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Gieboldehausen Fredi Steckel züchtet Brieftauben in Rüdershausen
Die Region Gieboldehausen Fredi Steckel züchtet Brieftauben in Rüdershausen
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11:25 07.06.2019
Fredi Steckel, Taubenzüchter und Pressesprecher der Reisevereinigung Duderstadt, mit seinem Tauben. Quelle: Christina Hinzmann
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Rüdershausen

„Wir haben einen gewaltigen Rückgang an Züchtern“, erzählt Steckel. In Rüdershausen kamen einst auf 1000 Einwohner 18 Züchter. Mittlerweile sei der Taubensport komplett raus aus der Öffentlichkeit. Hinzu komme die Tatsache, dass ein Großteil der Züchter älter als 70 Jahre sei. Steckel ist mit seinen 62 Jahren noch vergleichsweise jung. Deshalb habe der Verband eine Kampagne gestartet. Jede Brieftauben-Reisevereinigung müsse einen Öffentlichkeitsbeauftragten haben. „Das rettet den Taubensport aber auch nicht mehr“, sagt der Rüdershäuser, der diese Aufgabe in der Reisevereinigung Duderstadt übernommen hat.

Großonkel schuld am Hobby

„Ich bin von meinem Großonkel angefixt worden“, erzählt Steckel, wie er zum Taubensport kam. Seinem Vater rang er dann in der Scheune Quadratmeter um Quadratmeter für sein Hobby ab. Für seine damalige Frau sei sein Hobby nicht ungewöhlich gewesen. „Sie kam aus Wattenscheid. Da gab es früher in jedem Hinterhof Tauben.“

Fredi Steckel mit seinem Tauben. Quelle: Christina Hinzmann

Hochburg des Taubensports

Das Ruhrgebiet sei überhaupt die Hochburg des Taubensports gewesen, sagt der 63-Jährige, der viele Jahre seines Lebens in der Region verbracht hat. Er war Lehrer in Dinslaken, Gelsenkirchen und zuletzt an einem Gymnasium in Essen. In Gelsenkirchen zum Beispiel seien 250 bis 300 Züchter aktiv gewesen. Da wurden 4000 bis 6000 Tauben eingesetzt und mit zwei Lkw mit Hängern zum Startpunkt gefahren worden. Mittlerweile sei aber auch die Wettkultur verschwunden. „Das war früher extrem“, sagt er. Da sei auch mal ein Vorsitzender mit mehreren zehntausend Euro Wettgeldern im Rucksack unterwegs gewesen. „Ich hatte in meinem Zechenhäuschen eine Zeitung aus den 1950er-Jahren gefunden mit vier Seiten Wettergebnissen, allerdings aus dem Pferdesport.“

Durchschnitt zählt

Beim Taubensport ist die Durchschnittsgeschwindigkeit entscheidend. Die Tiere werden an einen gemeinsamen Startort gefahren und sollen zurück in ihren Schlag fliegen. Durch die Entfernung und die benötigte Zeit werde die Geschwindigkeit ausgerechnet. Junge Tauben werden auf Strecken von 100 bis 350 Kilometern geschickt, erzählt Steckel, ältere fliegen 200 bis 600 Kilometer, wenn das Wetter es zulässt. Früher habe man die Strecke abtelefoniert, um die Tiere nicht in ein Unwetter zu schicken. Heute lasse sich das einfach online überprüfen. „Weitstreckentauben fliegen auch von Barcelona“, sagt Steckel. „Sie lassen es aber langsamer angehen.“

Taubenschlag mit Außengehege. Quelle: Christina Hinzmann

Die Lage des Schlages

Damit die Tauben die Strecken schaffen, brauchen sie entsprechendes Training und auch abgestimmtes Futter. „Sie werden gefüttert und trainiert wie Leistungssportler.“ Zunächst einmal würden sich die Tiere die Lage des Schlages merken, zu dem sie gehören. „Wenn man die Tauben gut behandelt, kommen sie immer wieder zurück.“ Man müsse dann im Training Stück für Stück die Entfernung steigern.

1400 Meter pro Minute

Taubenzüchter sehen sich auch immer wieder Anfeindungen ausgesetzt. Unter anderem werde ihnen vorgeworfen, dass das Training für die Tiere Quälerei sei. „Das stimmt nicht“, sagt Steckel. Wenn eine Taube zwei Stunden freiwillig fliegt, sei sie rund 200 Kilometer unterwegs. Er erzählt von einem Flug vor einigen Wochen, bei dem eine Taube 1400 Meter in einer Minute zurückgelegt habe.

Aussterbendes Hobby

Steckel befürchtet, dass der Taubensport in Deutschland ausstirbt. Das Hobby sei nicht mehr kompatibel mit modernem Freizeitverhalten. Da seien zum einen die Wettflüge, 13 Wochen plus Vorbereitung und dann noch fünf Wochen für Jungvögel. „Ich muss mich jeden Tag um die Tiere kümmern“, sagt der Taubenzüchter. Im kommenden Jahr benötige er eine komplette Reisemannschaft von 40 Tieren. „Dafür brauche ich 90 bis 100 Jungtauben“, sagt er. 30 bis 40 Prozent der unerfahrenen Jungtiere fielen Greifvögeln, vor allem Wanderfalken, zum Opfer. Dabei suchen die Greifvögel vor allem allein fliegende Vögel, „also die langsamen, aber auch die, die voranfliegen“. In den 1970er-Jahren sei die Verlustrate noch deutlich geringer gewesen. Wenn man damals 30 Nachwuchstauben gezüchtet habe, „konnte man sicher sein, im nächsten Jahr noch 25 zu haben.“

Den Taubenschlag hat Steckel selbst gebaut. Quelle: Christina Hinzmann

Nachwuchs begeistern

Früher habe es unter nahezu jedem Dach einen Taubenschlag gegeben. Um die heutigen Mindeststandards zu erfüllen, sei ein hoher Aufwand nötig. Allein die elektrische Anlage sei nicht günstig. Trotzdem wirbt Steckel für sein Hobby und hofft, dass sich Nachwuchs für den Taubensport begeistern lässt.

Von Rüdiger Franke

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