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Friedland EU-Förderung Leader im Göttinger Land: Schon 2,4 Millionen Euro gebunden
Die Region Friedland EU-Förderung Leader im Göttinger Land: Schon 2,4 Millionen Euro gebunden
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18:00 29.08.2019
Arten- und Naturschutz durch die Nutzung und Pflege von Wegrändern als Leader-Projekt: Hartmut Berndt, Klaus-Dieter Elsholz, Sinja Zieger und Christel Wemheuer (v.l.). Quelle: Markus Riese
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Ludolfshausen / Landkreis

Die Lokale Aktions-Gruppe (LAG) Göttinger Land für das EU- Förderprogramm „Leader“ hat eine Zwischenbilanz der aktuellen, sieben Jahre andauernden Förderperiode gezogen, die noch bis ins Jahr 2022 läuft. Leader-Regionalmanager Hartmut Berndt und die LAG-Vorsitzende Christel Wemheuer haben sich am Donnerstagnachmittag exemplarisch mit Akteuren eines Arten- und Naturschutzprojektes in Ludolfshausen getroffen.

Bei dem Projekt des Landschaftspflegeverbandes Landkreis Göttingen (LPV) geht es vor allem darum, durch die sinnvolle Nutzung und Pflege von Wegrändern und Feldrainen Lebensräume zu schaffen und zu erhalten.

Bei Ludolfshausen führen die ersten Maßnahmen bereits zu größerer Vielfalt an Wegrändern und Feldrainen.

Vorgestellt wurde es vor Ort von Sinja Zieger vom LPV und dem in Ludolfshausen ansässigen Landwirt Klaus-Dieter Elsholz. „Wegraine sind naturnahe Strukturelemente, die sich wie ein Netzwerk durch unsere gesamte Agrarlandschaft ziehen. Sie bieten potenziellen Lebensraum für eine Vielzahl von Blütenpflanzen und damit eine wichtige Nahrungsgrundlage für Insekten, Feldvögel und andere Kleintiere“, so die Erste Kreisrätin Wemheuer (Grüne).

Schaffung vielfältiger Biotope

„Durch das gezielte Mähen und Ernten des Grasaufwuchses soll das Wachstum von Blütenpflanzen gefördert werden“, ergänzt LPV-Projektleiterin Zieger. Landwirte wie Elsholz haben bereits erste Maßnahmen umgesetzt, um die Vielfalt auf ihren Wegrändern durch eine Umstellung der Wegrandpflege zu fördern.

Dazu gehören etwa die Mahd mit dem Scheibenmähwerk, die insektenfreundlicher ist als das Mulchen, sowie die Verwertung des Aufwuchses als Futter für seine derzeit 65 Rinder. Er sieht in dem Projekt eine wichtige Unterstützung zur Schaffung vielfältiger Biotope.

Laut Zieger kann es auch sinnvoll sein, manche Feldränder einfach mal zwei Jahre stehen zu lassen. „Je mehr Stickstoff im Boden ist, desto geringer ist die Pflanzenvielfalt“, erläutert sie. An typischen Wegrändern könnten ihren Angaben zufolge bis zu 150 verschiedene Arten vorkommen.

Viel Einsatz in den Dörfern der Region

Die Aufwertung der Landschaft ist allerdings nur ein Schwerpunkt der Leader-Förderung im Göttinger Land: Es sind vor allem Projekte, die von Menschen in den Dörfern zur Belebung des Dorflebens ins Leben gerufen wurden – vom Dorfladen über die Begegnungsstätte bis hin zu Kulturangeboten. „Hier hat sich in der laufenden Förderperiode besonders viel entwickelt“, berichtet Regionalmanager Berndt.

Wemheuer ergänzt: „Es braucht dafür Idealisten und ganz viel ehrenamtlichen Einsatz“, weiß die Umweltdezernentin des Landkreises. Bei Projekten wie „Unser Dorf fährt elektrisch“, das dem Friedländer Ortsteil Klein Schneen zu einer Elektro-Ladesäule und einem E-Auto verholfen hat, hofft Wemheuer auch auf Nachahmer.

„Es kann auch mal etwas nicht funktionieren“

Und sie ermutigt auch jene, die es mit ihrer Idee vielleicht nicht ganz bis zur Umsetzung geschafft haben: „Viele der Projekte sind einfach sehr große Herausforderungen, die Starthilfe brauchen“, betont sie. Leader sei auch dafür gedacht, dass mal etwas ausprobiert werden könne. „Und es kann dann natürlich auch mal etwas nicht funktionieren“, gesteht Wemheuer den Ehrenamtlichen zu.

Die bürokratischen Hürden und Anforderungen an die Antragsteller seien noch immer „sehr hoch und nicht an die Zielgruppe angepasst“. Grundsätzlich hätten sich die Rahmenbedingungen für eine Leader-Förderung aber zuletzt verbessert.

Im Förderzeitraum bis 2022 stehen für das Göttinger Land insgesamt 2,8 Millionen Euro an Fördermitteln aus dem EU-Programm zur Verfügung. Gebunden sind davon bislang etwas mehr als 2,4 Millionen Euro in 34 bewilligten Projekten. An Restmitteln stehen noch rund 386 000 Euro zur Verfügung. Die Vorbereitungen für die nächste Förderphase laufen bereits.

Zugang zu Leader-Fördermitteln soll künftig einfacher werden

Die bürokratischen Rahmenbedingungen für eine Förderung im Programm Leader (Abkürzung für „Liaison Entre Actions de Développement de l’Économie Rurale“, übersetzt etwa: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) sollen vereinfacht werden. Dafür setzt sich Leader-Regionalmanager Hartmut Berndt auf internationaler Ebene ein – er ist auch Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Leader-Aktionsgruppen und im Vorstand der europäischen Leader-Organisation Elard. „Der derzeitige Verwaltungs- und Prüfaufwand steht in keinem Verhältnis zu den Fördermitteln, die am Ende bei den Menschen ankommen“, betont er. Dies sei erkannt worden – nun gelte es, für die nächste Förderperiode auch wirklich Erleichterungen umzusetzen. Zu den bereits abgeschlossenen Projekten der laufenden Förderperiode zählen die Toilettenanlage der Waldbühne Bremke, der neue Dorfmittelpunkt in Bernshausen und die Renovierung der Wilhelm-Busch-Mühle in Ebergötzen.

Von Markus Riese

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