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Friedland Wirbel um den Heidkopftunnel – wann geht es weiter?
Die Region Friedland Wirbel um den Heidkopftunnel – wann geht es weiter?
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14:41 19.09.2019
Wann beginnt die Sanierung der Fahrbahn im Heidkopftunnel? Ein Sprecher der zuständigen Behörde hat sich jetzt noch einmal dazu geäußert. Quelle: Swen Pförtner
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Friedland / Arenshausen

Die Erneuerung der Fahrbahnen innerhalb des Heidkopftunnels im Verlauf der Autobahn 38 zwischen Friedland und Arenshausen muss nicht früher als geplant erfolgen. Dies teilte Fachbereichsleiter Sebastian Post von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr jetzt auf Nachfrage mit. Damit widerspricht er Gerüchten, wonach die Arbeiten vorgezogen werden müssen, weil die Deutsche Bahn eine Brücke an der Umleitungsstrecke (Bundesstraße 80) vorzeitig sperren muss.

Sanierung nach hinten verschoben

Laut Post werde die Sanierung der Heidkopftunnel-Fahrbahnen nicht nach vorn, sondern vielmehr nach hinten verschoben – und zwar in das Zeitfenster zwischen Anfang Oktober 2020 und Ende April 2021. „Hintergrund ist, dass wir vorher erst eine neue Umleitungsmöglichkeit unter Ausschluss der Bahnbrücke im Zuge der B 80 bei Neu-Eichenberg in Hessen finden mussten.

Diese Brücke soll seitens der Hessischen Straßenbauverwaltung kurzfristig für Schwerverkehr gesperrt und ab nächstem Jahr erneuert werden“, so Post weiter. Daher sei nun geplant, an der Überführung der Landesstraße 566 über die A 38 bei Niedergandern eine auf fünf Jahre begrenzte provisorische Zufahrt zu erstellen.

Diese kurzfristig geplante provisorische Zufahrt sei mit allen Trägern öffentlicher Belange und betroffenen Anliegern abgestimmt worden, die baurechtliche Absicherung liege vor. Post erläutert den aktuellen Stand: „Derzeit läuft die Ausschreibung dieser Maßnahme, bestehend aus dem Bau von Anschlussrampen und Ertüchtigung der Fahrbahn der L 566 von dieser Anschlussstelle bis zur Landesgrenze nach Thüringen. Der Bau dieser Anlage ist für November 2019 bis April 2020 vorgesehen.“

Behelfsausfahrt nur im Bedarfsfall geöffnet

Post dementiert auch gleich noch ein weiteres Gerücht, wonach die zusätzliche Ausfahrt nach ihrer Fertigstellung permanent genutzt werden könnte – das stimmt so nämlich nicht. Die provisorische Anschlussstelle soll laut Post im Regelfall für jeglichen Verkehr gesperrt bleiben und nur im Bedarfsfall – also zum Beispiel bei notwendigen baulichen Maßnahmen, bei sogenannten „betriebsnotwendigen Sperrungen“ oder auch bei Unfällen auf der A 38 – geöffnet werden.

Kommt es dann zu so einem Bedarfsfall, kann der A-38-Verkehr in Richtung Thüringen über die L 566 zur B 80 bei Kirchgandern und von dort weiter wie bisher bis zur Anschlussstelle Arenshausen geführt werden – die Gegenrichtung entsprechend in umgekehrter Reihenfolge. „Für die Baumaßnahmen im und am Heidkopftunnel ist geplant, wechselweise jeweils nur eine Fahrtrichtung umzuleiten und eine auf der A 38 zu belassen“, erklärt der Fachbereichsleiter der Landesbehörde.

Beide Fahrtrichtungen in einer Röhre weiter möglich

„Die Option, beide Fahrtrichtungen in jeweils einer Röhre zusammenzulegen, ist für den zukünftigen Betrieb des Tunnels noch nicht vom Tisch“, betont Post weiter. Auch hierzu hatte es bereits Gerüchte gegeben, nach denen eine solche Lösung gar nicht umsetzbar sein soll. Auch das stimmt nicht: Diese und andere Möglichkeiten würden parallel zu der aktuell anstehenden Fahrbahnerneuerung weiter untersucht und sollen bis zum Ablauf der Nutzungsdauer der provisorischen Anschlussstelle in fünf Jahren „baulich und technisch umgesetzt werden“. Ziel sei es, zukünftig eine verbesserte Verkehrsführung bei Bedarfssperrungen im Heidkopftunnel zu finden.

Wie bei der kurzfristigen Variante der Verkehrsumleitung über die provisorische Anschlussstelle soll auch bei allen künftigen Planungen für notwendige Änderungen in der Verkehrsführung im Zusammenhang mit der technischen Umrüstung der Tunnelröhren mit den Trägern öffentlicher Belange konstruktiv zusammengearbeitet werden, versichert Post.

Darum muss die Fahrbahn im Tunnel saniert werden

Immer wieder muss der Heidkopftunnel zwischen den Anschlussstellen Friedland und Arenshausen gesperrt werden – häufig sind Instandsetzungsarbeiten an den Fahrbahnen der Grund dafür. Das Problem sind die Tragschichten unterhalb der vier mal fünf Meter großen und 30 Zentimeter tiefen Betonplatten. „Diese gebundenen Tragschichten lösen sich auf. Das führt zu Setzungen, und dadurch geraten die Platten ins Kippen“, erklärte Udo Othmer, Leiter des Geschäftsbereichs Gandersheim der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, bereits im Februar. Um die Fahrbahnen wieder nutzbar zu machen, werde ein Harz injiziert, also nach unten gepresst. Dadurch können die Platten vorläufig stabilisiert werden – allerdings sei das keine Dauerlösung. Um das Problem in den Griff zu bekommen, müssten die schweren Platten in beiden Fahrtrichtungen auf der gesamten Tunnellänge (1800 Meter) hoch genommen und die darunter liegenden Tragschichten erneuert werden. Das würde laut Othmer pro Fahrtrichtung etwa zwei Monate dauern.

Von Markus Riese

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