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Gieboldehausen Kunst aus Holz, Glas, Filz und Schokolade in Renshausen
Die Region Gieboldehausen Kunst aus Holz, Glas, Filz und Schokolade in Renshausen
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18:02 24.11.2019
Michael Wenzel zeigt gedrechselte Holzarbeiten. Quelle: Rüdiger Franke
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Renshausen

Christa Morgenstern richtet in Renshausen ihre Ausstellung „Kunst und Keks“ aus. Eine Besonderheit dabei ist der Kekstausch. Wer eine Tüte selbst gebackene Kekse mitbringt, bekommt im Tausch eine von der Künstlerin. Künstlerisch zeigt sie Aquarelle auf Papier, Weihnachtskugeln und Porzellan.

Zweimal im Jahr lädt Christa Morgenstern Künstler nach Renshausen ein. Zehn stellen in diesem Jahr ihre Produkte im Atelier aus. Die Auswahl trifft sie „je nachdem, was ich sehe, was mir gefällt und was sich anbietet“. Und so sind auch wieder einige neue Künstler vertreten wie zum Beispiel Sabine Frank aus Rendsburg. „Wir haben uns bei einer Ausstellung in Hamburg kennengelernt“, erzählt sie, wie es zu ihrem Besuch in Renshausen kam. „Ich schmelze Glasstangen mit rund 1500 Grad am Brenner und fertige daraus Glasperlen.“ Daraus können dann Schmuck, Dekorationsartikel oder aber Besteckgriffe werden. „Am liebsten mag ich das figürliche Arbeiten. Sie zeigt einen kleinen Frosch auf einer Glasperle. „In der Szene bin ich auch als Froschkönigin bekannt.“

Filz unterschiedlich verarbeitet

Ein ganz anderes Arbeitsmaterial haben sich Almut Tietjen aus Diemarden und Ulrike Wolf aus Göttingen ausgesucht. Sie filzen, doch ihre Arbeiten sind grundverschieden. Während Tietjen Schals, Decken und Kleidung entwirft, hat sich Wolf für dekorative Artikel wie ihre tierischen Eierwärmer entschieden. In ihrem Regal stehen unter anderem Katze, Eichhörnchen, Waschbär und Kuh. „Entscheidend ist, welche Wolle man nimmt“, sagt sie. Man könne nicht aus jeder Wolle jedes Produkt fertigen. Tietjen wendet eine japanische Art des Filzens, das Nunofilzen, an. Dabei sei immer Seide mit Wolle verbunden. „Ich bringe die unterschiedlichen Stoffe zusammen.“

Bilder der Ausstellung:

Die Ausstellung von Christa Morgenstern in Renshausen vereint „Kunst und Keks“. Zehn Künstler stellen unterschiedlichste Objekte aus. Dazu können Besucher selbst gebackene Kekse tauschen.

Der vierte Neuling im Bunde ist Gerhard Wernecke aus Bodensee. Er ist seit 40 Jahren Organist. Sein Hobby ist der Nachbau des Insturments in Miniaturform. „Ich bin der Einzige auf der Welt, der Miniaturorgeln im Maßstab 1:10 nachbaut“, sagt er. Damit führt er auf gewisse Weise die Orgelbautradition im Eichsfeld weiter. Seine Mini-Orgeln, zum Teil mit Sound und Licht, verkauft er auch in die USA, nach Großbritannien, in die Niederlande und sogar nach China. Er zeigt auf den Spieltisch der evangelischen Kirche l'Oratoire du Louvre in Paris. David Cassan, der Organist der Kirche, habe sich den reservieren lassen.

„Durchdrehen ist gesund“

„Durchdrehen ist gesund“, sagt Michael Wenzel aus Ebergötzen. Er bietet vorwiegend Drechselarbeiten an. „Drechseln ist nicht mehr die verstaubte handwerkliche Tätigkeit, die es mal war.“ Standen früher Treppengeländer und Barhocker im Mittelpunkt, so soll die Arbeit heutzutage durchaus künstlerische Aspekte haben. „Dabei gibt es aber auch die Schönheit der Unvollkommenheit“, sagt er und zeigt eine Holzschale mit einer unbearbeiteten Stelle am Boden. „Das sieht aus wie ein Mensch, der einen Vorhang auseinanderzieht“, sagt Christa Morgenstern. Auch für eine unvollkommene Kugel aus Wurzelholz hat sie eine Assoziation: „Der Todesstern aus Star Wars.“ Kugeln seien total spannend und Kreisel wieder in. Für die Präsentation seiner Stücke arbeitet er mit Kunstschmied Uli Sorgatz zusammen, der ebenfalls in Renshausen dabei ist.

Elke Zufall-Roth stellt selbstkreierte Pralinen her. Quelle: Rüdiger Franke

Für die süßen Sachen ist Elke Zufall-Roth aus Göttingen zuständig. Sie kreiert eigene Pralinen. „Ich liebe es, in der kalten dunklen Jahreszeit mit der warmen Schokolade zu arbeiten“, sagt sie. Dabei gehe es nicht nur um wiegen und abmessen, sondern auch um experimentieren. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.“ Und so kombiniert sie die Schokolade unter anderem auch mit ungewöhnlichen Zutaten wie Chili, Salz oder aber Balsamico.

Individuell gefertigt

Selbst hergestellten Schmuck aus Silber und Edelsteinen hat Tine Albe aus Hannover im Angebot. Als sie während der Nacht der Kultur in Göttingen ausstellte, kam sie mit Morgenstern ins Gespräch. „Ich habe eine große Affinität zu Göttingen“, sagt sie. Sie habe dort studiert, ihre Kinder leben und ihr Mann arbeitet in der Unistadt. Ein weiterer Holzkünstler ist Klaus Ossadnik aus Seeburg. Er verarbeitet sägerauhes Hoz, Bauholz und Schwarten, die er mit dünner Binderfarbe streicht, dann schleift und später Formen ausschneidet. „Durch die Holzstruktur ist jedes Stück anders.“

Am Sonntag, 24. November, ist die Ausstellung von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Ab 14 Uhr spielen Side by Side auf dem kleinen Dudelsack. Kaffee und Kuchen werden angeboten. „Freundinnen backen mir die Kuchen“, sagt Christa Morgenstern. Sie selbst habe die vergangene Woche Kekse für die Tauschbeutel gebacken.

Von Rüdiger Franke

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