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Gieboldehausen 150 Kilometer für den guten Zweck
Die Region Gieboldehausen 150 Kilometer für den guten Zweck
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00:19 03.09.2017
Klaus Hupe (r.) erläutert Einzelheiten der Tour. Quelle: Mischke
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Bilshausen

Mit einem Anruf von Walter Bockelmann beginnt die Geschichte des Eichsfelder Bikertages: Das Mitglied des Braunschweiger Harley Clubs fragte Ende der 1990er-Jahre seinen Freund Klaus Hupe, ob er eine Eichsfeldtour für die Mitglieder des Clubs planen könne. Der gebürtige Lindauer konzipierte eine Tour, die bei den 30 Teilnehmern großen Anklang gefunden habe.

„Da ich im Uniklinikum gearbeitet hatte und das Elternhaus für das krebskranke Kind kannte, bin ich auf die Idee gekommen, im darauffolgenden Jahr eine Fahrt zugunsten dieser Einrichtung zu organisieren“, erzählt Hupe. Unterstützt worden sei er außer von Bockelmann auch von Georg Tischmann von der Polizei Duderstadt und vom Bilshäuser Wirt Heinz-Eugen Venjakob, der in den ersten vier Jahren die Bewirtung übernommen habe.

Enge Zusammenarbeit mit der Polizei

Rund 70 Biker seien gestartet. Mund-zu-Mund-Propaganda habe sie auf die Ausfahrt aufmerksam gemacht. Eine Startgebühr gab es noch nicht, stattdessen hätten die Teilnehmer „etwas in den Hut geschmissen“. Rund 900 D-Mark seien so zusammengekommen.

Durch mehr Werbung sei die Teilnehmerzahl beim zweiten Mal auf 130 gestiegen. Die Strecken hätten sich in der Anfangszeit auf das Eichsfeld beschränkt. „Wir wollten dann etwas Neues bieten und sind auch in die Landkreise Osterode und Northeim gefahren“, berichtet Hupe. Die Touren seien mittlerweile rund 150 Kilometer lang. Gestartet werde um 10 Uhr am Bilshäuser Schützenplatz, an dem die Teilnehmer ab 8 Uhr eintreffen. Abschluss sei beim Sportplatz neben dem Schützenhaus in Lindau.

Das Mittagessen, das es in einem Ort entlang der Strecke gebe, werde seit dem fünften Eichsfelder Bikertag von der Katlenburger Fleischerei Neidhardt gespendet. „Dadurch konnten wir unsere Einnahmen steigern“, betont Hupe. Kuchen werde in einer großen Zahl von Verwandten und Freunden gebacken.

Teilnehmer kommen auch aus der Schweiz

Die Teilnehmerzahl habe sich bei rund 700 bis 800 eingependelt, 500 seien seit vielen Jahre regelmäßig dabei. Rund 80 Prozent kämen aus einem Umkreis von circa 120 Kilometern. Sogar aus der Schweiz reisten Mitglieder eines Motorrad-Clubs an, die seit zwei Jahren starten. Aufmerksam geworden seien sie auf die Tour durch einen Teilnehmer des Bikertages aus Moringen, der in der Schweiz auf Montage gewesen sei.

Das Altersspektrum der Teilnehmer reiche von Kleinkindern, die im Beiwagen mitfahren bis zu einem 81-jährigen Biker. Außer Motorrollerfahrern seien Motorräder, Quads und Trikes vertreten.

Andere Verkehrsteilnehmer zeigten in aller Regel viel Verständnis für die Wartezeiten durch kurzfristige Sperrungen. „Es gab auch einen Autofahrer, der an einer Kreuzung sehr genervt war. Als er von einem Ordner gehört habe, wofür die Tour sei, habe er spontan 20 Euro gespendet“, erzählt Hupe. Bislang seien 218651 Euro zusammengekommen, im Schnitt betrage die jährliche Spendensumme 18000 Euro, die sich aus Spenden, der Startgebühr in Höhe von zehn Euro sowie aus den Erlösen des Getränke- und Essensverkaufs zusammensetzten.

Stationen der Vorbereitung

Beim Vorbereiten des Bikertages gelte für Hupe die Devise: Nach dem Bikertag ist vor dem Bikertag. „Als erstes muss ein Platz gefunden werden, an dem das Mittagessen aufgebaut werden kann“, erzählt Organisator Klaus Hupe. Die Route teile er der Landesverkehrsbehörde mit. Von Beginn der Planungen an seien die Polizeidirektionen in Northeim und Göttingen eingebunden. Treffen mit den Organisationsteams und die Pflege von Sponsorenkontakten seien weitere Stationen. Am Tourtag bestehe das Team aus 60 Mitgliedern, hinzu kämen 15 Polizisten mit Krädern und 25 Ordner. Mittagspause sei am Sonnabend am PS.Speicher. Dort könnten die Teilnehmer eine Sonderausstellung kostenlos besuchen. Das Essen werde im alten Einbecker Schützenhaus aufgebaut.

Bei der 20. Tour in 2018 werde die Mittagspause in der Duderstädter Fußgängerzone eingelegt. Die Route führe nur durch den niedersächsischen und thüringischen Teil des Eichsfeldes führen, verrät der Initiator. „Unser anfängliches Ziel war, 20 Bikertage auszurichten“, sagt Hupe. Da sich die Kinder der jetzigen Ausrichter bereit erklärt hätten, die Organisation zu übernehmen, sei in Duderstadt eine „inoffizielle Übergabe“ an die künftigen Ausrichter geplant.

Von Axel Artmann

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