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Gieboldehausen Bewohner der Flüchtlingsunterkunft finden langsam Anschluss
Die Region Gieboldehausen Bewohner der Flüchtlingsunterkunft finden langsam Anschluss
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07:49 02.01.2018
Eheleute aus dem Irak, Nayyef Al Dekhi mit seiner Ehefrau Nuri Ismail in der Flüchtlingsunterkunft in Wollershausen. Quelle: Arne Bänsch
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Wollershausen

Das eigentliche Schloss in Wollershausen ist für die Bewohner der Unterkunft unerreichbar: Ein Wassergraben und eine abgezäunte Brücke trennen das barock-anmutende Gebäude vom Rest der Anlage. Stattdessen leben die Bewohner in früheren Neben- und Wirtschaftsgebäuden – teilweise in Wohngemeinschaften, teilweise in Einzelzimmern, die etwas an eine Jugendherberge erinnern.

„Wir gucken, dass die Wohnformen zusammenpassen“, sagt die Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft, Stephanie Fliege-Molder. Deshalb teilen sich einige alleinreisende Männer eine große Wohngemeinschaft. Familien leben in einzelnen Appartements oder zumindest in aneinander angrenzenden Zimmern – etwa 20 der 85 Bewohner sind Kinder.

Für die meisten Bewohner ist Wollershausen eine längerfristige Station. Manche von ihnen leben Fliege-Molder zufolge seit einigen Monaten dort, andere seit knapp einem Jahr. Dass die Landkreis-eigene Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen (GAB) von vornerein plante, die Flüchtlinge nicht nur unterzubringen, sondern auch Integration zu fördern, steht mittlerweile im Vordergrund. Bei den Kindern ist das vergleichsweise einfach: Sie besuchen Kindergärten und Schulen in der Umgebung, spielen Fußball in hiesigen Vereinen. „Okay“, finde er das Leben in Wollershausen erzählt ein Neunjähriger Bewohner in recht gutem Deutsch.

Flüchtlinge im Eichsfeld

In Duderstadt leben nach Angaben des Landkreises derzeit 89 Flüchtlinge, in der Samtgemeinde Gieboldehausen sind es insgesamt 170 und in der Samtgemeinde Radolfshausen 11. Der Großteil der Flüchtlinge im Eichsfeld lebt nicht mehr in Gemeinschaftsunterkünften, sondern ist dezentral in Wohnungen untergebracht. Dort begleiten sie in erster Linie Sozialarbeiter der Caritas, wie die Stadtverwaltung in Duderstadt mitteilte.

Hinzu kommt nach deren Angaben ein Netzwerk aus Integrationsprojekten, an denen unter anderem das Mehrgenerationenhaus JuFi, das Café Grenzenlos, das Projekt Nächstenliebe sowie zahlreiche Ehrenamtliche mitwirken. „Wir sind mit unseren Angeboten großartig aufgestellt“, sagt Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) deshalb.

Die Arbeitsmarktintegration hat sich aus Sicht von Fliege-Molder als komplizierter erwiesen. Nur sieben der 65 erwerbsfähigen Bewohner seien in Arbeits- und Ausbildungsverhältnissen untergekommen, sagt sie. Der Rest hadere mit der deutschen Sprache, an der notwendigen Disziplin in deutschen Betrieben und auch mit dem eigenen Schicksal: Einige Bewohner ringen ihr zufolge mit Traumas, bei anderen seien sicher geglaubte Ausbildungsverträge nach einer Abschiebe-Drohung nicht zustande gekommen. „Von der ursprünglichen Idee der Arbeitsmarktintegration sind wir weit entfernt“, sagt Fliege-Molder, weshalb sie künftig mehr auf individuelle Beratung und engmaschiges Coaching setzen will.

Derweil ist die Einrichtung dazu übergegangen, verstärkt auf den Arbeitsmarkt vorbereitende Projekte anzubieten: In der eigens eingerichteten Werkstatt richten die Bewohner unter anderem Möbel her – gemeinsam mit Langzeitarbeitslosen, die durch die GAB vermittelt an Maßnahmen in der Flüchtlingsunterkunft teilnehmen. Neue Sitzgelegenheiten, Hochbeete und ein Kinderspielplatz seien so auf dem Gelände der Unterkunft entstanden, erzählt Fliege-Molder. Zudem engagierten sich einige der Bewohner ehrenamtlich bei verschiedenen Wohltätigkeitseinrichtungen.

Fliege-Molder betont außerdem, wie gut mittlerweile die Gemeinschaft in der Unterkunft funktioniere. Tatsächlich zeugen an den Wänden aufgehängte Fotos von gemeinsamen Feiern und Baustellen. Die ursprünglich von einigen Bewohnern und Flüchtlingshelfern kritisierte Abgeschiedenheit der Einrichtung scheint hingegen keine große Rolle mehr zu spielen: „Das ist den Kindern doch egal“, sagt beispielsweise Elsa S., eine aus Inguschetien geflohene Mutter.

Von Christoph Höland

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