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Bilshausen Bilshäuser Wohnhaus dient als Lager für Diebesgut
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00:24 05.07.2019
Duderstadt

In der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 2018 verschwinden aus einer Lagerhalle in Fuldabrück zahlreiche hochwertige TV-Geräte, Staubsauger, Musikanlagen und Boxen. Diebe hatten eine Scheibe eingeschlagen und die Ware mit einem Transporter weggeschafft. Der Schaden wird später auf über 70 000 Euro beziffert. Die Polizei entdeckt nach zweimonatiger Ermittlungsarbeit einen Teil des Diebesgutes in einem Wohnhaus in Bilshausen. Zwei Männer und eine Frau werden vor Ort festgenommen.

Seit Dienstag sitzen die drei rumänischen Staatsbürger in Duderstadt vor Gericht und müssen sich wegen Hehlerei verantworten. Sie wirken sichtlich mitgenommen, vor allem die heute 19-jährige Angeklagte bricht immer wieder in Tränen aus. Die vorübergehende Untersuchungshaft habe ihr spürbar zugesetzt, sagt ihr Anwalt. Sie war im Juli vergangenen Jahres mit ihrem Freund am Frankfurter Flughafen angekommen. Erst im März hatten sie sich kennengelernt, es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, lässt sie verlesen.

In Deutschland Fuß fassen

Gemeinsam habe man in Deutschland sein Glück versuchen wollen. Auf redliche Art habe man hier Fuß fassen, sich Jobs und eine eigene Bleibe besorgen wollen. Es sollte anders kommen. Als ihr damals 25-jähriger Freund über Kontakte zu Landsleuten von einem Haus in Bilshausen erfährt, in dem er bei der Renovierung helfen und sie gemeinsam wohnen können, machen sie sich auf in Richtung Eichsfeld. Doch zuvor geht es noch einmal zurück in die Heimat, wegen des Heimwehs, sagen sie.

Als sie wieder zurückkehren, haben sie nicht nur den 30-jährigen Mitangeklagten dabei, sondern auch eine Ahnung, was ihre eigentliche Aufgabe in der Bilshäuser Immobilie sein würde. Sie sollen hier auf die Elektrogeräte aufpassen, die in großen Mengen in den Räumen gelagert werden. Die Anklage geht davon aus, dass die drei Angeklagten wissen, dass es sich um Diebesgut handelt. Nicht zuletzt, weil das Mobiltelefon der jungen Frau kurz vor dem Einbruch in Fuldabrück geortet werden konnte.

Keine Nachfragen stellen

Die Rolle der jungen Frau versuchen alle drei in ihren Einlassungen möglichst herunterzuspielen. Sie habe sich lediglich um den Haushalt gekümmert, für alle gekocht und darauf gehofft, eine Meldebescheinigung zu bekommen, um möglichst bald einen Deutschsprachkurs machen zu können. Dass dem Gericht eine von ihr geschriebene Inventurliste des Diebesguts vorliegt, erklären sie mit ihrer schönen Handschrift. Sie sei gezwungen worden und hätte keine Nachfragen stellen dürfen.

Keiner der drei habe sich bewusst auf kriminelle Machenschaften eingelassen, alle sind bislang ohne Vorstrafen. Allerdings sei die Angst vor den übrigen Beteiligten so groß gewesen, dass man weiter mitgemacht habe. Die Angst macht es auch unmöglich, gegenüber dem Gericht Namen von weiteren Mittätern zu nennen. Darauf hatten Gericht und Staatsanwaltschaft zu Beginn des ersten Verhandlungstags gehofft, als sie sich auf einen Deal eingelassen hatten.

Mehrere Monate Untersuchungshaft

Man hatte sich mit den Verteidigern darauf verständigt, dass für den Fall, dass sich die Angeklagten als auskunftsfreudig erweisen würden, eine Bewährungsstrafe in Betracht käme. Dann bestünde für alle drei die Chance, endlich wieder in die Heimat zu kommen. Das sei ihr innigster Wunsch, sagen sie nach mehrmonatiger Untersuchungshaft. „Hätte ich gewusst, was mir hier passiert, wäre ich nie nach Deutschland gekommen“, sagt der 30-Jährige.

Die Urteilsverkündung ist auf den 11. Juli terminiert.

Von Markus Scharf

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