicht nur prominent besetzt, sondern auch überaus zahlreich erschienen war. Aber egal ob Bundestagsabgeordneter, Vertreter der Wirtschaft oder Bürgermeister-Kollege aus den angrenzenden Bundesländern, alle kamen mit schmutzigen Schuhen in die Ballenhäuser Sporthalle.

Zahlreiche Bauprojekte

Eine willkommene Einleitung für den Gastgeber: „Jetzt wissen sie, warum wir die Straße da draußen ausbauen wollen.“ Es war nicht das einzige Bauprojekt, das in seiner Rede Erwähnung fand. In der ihm eigenen Redegeschwindigkeit listete er den Umbau der Leinetal-Grundschule, die Stützpunktfeuerwehr Friedland, das Sporthaus in Groß Schneen, die Tenne in Elkershausen oder das Kirchenumfeld in Ballenhausen auf.

Garniert wurden diese Aufzählung an Maßnahmen nicht nur mit dem Dank an alle beteiligten Firmen und Verwaltungsmitarbeiter, sondern auch mit dem Seitenhieb in Richtung der Berliner Politik. Durch deren Entscheidungen werde die Bearbeitung solcher Projekte durch immer höhere bürokratische Anforderungen immer komplizierter und für kleine Kommunen sicher nicht machbarer.

Volles Haus beim Friedländer Neujahrsempfang

Hochwasser und Entkalkung

Mehr noch als durch Bürokratisierung ist die Gemeinde Friedland traditionell durch die mittlerweile regelmäßig eintretenden Hochwasserereignisse bedroht. „Im vergangenen Jahr hat es Elkershausen am schlimmsten erwischt“, so Friedrichs. Trotz der Investitionen in Sicherungsmaßnahmen und Infrastruktur könnten diese Schadensfälle aber auch in Zukunft nicht gänzlich verhindert werden. Doch das Thema Wasser beschäftigt die Friedländer nicht nur, wenn es Ortsdurchfahrten in Flüsse verwandelt, sondern auch, wenn es kalkhaltig aus der Leitung kommt.

„Meine Damen und Herren, was lange währt, wird endlich gut: Weicheres Wasser läuft.“ Nach diesem bedeutungsschweren Satz machte Friedrichs am Sonntag eine seiner wenigen längeren Sprechpausen. Seit November laufe endlich das Nass im gewünschten Härtegrad aus den Leitungen. Ein Thema, das den ausgewiesenen Wasser-Fachmann „wirklich Nerven gekostet“ habe. Doch es sei sicher nicht das einzige gewesen.

Der Alltag eines Bürgermeisters

Freimütig gestand Friedrichs seinen Zuhörern, dass ihn die Anforderungen seines Berufs immer wieder auch an seine persönlichen Grenzen bringen würden. Um sein Publikum an den Höhen und Tiefen eines Gemeindebürgermeisters teilhaben zu lassen, führte er in der zweiten Hälfte seiner Rede augenzwinkernd und kreativ bebildert durch seine Aufgaben und Erlebnisse: Partnerstädte mussten besucht, die Teilnahme an der Grünen Woche organisiert, Kirmessen gefeiert oder Weihnachtsmärkte eröffnet werden.

„Ich höre sie jetzt schon, die vielen Stimmen, die sagen, so ein Bürgermeisterleben ist ja Party pur und der Himmel auf Erden“, schloss Friedrichs. Aber es gebe eben auch die Kehrseite mit Trauer, Frust, Büroarbeit und „leider auch persönlichen Beschimpfungen“, aber davon wolle er beim Neujahrsempfang weder erzählen noch Bilder zeigen. Für ihn sei es weiterhin das schönste Amt auf Erden. Und so bedankte er sich schließlich bei den Friedländern, „dass ich euer Bürgermeister sein darf“.

Und als wäre dieses Ende nicht schon sentimental genug, übernahmen die beiden Auszubildenden noch einmal das Mikrofon und taten etwas, das die Gemeinde Friedland vielleicht wirklich besonders macht: Auch sie bedankten sich. Und zwar öffentlich bei ihrem Chef – wie gesagt, angeblich ohne dass der ihnen den Text vorgeschrieben hat.

Bürgerpreis geht an Freibad und Campingplatz

„Reiffenhausen ist eben nicht normal.“ Mit diesen Worten leitete Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs die diesjährige Verleihung des Bürgerpreises der Gemeinde Friedland ein. Internationale Gäste auf dem Campingplätze, zahllose Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit und beharrlicher Einsatz für das einzige Freibad der Gemeinde seien aller Ehren wert. „Ihr seid eine tolle Truppe“, lobte Friedrichs während des Neujahrsempfangs im Sporthaus Ballenhausen. Gleichzeitig mahnte er, die Auszeichnung sei natürlich auch eine Verpflichtung, die Bemühungen fortzusetzen – „mindestens für die nächsten 20 Jahre“.

Von Markus Scharf

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