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Friedland Zehn Jahre Tierschutzverein Friedland
Die Region Friedland Zehn Jahre Tierschutzverein Friedland
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12:00 11.01.2019
Seit zehn Jahren gibt es den Tierschutzverein Friedland. Er hilft Tieren in Not – und organisiert inzwischen Tiergottesdienste. Quelle: r
Friedland

Viele Katzen und andere Tiere hat er schon versorgt – „es werden mehrer Hundert gewesen sein“, sagt Bettina Bruder. Vor zehn Jahre hat sie mit anderen den Tierschutzverein Friedland und Umgebung gegründet.

„Wir wollten Tieren in Not noch besser helfen“, erinnert sich die Vereinsvorsitzende Bruder an die damalige Motivation mehrere Tierfreunde aus verschiedenen Dörfern in der Gemeinde Friedland. Sie seien alle seit Jahren im Tierschutz aktiv gewesen, stießen aber mehr und mehr an Grenzen. Gemeinsam sollte die Arbeit geschultert und erleichtert werden.

Wer ist wann zuständig?

Tierschutz habe damals in der Region Göttingen kaum eine Rolle gespielt. Es gab zwar ein Tierheim, mit dem die Aufnahme von Fundtieren grundsätzlich gesichert ist, darüber hinaus aber habe es kaum Tierschutzaktivitäten in der Region gegeben. Und bis heute sei vielen unklar, wer in welchem Fall für Tiere in Not zuständig ist. „Die Gründung eines gemeinnützigen Vereins lag da nahe, auch um die finanzielle Situation zu verbessern“, so Bruder.

Neben Information und Aufklärung habe zunächst eine Aufgabe im Mittelpunkt gestanden, resümieren die Vereinsmitglieder zu ihrem Geburtstag: die medizinische Versorgung und Kastration von heimatlosen Katzen. Sie werden kurzzeitig aufgenommen und nach der Kastration wieder an betreuten Futterplätzen ausgesetzt – oder an Katzenfreunde vermittelt, „sofern es ihr Charakter zulässt“. Ohne mehrere registrierte Pflegestellen engagierte Mitstreiter sei diese Arbeit allerdings nicht möglich, sagt die Vereinsvorsitzende. Inzwischen berate das Team auf Anfrage aber auch immer mehr Tierfreunde aus dem Landkreis Göttingen, die selbstständig ein Fundtier aufnehmen.

Erste Hilfe an Hund und Katze. Quelle: Peter Heller

Weil der Verein kein Tierheim betreibt und keinem Geldgeber Rechenschaft ablegen muss, werden Ein- und Ausgänge nicht dokumentiert. Wie viele Tiere in den vergangenen Jahren versorgt wurden, könne sie daher nicht sagen. Das aber sei auch unerheblich – „jede gerettet Seele zählt“, so Bruder. Zu denen gehören inzwischen auch ausgesetzte Frettchen und Kaninchen sowie entflogene Wellensittiche und entlaufene Hunde.

Transportkorb und Lebendfalle

Zum ersten Mal öffentlich präsentiert hat sich der Verein bei einem Schlossfest des Kur- und Pflegeheims in Friedland. Es folgten Infostände in der Göttinger Fußgängerzone und auf der Frieda-Messe 2010. Dabei sammelte er auch Spenden, ohne die er kaum existieren beziehungsweise arbeiten könnte. Die vom ersten Geld gekauften Arbeitsmittel: ein Transportkorb und eine Lebendfalle.

Der Tierschutzverein Friedland und Umgebung ist ein kleiner Verein, der auch von der Gemeinde Friedland unterstützt wird. Stehen besondere Projekte an, müssen allerdings schon mal zusätzliche Spenden geworben: zum Beispiel 2010 für die Befreiung einer eingeklemmten Katze aus einem Rohr. Die Mitglieder arbeiteten ausschließlich ehrenamtlich, betont die Vorsitzende.

Tiergottesdienst und Protestaktion

Inzwischen gibt es auch mehrere weitergehende Aktionen: Der Verein organisiert Tiergottesdienste und – gemeinsam mit dem ASB – Kurse zur „Ersten Hilfe“ an Hund und Katze. 2012 sammelte er 12 000 Unterschriften gegen eine sogenannte Schliefanlage in Klein Schneen, in der mit Hunden die Fuchsjagd trainiert wurde.

Und er hat neue Ziele: Zurzeit baut er nach eigenen Angaben ein Netzwerk aller Tierschützer und ähnlicher Vereine in der Region auf. Gemeinsam mit anderen wollen die Friedländer dann ein virtuelles Tierheim aufbauen, erklärt Bruder. Dort könnten dann auch sogenannte Abgabetiere „in einem seriösen Rahmen statt über anonyme Kleinanzeigenmärkte angeboten werden“.

Weitere Informationen online unter www.gturl.de/TierschutzFriedland

Von Ulrich Schubert

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