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Friedland Zahl der neu angekommenen Aussiedler erneut gewachsen
Die Region Friedland Zahl der neu angekommenen Aussiedler erneut gewachsen
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11:57 26.12.2018
Der Zuzug von deutschstämmigen Aussiedlern in die Bundesrepublik hält an. Quelle: dpa
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Friedland

Der Zuzug von deutschstämmigen Aussiedlern in die Bundesrepublik hält an. Bis zum Jahresende werden nach Angaben der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen voraussichtlich rund 7200 Menschen aus Ländern der früheren Sowjetunion im Grenzdurchgangslager Friedland (Kreis Göttingen) eingetroffen sein. Damit wäre die Zahl im sechsten Jahr in Folge gestiegen. Grund dafür sind nach Behördenangaben Erleichterungen beim Familiennachzug. Im vergangenen Jahren waren in Friedland 7134 Aussiedler registriert worden.

Im Vergleich zu früheren Jahrzehnten kommen allerdings nur relativ wenige Deutschstämmige in die Bundesrepublik. Im Rekordjahr 1990 waren knapp 400 000 Menschen in Friedland registriert worden. Danach war die Zahl der Aussiedler gut 20 Jahre lang gefallen. 2012 hatte sie mit rund 1800 einen absoluten Tiefstand erreicht. Seither hat sie sich kontinuierlich wieder erhöht.

In diesem Jahren seien vorwiegend junge Familien mit Kindern angekommen, sagte ein Sprecherin der Landesaufnahmebehörde. Die Menschen kommen vor allem aus Russland, der Ukraine und Kasachstan. Für 2019 rechnet die Behörde mit ähnlich vielen Aussiedlern wie in diesem Jahr. Alleine in Kasachstan leben nach Schätzungen noch etwa 160 000 Deutsche. Der auf das Thema spezialisierte Göttinger Historiker Alfred Eisfeld hatte vor einiger Zeit erklärt, viele von ihnen sähen dort für sich keine Perspektive.

Das Grenzdurchgangslager Friedland ist die bundesweit einzige Aufnahmeeinrichtung für Aussiedler. Das Lager hat derzeit rund 800 Betten. Knapp ein Drittel davon sind für Aussiedler vorgesehen.

Von dpa