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Gieboldehausen Konzert im Hofcafé: Cuarteto Rotterdam bringt Tango aufs Dorf
Die Region Gieboldehausen Konzert im Hofcafé: Cuarteto Rotterdam bringt Tango aufs Dorf
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13:00 29.09.2019
Das Tango-Argentino-Ensemble Cuarteto Rotterdam hat die Gäste mit ihrem Konzert im Hofcafé Gieboldehausen restlos begeistert. Quelle: Garben
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Gieboldehausen

Mit ihrem Konzert hat das renommierte Tango-Argentino-Ensemble Cuarteto Rotterdam die Zuhörer am Sonnabend im Hofcafé Gieboldehausen restlos begeistert. Im Anschluss nutzen viele Besucher die Möglichkeit, bei einer Milonga zur Musik des Quartetts zu tanzen. Organisiert wurde die Veranstaltung, die Teil der Reihe Kultur im Kreis ist, von Tangolehrer Michael Große.

Zwei Sets lang ging es mit Cuarteto Rotterdam durch die Geschichte des Tangos. Über traditionelle Stücke aus dem Goldenen Zeitalter bis hin zum Tango Nuevo präsentierten die Musiker ihr umfangreiches Repertoire. Dass sie das in Gieboldehausen gerne taten, machte Susanne Cordula Welsch (Violine), die mit interessanten Hintergrundinformationen zu Komponisten und Stilrichtungen durch den Abend führte, gleich am Anfang deutlich: „Vergessen Sie die Metropolen!“, forderte sie die Zuhörer auf. Tango dort zu spielen, wo es keine fünf Tangosalons im Umkreis gebe, sei etwas Besonderes. In kleineren Häusern aufzutreten, mache viel Spaß, „weil die Leute wirklich für einen kommen und das oft viel mehr schätzen als in der Großstadt“, ergänzt sie später im Gespräch.

Lang anhaltender Applaus

Die Gäste folgten Cuarteto Rotterdam durch melancholische Stücke voller Sehnsucht genauso wie durch schnelle, kraftvolle Lieder. Besonders beeindruckend war, wie es den Künstlern gelang, Stücke zu interpretieren, die, wie so oft beim Tango, beides in sich vereinen. Das Publikum im voll besetzen Saal des Cafés quittierte den Auftritt der Musiker mit lang anhaltendem Applaus, Pfiffen und Fußgetrommel.

Gérard Dingenthal hat Cuarteto Rotterdam bereits zweimal live gesehen, weshalb für den Göttinger schnell feststand, dass er zu ihrem Konzert nach Gieboldehausen kommt. Die Künstler seien „unheimlich vielseitig“ und „Meister an ihren Instrumenten“, sagt er. Seine Freundin Linda Köchy bewundert den „eigenen Stil“ des Quartetts. Es gelinge ihnen, bekannte Stücke auf ihre ganz eigene Art zu spielen, die Wiedererkennungswert habe. Das Paar hat sich beim Tango-Tanzen kennengelernt, tanzt bereits viele Jahre und gibt mittlerweile selber Kurse. Für die Hildesheimerin ist Tango Musik, bei der sie die „inneren Gefühle raustanzen kann“.

Viele Gäste nutzen die Gelegenheit, im Anschluss an das Konzert von Cuarteto Rotterdam Tango zu tanzen. Quelle: Garben

Etwas Pech hatte Irina aus Witzenhausen, die ihren Nachnamen nicht nennen wollte. Zunächst bekamen sie und ihr Mann keinen Platz, weshalb sie die erste Hälfte des Konzerts verpassten. Der Besuch habe sich trotzdem mehr als gelohnt. Besonders „die Virtuosität der Pianistin“ Judy Ruks hatte es ihr angetan. Ihr Fazit: „Die waren einfach klasse.“ Auch mehrere Schüler von Michael Große waren zu dem Konzert gekommen, einige stilecht in Kleidung aus den 20er- und 30er-Jahren. So wie Monika Tonn aus Zorge. Sie schätzt den Tango vor allem für seinen „Rhythmus und die erotischen Tänze“. Für Catrin Kist aus Göttingen ist das Konzert mit anschließender Milonga vor allem eine Möglichkeit, zu Livemusik zu tanzen.

Tango auf die Dörfer bringen

Michael Großes Wunsch, „den Tango auf die Dörfer zu bringen“, wie er eingangs erklärte, dürfte sich zumindest an diesem Abend erfüllt haben. Auch Landrat Bernhard Reuter machte in seiner Rede deutlich, dass „hochwertige Kulturangebote nicht nur im Oberzentrum Göttingen“ zu finden seien. Es gebe „tolle Spielstätten im ländlichen Raum“, die so die Möglichkeit hätten, sich zu präsentieren.

Auch wer bisher nicht so viel Berührung mit Tango hatte, dürfte beim Konzert von Cuarteto Rotterdam auf seine Kosten gekommen sein. Schließlich sei diese Musik wie das Leben – „melancholisch, tragisch, aber auch voller Lebensmut“, sagt Welsch. Man könne viel finden im Tango, „wenn man sich dafür öffnet“.

Cuarteto Rotterdam

Michael Dolak (Bandoneon), Susanne Cordula Welsch (Violine), Judy Ruks (Klavier) und Anna-Maria Huhn (Kontrabass) lernten sich während des Studiums an der Rotterdam World Music Academy kennen und gründeten das deutsch-niederländisches Tango-Argentino-Ensemble „Cuarteto Rotterdam“. Ihre Konzerttätigkeit führt sie eigenen Angaben zufolge von Paris, Istanbul, Zürich und Amsterdam bis nach Buenos Aires, um ihre Musik in Konzertsälen, auf Tangobällen und internationalen Musik- und Tangofestivals zu spielen. Bei ihrer künstlerischen Arbeit konzentrieren sich die Musiker zum einen auf die Repertoirepflege der unterschiedlichen Tango-Epochen, widmen sich aber ebenso argentinischen und europäischer Tango-Kompositionen der Gegenwart. Kritiker loben diesen Mix aus Tradition und Moderne, den das Cuarteto Rotterdam in seinem ganz eigenen Stil interpretiert. „Für sie ist Tango Leidenschaft, Virtuosität und Kraft – und das unter Berücksichtigung der über 100-jährigen Tangogeschichte“, heißt es auf der Homepage der Künstler.

Von Nora Garben

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