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Gieboldehausen Bilshausen plant Jugendraum
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00:24 27.06.2019
Jugendpfleger Seliger, Marie-Louis Wüstefeld und Laura-Luisa Stegemann vor dem früheren Feuerwehrhaus. Quelle: Eichner-Ramm
Bilshausen

Am ehemaligen Standort der Feuerwehr Bilshausen könnte schon bald ein Jugendraum eingerichtet werden. Die Jugendlichen der Gemeinde sind aufgerufen, im Rahmen eines Jugendforums am 25. Juni ihre Ideen und Wünsche einzubringen.

„Entscheide mit, wie der Jugendraum in Zukunft aussehen soll“, heißt es in einem Flyer, mit dem das Kinder- und Jugendbüro der Samtgemeinde Gieboldehausen und die Gemeinde Bilshausen auf die Veranstaltung mit der Möglichkeit der Mitwirkung hinweisen. Das Jugendforum am Dienstag, 25. Juni, ab 17 Uhr in den Räumen der Gemeindeverwaltung, Sandweg 1A, hat Laura-Luisa Stegemann während ihres Praktikums bei der Samtgemeinde vorbereitet. Auch die U-18-Wahl im Vorfeld der Europawahl hat sie für die Samtgemeinde Gieboldehausen organisiert.

Bedarf ermitteln

Bevor die Gemeinde in den Umbau der früheren Feuerwehrgarage in der gemeindeeigenen Immobilie investiert, „soll geschaut werden, ob überhaupt Bedarf für einen Jugendraum besteht“, sagt die 24-jährige Stegemann, die selbst in Bilshausen lebt. Das Forum sei als „offene, spontane Aktion“ geplant, kündigt sie an. „Schön wäre, wenn mindestens zehn bis 15 Jugendliche kommen würden“, meint Stegemann, „damit wir nicht nur eine Gruppe zusammenbekommen“.

Auch Eltern, die sich einbringen möchten, sind gefragt. Das beginnt bei der Mithilfe beim Einziehen von Trockenbauwänden bis hin zur Bereitschaft, später „mal nach dem Rechten zu sehen“. Unterstützung für das Projekt Jugendraum gibt es derweil bereits von Gemeinde und Gemeinderat. Verwaltungsvertreter Klaus-Dieter Grobecker sagt, dass im Haushalt rund 10000 Euro bereit stünden und die Mittel bei Bedarf auch aufgestockt werden könnten. Bestehe beim Jugendforum am 25. Juni großes Interesse, „dann werden wir auf jeden Fall den Jugendraum einrichten“, so Grobecker.

Interesse an Wiederbelebung

„Wir sind ja interessiert daran, dass der Jugendraum in Bilshausen wiederbelebt wird“, betont der Verwaltungsvertreter und erinnerte daran, dass es bis vor einigen Jahren im inzwischen abgebrochenen Gebäude Hauptstraße 19 einen Jugendraum gegeben habe. Die Kirche habe damals angeboten, als Ersatz Räumlichkeiten im Pfarrheim zu nutzen. Allerdings habe es damals seitens der entsprechenden Altersgruppe „keine Forderungen mit Nachdruck“ gegeben. Alle vier Jahre gebe es einen Generationswechsel, hat Grobecker festgestellt. Eine Beobachtung, die auch der Jugendpfleger der Samtgemeinde, Hans-Dieter Seliger, gemacht hat. Dass es seinerzeit kein „Aber“ auf die Schließung des Bilshäuser Jugendraums gegeben habe, erklärt sich Seliger auch damit, dass es eine gute Vereinsarbeit gebe.

Container-Idee verworfen

Vor zwei Jahren gab es dann in Bilshausen wieder eine Gruppe Jugendlicher, die sich für einen Jugendraum stark gemacht hatten. Damals war eine Container-Zwischenlösung hinter der Carl-Strüber-Sporthalle im Gespräch, bis die Feuerwehr ihren Neubau bezieht. Allerdings, so Seliger und Grobecker, sei das aus verschiedenen Gründen verworfen worden. Die Kosten wären zu hoch gewesen, und auch wegen des Planungsrechts habe sich die Container-Variante zerschlagen.

„Ein Ort zum Treffen“

Die Jugendlichen, die sich 2017 engagiert hatten, seien inzwischen „alle weg“, wie Seliger sagt. „Die Initiatoren erleben ihren Erfolg nicht mehr.“ Umso erfreuter ist der Jugendpfleger über die Initiative seiner ehemaligen Praktikantin Stegemann. Wenn sich genügend Mitstreiter fänden, so schwebt ihm vor, könnte der Jugendraum am früheren Standort der Feuerwehr spätestens zu den Herbstferien öffnen. Dass es dazu auch kommt, dafür setzt sich Marie-Louis Wüstefeld ein. Die 15-Jährige wirbt zusammen mit sechs weiteren Gleichaltrigen dafür, „dass wir einen Ort bekommen, wo wir uns mit anderen Jugendlichen treffen können.

Gemeinderat und Bürgermeisterstellvertreter Thomas Wüstefeld (UWB) ist stolz, dass sich seine Tochter derart engagiere. Aus Sicht der Gemeinde „würde es uns freuen, wenn es klappen würde“, sagte er. Und auch Gemeinderat und Bürgermeisterstellvertreter Matthias Diederichs (CDU) weist auf die Unterstützung von Gemeinde und Rat hin. So werde der Raum zur Verfügung gestellt und die Umbauarbeiten finanziert.

Küche und Heizung vorhanden

Der Jugendraum soll in einer der ehemaligen Fahrzeuggaragen eingerichtet werden, erläutert Grobecker. Es gebe eine Küche, sanitäre Anlagen seien vorhanden und auch einen Zugang zum Garten gebe es. Außerdem sei die frühere Garage mittels Gaszentralheizung im Winter beheizbar. Eine Trockenbauwand müsse noch eingebaut werden. Das bestehende Garagentor mit einer sogenannten Schlüpftür solle zunächst einmal so belassen werden.

In Bilshausen leben (so die Statistik zum Jahresende 2017) 2234 Einwohner. Sechs Prozent davon sind in der Altersgruppe zwischen zwölf und 18 Jahren, elf Prozent sind jünger als zwölf Jahre. Stegemann schätzt, dass derzeit etwa 800 Jugendliche in Bilshausen leben, für die das Angebot eines Jugendraums interessant sein könnte.

Von Britta Eichner-Ramm

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