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Friedland Schüler spendet Patienten Stammzellen
Die Region Friedland Schüler spendet Patienten Stammzellen
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00:17 03.02.2017
„Wenn ich anderen Menschen helfen kann, dann mache ich es. Das ist doch selbstverständlich“, sagt Maurice Haep aus Friedland. Quelle: Wenzel
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Friedland

Während einer Blutspende-Aktion des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Februar an seiner Schule, den Berufsbildenden Schulen Münden, habe er Blut gespendet und sich bei der Deutschen Stammzellspenderdatei (DSD) registrieren lassen. Er habe nicht lange darüber nachdenken müssen, sagt Haep. „Unsere Lehrerin hat uns erklärt, was eine Stammzellspende ist“, erinnert sich der 22-Jährige, „und ich war schnell davon überzeugt, dass eine Stammzellspende eine gute Sache ist, weil man damit Leben retten kann.“ Haep ist angehender Sozialassistent und seiner Mutter Claudia Wosnitza zufolge „schon immer sehr hilfsbereit“ gewesen.
„Ziemlich überraschend“ kam für Haep der Anruf der DSD im August. „Sie wollten wissen, ob ich immer noch bereit bin, zu spenden, weil sie möglicherweise jemanden gefunden hätten.“ Dass er nach dem Telefonat „ein bisschen aufgeregt“ war, gibt der junge Mann offen zu. Ernsthafte Zweifel an seiner Entscheidung habe er jedoch nicht gehabt.
Haep erzählte niemandem von diesem Anruf. Erst als er wenige Tage danach ein Paket mit einem Set für eine Blutabnahme zugeschickt bekam, erfuhr seine Familie davon. „Wir fanden seine Entscheidung gut, und er bekam jede Unterstützung von uns“, erzählt Haeps Mutter.
Mit dem Set ging der Schüler zu seinem Hausarzt, um festzustellen, ob er als Spender geeignet ist. Es folgte eine gründliche Voruntersuchung in Hannover. Zusätzlich erhielt er Granulozyten-Spritzen, die er sich selbst setzen musste, „damit die Stammzellen vom Knochen ins Blut gelangen“, erläutert Haep. Die Spritzen verursachten Kopf- und Gliederschmerzen.
Ende November fuhr der Schüler gemeinsam mit seiner Schwester nach Hannover, um sich dort an zwei Tagen Blut mit seinen Stammzellen entnehmen zu lassen. „Das alles war überhaupt nicht schlimm.Ich würde es jederzeit wieder tun“, sagt Haep überzeugt und fügt an: „Ich wünsche dem Empfänger sehr, dass er wieder gesund wird.“ Lob will der Schüler nicht, auch wenn sein Handeln seiner Mutter zufolge „ein positives Beispiel für andere“ ist und einige Freunde und Bekannte zum Nachdenken gebracht hat.

Von Alisa Altrock

Stammzellentnahme aus dem Blut

Die Entnahme von Stammzellen aus dem Venenblut ist heutzutage die am häufigsten angewandte Methode. Dafür muss die Zahl der Stammzellen im Blut erhöht werden. Hierzu ist eine viertägige Vorbehandlung mit dem Botenstoff G-CSF notwendig. Der Botenstoff wird zweimal täglich unter die Haut gespritzt. Er bewirkt, dass Stammzellen vom Knochenmark ins Blut gelangen. Um die Stammzellen zu entnehmen, wird das Blut des Spenders aus einer Armvene durch einen Zellseparator geleitet und wieder zurückgeführt.