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Friedland Nanofiltrationsanlage: Weiches Wasser für sechs Ortschaften der Gemeinde Friedland
Die Region Friedland Nanofiltrationsanlage: Weiches Wasser für sechs Ortschaften der Gemeinde Friedland
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18:24 23.10.2019
Am Dienstag stellte Friedlands Gemeindebürgermeister und Vorsitzender des Wasserverbandes Leine-Süd Andreas Friedrichs (3. v. re.) gemeinsam mit Christoph Kraaibeek (4. v. re) die neue Nanofilteranlage vor. Quelle: r
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Friedland

Nach sechs Jahren der Verhandlungen und Vorbereitungen ist es am Montag, 4. November, soweit: Die Nanofiltrationsanlage im Friedländer Wald nimmt den Betrieb auf und versorgt künftig sechs Ortschaften der Gemeinde mit weicherem Wasser.

„Es ist vollbracht“, sagte Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs, als er die neue Anlage bei einem Vor-Ort-Termin in Anwesenheit einiger Ortsbürgermeister, Vertretern der Realgemeinde Friedland (Grundstückeigentümer), dem Wasserverband Leine-Süd und dem Planungsbüro Rinne vorstellte. Mit der neuen Enthärtungsanlage werde ein „klarer Auftrag“ der Bürger umgesetzt. Dass es bis zur Inbetriebnahme so lange gedauert habe, liege vor allem an dem komplexen Genehmigungsprozess.

Die neue Nanofilteranlage im Friedländer Wald läuft mit fünf Modulen. Der Tank fasst 900 Kubikmeter Wasser. Quelle: r

2013, als alle Bürger der Gemeinde zur Einrichtung einer Enthärtungsanlage befragt wurden, sei „eine heiße Zeit“ gewesen, sagte Friedrichs auch im Hinblick auf die Klage, die eine Initiative wegen der Bürgerbefragung angestrengt hatte. Damals habe er sich gesorgt, wie die Beteiligung ausfallen würde. Mit dem Ergebnis von 67 Prozent sei er aber zufrieden gewesen, vor allem, weil sich von diesen 75 Prozent für eine neue Nanofiltrationsanlage ausgesprochen hatten, wie es sie in der Gemeinde Rosdorf bereits seit 2012 gibt.

Filtrat wird in die Leine geleitet

Künftig wird das Wasser aus den Brunnen zwei, drei und vier nicht mehr direkt in den Hochbehälter geleitet, sondern in der Enthärtungsanlage aufbereitet, sodass der Härtegrad des Trinkwassers in den Ortschaften Ballenhausen, Stockhausen, Niedernjesa, Friedland, Groß Schneen, Elkershausen und Reckershausen bei etwa 10 statt der bisherigen 27 liegen wird. In Ballenhausen betrug der Härtegrad mit 42 bis vor zwei Jahren, als die dortige Quelle vom Netz genommen wurde, sogar das Vierfache. Für Friedrichs ist die Anlage deshalb ein „Quantensprung“. Zwar habe die Wasserqualität in der Gemeinde immer den Trinkwasseranforderungen entsprochen, sei nun aber „on top“ verbessert worden.

Das Filtrat (Calcium- und Magnesiumsulfat), das anfällt, wird in die Leine abgeführt. Dafür habe der Wasserverband Leine-Süd lange gekämpft, bevor er sich mit dem Landkreis Göttingen auf diese Lösung verständigt habe. Das liegt Friedrichs zufolge daran, dass jedes behandelte Wasser rechtlich gesehen per se als Abwasser gilt, das kostenpflichtig entsorgt werden muss. Für die Friedländer hätte das bedeutet, dafür zu bezahlen, das Göttinger Klärwerk „mit quasi sauberem Wasser zu belasten“.

80 Jahre Lebensdauer

Die Kosten für die neue Anlage belaufen sich auf etwa 2,4 Millionen Euro. Christoph Kraaibeek, technischer Geschäftsführer des zuständigen Wasserverbandes Leine-Süd, schätzt die Lebensdauer der Anlagetechnik auf rund 80 Jahre, der Filter müsse voraussichtlich alle zehn Jahre gewechselt werden. 100 Kubikmeter Wasser können pro Stunde gefiltert werden. Alle sieben Ortschaften der Gemeinde zusammengerechnet, liege der der Verbrauch bei 800 Kubikmetern täglich.

Der Wasserpreis pro Kubikmeter war ursprünglich mit 50 Cent kalkuliert worden, doch sechs Jahre später rechne man mit 65 Cent, so Friedrichs. Das sei zwar mehr als angenommen, gleichzeitig müsse berücksichtigt werden, dass die Bürger einiges einsparten, wenn es um den Verbrauch von Waschmittel, die Haltbarkeit von Wasserhähnen oder Kaffeemaschinen ginge.

Wenn die Anlage am 4. November in Betrieb geht, wird es Kraaibeek zufolge etwa 24 Stunden dauern, bis das Wasser ausgetauscht ist. Während des Umstellungsprozesses wird dem Wasser ein sogenannter Korrosionsschutzinhibitor beigegeben, der Braunwasser (Rostwasser) verhindern soll. Er sei aber gesundheitlich unbedenklich.

Hinweise zur Wasserumstellung

Um die Bürger über die bevorstehende Wasserumstellung zu informieren, werden öffentliche Aushänge gemacht und Mitteilungen an die Ortsräte versendet. Für weitere Fragen stehen zudem die Mitarbeiter der technischen Abteilung des Wasserverbandes unter Telefon 05504/9377630 zur Verfügung. Der Wasserverband weißt zudem darauf hin, dass in Privathaushalten verbaute Enthärtungsanlagen nicht länger benötigt werden und abgebaut werden sollten. Auch die Dosierung von Salz in der Spülmaschine und Waschmittel für die Waschmaschine sollten angepasst werden.

Von Nora Garben

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