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Friedland Digitales Hilfsmittel für bessere Kommunikation
Die Region Friedland Digitales Hilfsmittel für bessere Kommunikation
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17:15 17.11.2017
Frank Müller (l.) erklärt Matthias Wunderling-Weilbier und Corinna Morys-Wortmann die Bedienung der neuen Tablets, die die Kommunikation zwischen Arzt und Patienten im Grenzdurchgangslager Friedland verbessern sollen. Quelle: Maren Iben
Göttingen

Das digitale Forschungsprojekt „Dictum“ soll die Kommunikation zwischen den im Grenzdurchgangslager Friedland (GDL) behandelnden Ärzten und ihren Patienten verbessern. Das digitale Hilfsmittel zur verbesserten Verständigung wurde am Freitag vorgestellt. „Dictum“ ist eines der vom Land Niedersachsen über die Gesundheitsregionen geförderten innovativen Versorgungs- und Kooperationsprojekte und zunächst auf zwei Jahre angelegt. Bei einem Treffen im GDL erläuterte Frank Müller vom Institut für Allgemeinmedizin, Bereich Humanmedizin der Universitätsmedizin Göttingen, den anwesenden Kooperationspartnern des Projektes die Ziele, die das „Dictum“-Team verfolgt.

So behandelten im GDL werktags vier Allgemeinmediziner aus der Region die Bewohner auf einer Krankenstation, doch aufrund der sprachlichen Barriere sei es nicht immer leicht, eine verlässliche Diagnose zu treffen. „Verständigung ist immer ein Thema“, so Müller. Dies betreffe beide Seiten – sowohl den Patienten als auch den behandelnden Arzt. So seien viele Begriffe nicht in allen Sprachen eins zu eins zu übersetzen, so dass in vielen Fällen eine gewisse Frustration beim Patienten und beim Arzt zu spüren sei. Auch könne in manchen Fällen das Patientenwohl gefährdet werden, wenn der Arzt nicht gleich diagnostizieren könne, was dem Betroffenen fehle. Zudem werde es immer schwerer, geeignete, verlässliche Dolmetscher im ländlichen Raum zu finden. „Oft bringen die Patienten auch Freunde und Bekannte mit zur Sprechstunde, die übersetzen sollen“, erläuterte Müller. Die Genauigkeit des Übersetzten sei aber nicht immer präzise, und auch aus Datenschutzgründen sei dieses Vorgehen nicht optimal. So sei vor zwei Jahren die Idee entstanden, etwas zu entwickeln, das zur Verbesserung der Kommunikation beitragen könne.

Eine via Tablet steuerbare Kommunikations- und Übersetzungshilfe für derzeit 13 Sprachen und Dialekte soll es den nicht-Deutsch sprechenden Patienten nun ermöglichen, ihre Beschwerden besser als bisher zu beschreiben. Die Eingabe wird zudem akustisch und videobasiert unterstützt, um funktionelle Analphabeten nicht von dem Projekt auszuschließen. Auch die Einnahme- und Aufbewahrungshinweise von Medikamenten sollen für die Patienten mithilfe von „Dictum“ transparenter werden. Seit zwei Wochen können die Patienten nun mit den Tablets arbeiten. Man spreche gezielt Patienten im Wartezimmer der Krankenstation im GDL an und erkläre die Möglichkeiten des Kommuniaktionshilfe-Tools. Zudem soll bei Informationsveranstaltungen für neuangekommene Flüchtlinge und über Flyer und Poster auf dem Gelände des GDL auf „Dictum“ hingewiesen werden. In der letzten Projektphase, so Müller, sei der langfristige Einsatz auch in fünf Hausarztpraxen in der Region geplant, die viele Patienten mit Migrationshintergrund behandeln.

Matthias Wunderling-Weilbier, Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, zeigte sich beim Treffen der Kooperationspartner, zu denen unter anderem auch Vertreter die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, die Gesundheitsregion Göttingen / Südniedersachsen, die Robert Bosch Stiftung und der Malteser Hilfsdienst gehören, begeistert von „Dictum“. Er freue sich, das Projekt direkt vor Ort und im Einsatz sehen zu können – und ließ sich von Müller sodann weitere Menüpunkte des Programms erklären.

Weiterführende Infos zum Projekt auf www.dictum.med.uni-goettingen.de

Von Maren Iben

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