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Friedland Richtfest für Sporthalle Groß Schneen
Die Region Friedland Richtfest für Sporthalle Groß Schneen
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00:21 17.08.2018
Richtfest im Rohbau der neuen Sporthalle Groß Schneen. Quelle: hein
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Groß Schneen

Göttingens Landrat Bernhard Reuter (SPD) erinnerte zum Richtfest an die dramatischen Stunden in der Nacht vom 16. auf den 17. August 2015, die letztlich zum Neubau der Halle führten. Bei einem schweren, aber nur punktuell wirksamen Unwetter ergossen sich ab 23 Uhr enorme Regenmassen auf Groß Schneen und die östlichen Hänge. Binnen Minuten wurde die alte Sporthalle westlich der Carl Friedrich Gauß-Schule von Wasser und Schlamm überflutet. Die knapp 200 Flüchtlinge, die damals in der Halle untergebracht waren, mussten ihre wenigen Habseligkeiten zum großen Teil zurücklassen und konnten sich gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Reuter: „Das war ein Ereignis, das ich mein ganzes Leben nicht vergessen werde.“

„Mutige Entscheidung“

Die zum Teil ebenfalls überflutete Schule konnte saniert werden, aber bei der Sporthalle stellte sich die Frage „Sanierung oder Neubau?“, die in der Bevölkerung und in der Politik intensiv diskutiert wurde. Die alte Halle stand ohnehin zur Grundsanierung an, das Geld dafür war bereits zur Verfügung gestellt worden. Aber nur mit einem Neubau, erklärte Reuter, hätte die Gefährdung durch eine weitere Überflutung gebannt werden können. Dieses Argument habe schließlich trotz höherer Kosten den Ausschlag für Abriss und Neubau gegeben. Dieses Votum des Göttinger Kreistages, erklärte Reuter beim Richtfest, sei „eine mutige Entscheidung“ gewesen.

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Rasanter Kostenanstieg

Eine erste Kalkulation für den Neubau ergab Kosten von etwa 5,8 Millionen Euro. Doch dabei blieb es nicht. Bedingt durch die gute Baukonjunktur und unerwartet hohen Forderungen der Baufirmen, stiegen die Kosten schrittweise auf derzeit 8,4 Millionen.

Man solle nicht dauernd auf die höheren Kosten durch die gute Baukonjunktur schimpfen, gab der Friedländer Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) zu bedenken. Zwar müssten die Gemeinden mehr bezahlen, aber dafür erhielten die Beschäftigten auch bessere Löhne – Geld, das durch Konsum wieder in die Gemeinden zurückfließe. In jedem Fall freue er sich über den Neubau: „Selbst das schlimmste Ereignis hat seine gute Seite. Wir bekommen eine neue und schöne Halle.“ Eine „so kleine und bescheidene Gemeinde wie Friedland“ könne sich glücklich schätzen, über eine solche Schule und eine solche Sportanlage zu verfügen.

Freuen auf die fertige Halle

Auch Jens Haepe, Leiter der Carl Friedrich Gauß-Schule, erklärte, die Entscheidung für Abriss und Neubau der Sporthalle sei die richtige gewesen. Die Schule freue sich sehr darauf, die neue Halle in Betrieb nehmen zu können. Die Bauarbeiten hätten ihn zudem auf ein allgemeinpolitisches Problem aufmerksam gemacht, sagte Haepe: Er sei ausgesprochen verwundert darüber, dass Flüchtlinge, die auf dem Bau und anderswo gute Arbeit leisteten und von den Firmen dringend gebraucht würden, immer wieder plötzlich von Abschiebung bedroht seien. Und das, obwohl gerade diese Leute oft hervorragend integriert seien – auch durch ihre Arbeit in der Wirtschaft.

Von Matthias Heinzel

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