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Gieboldehausen Ärger um Windpark am Pinnekenberg
Die Region Gieboldehausen Ärger um Windpark am Pinnekenberg
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00:25 08.06.2019
Die Windräder im Windpark am Höherberg bei Giebodehausen sind wenige Meter kleiner als die, die am Pinnekenberg errichtet werden sollen. Quelle: meder
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Gieboldehausen

Das Unternehmen UKA Nord plant, sechs Windenergieanlagen im Bereich Pinnekenberg zu errichten. Das Vorhaben befindet sich derzeit im Genehmigungsverfahren durch die zuständige Behörde im Landkreis Göttingen. Gegen eine Zulassung formiert sich in Teilen der Samtgemeinde Gieboldehausen Widerstand. So sprechen sich aktuell die Freien Wähler GfG (Gemeinsam für Gieboldehausen) und der Wollershäuser Bürgermeister Ulrich Schakowske (SPD) in einer gemeinsamen Stellungnahme gegen den Windpark aus.

Wie Ulrich Lottmann, Sprecher des Landkreises Göttingen, auf Nachfrage mitteilt, wurde eine Genehmigung bisher noch nicht erteilt, da „wesentliche Verfahrensschritte“ im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung und Umweltverträglichkeitsprüfung noch ausstünden. Zudem seien Fristen einzuhalten. Eine Prognose, wann und mit welchem Ergebnis über eine Genehmigung entschieden werden kann, sei deshalb nicht möglich.

Öffentlichkeitsbeteiligung startet in Kürze

Eine Beteiligung der Öffentlichkeit starte in Kürze und werde über das Amtsblatt und die Tagespresse bekannt gemacht. Verbände aber auch Bürger könnten „die Unterlagen einsehen und innerhalb einer genannten Frist Einwendungen formulieren, das heißt, Hinweise geben oder begründete Bedenken geltend machen“, so Lottmann.

Das empfehlen die FW GfG und Schakowske betroffenen Bürgern in der Samtgemeinde. Die geplanten Windräder würden noch leistungsstärker und größer ausfallen als die bereits errichteten am Höherberg und seien damit die Größten auf dem deutschen Festland. Dieser Einschätzung widerspricht die UKA Nord. Die Windräder auf dem Pinnekenberg überschritten die des Höherbergs (234 Meter) mit einer Gesamthöhe von 238,5 Meter nur geringfügig. Zudem gebe es eine Anlage nahe Stuttgart, wo die höchsten Onshore-Windenergieanlagen mit einer Höhe von 246,5 Metern stünden.

Abstand zur nächsten Wohnbebauung beträgt 1250 Meter

Weiter kritisieren die Windparkgegner, dass der Abstand zur nächsten Wohnbebauung Südliche Vogelsburg Gieboldehausen „nur 1250“ Meter betrage und die Anwohner damit zusätzlich belastet würden. Die Entfernung bestätigt die UKA Nord, weist aber daraufhin, dass der Mindestabstand zur Wohnbebauung im 37. Flächennutzungsplan der Samtgemeinde Gieboldehausen mit 1000 Metern definiert worden sei. Dazu käme noch ein Puffer von 250 Metern. Somit würden die Vorgaben erfüllt.

Eine Schallprognose habe ergeben, dass die Anlagen auch im Vollbetrieb die Immissionswerte an allen Immissionsorten, also die nächstgelegene schützenswürdige Bebauung, sowohl bei Tag als auch bei Nacht einhielten. Die entsprechenden Grenzwerte liegen dem Unternehmen zufolge nachts zwischen 40 und 45 dB(A) und würden tags und nachts nicht überschritten. Die entstehende Geräuschkulisse „ist vergleichbar mit dem Surren eines Kühlschranks“. Steffen Ahrenhold (CDU), Bürgermeister der Samtgemeinde Gieboldehausen, sagt auf Nachfrage, dass der Samtgemeinderat, als er die zwei Gebiete Höherberg und Pinnekenberg mehrheitlich als Vorrangflächen ausgewiesen hat, „wert auf den größeren Abstand zur bebauten Lage und auf die bedarfsgerechte Befeuerung gelegt“ habe.

Gefahr für Tiere?

Nicht nur für Anwohner, auch für Tiere, vor allem Brutvögel wie Weißstorch, Bussard und Rotmilan sowie Fledermäuse seien durch die Anlagen gefährdet, betont Angelika Rohland (FW GfG). Zahlreiche Artenschutzgesetze würden deshalb gegen eine Genehmigung des Windparks sprechen. Dem hält die UKA Nord entgegen, dass naturschutzfachliche Untersuchungen durch unabhängige Gutachter vorgenommen worden seien, die zu einem anderen Schluss kämen. Seit 2016 seien die vorkommenden Rast-, Zug- und Brutvögel sowie Fledermäuse jährlich kartiert und auf Wunsch der Naturschutzbehörde vertiefende Raumnutzungsanalysen für potenziell gefährdete Greifvogelarten durchgeführt worden. Im Ergebnis „ergeben sich keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen durch das Vorhaben.“

Behörden werten Stellungnahmen aus

Lottmann bestätigt, dass Schallgutachten und umfangreiche artenschutzrechtliche Unterlagen vorliegen und derzeit geprüft würden, eine abschließende Beurteilungen der Fachbehörden zum Artenschutz und der Umweltverträglichkeitsprüfung lägen allerdings noch nicht vor. Bereits abgegebene Stellungnahmen von Bürgern und aus der Politik sowie aus der Öffentlichkeitsbeteiligung würden von den Behörden bewertet und „bei der Entscheidung über eine Genehmigung berücksichtigt“.

Insgesamt kommt die UKA Nord zu folgendem Fazit: „Die unabhängigen Untersuchungen im Projektgebiet ergaben, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden und der Standort, damit durchaus für Windenergieanlagen geeignet ist.“ Schakowske hingegen ist „optimistisch, dass die Bedenken der Bevölkerung gehört und ernst genommen werden und die Genehmigung des Windparks Pinnekenberg nicht erteilt wird“.

Von Nora Garben

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