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Gieboldehausen Schule damals in Germershausen
Die Region Gieboldehausen Schule damals in Germershausen
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00:35 21.04.2018
Erinnerungen an die Schulzeit: Cornelia Kurth-Scharf (stehend, links) unterhält sich mit Irmgard Otto. Quelle: Foto:
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Germershausen

Bei Kaffee und Kuchen gab es unter den 15 Teilnehmern – allesamt ehemalige Schüler, welche die einräumige kleine Dorfschule über die vergangenen Jahrzehnte besucht hatten – viel zu berichten. Sie hatten allerhand zu erzählen von damals, als die heutige „Alte Schule“ alleine für Unterricht genutzt wurde. Heute dient das Gebäude, das von außen kaum noch an die Schule von damals erinnert, als Dorfgemeinschaftshaus. Hier halten die Veranstalter des Erzählcafés ihre Treffen ab, auch Gemeinderatssitzungen finden hier statt. „Wir möchten den Bewohnern einmal eine andere Veranstaltung bieten“, sagt Cornelia Kurth-Scharf vom Organisationsteam.

Wie war das damals mit dem Rechenlernen? Beim Erzählcafé tauschen Inge Kreis (links) und Christhilde Meister Erinnerungen an die Schulzeit aus. Beide wurden 1946 gemeinsam eingeschult und verließen die Schule acht Jahre später. Quelle: Markus_Hartwig

Nach und nach fanden sich die ehemaligen Schüler ein. Je mehr Ehemalige es wurden, desto größer wurde auch der vorsichtig errichtete Stapel materieller Erinnerungen von damals. Sie kamen mit Lesebüchern, vielen Fotos, Wachsmalstiften, Zeugnisheften, einem Rechenbuch mit dem Titel „Die Welt der Zahlen“ sowie einem Tornister, den sich Veranstalterin Cornelia Kurth-Scharf als Erinnerung an ihre Schulzeit erhalten hat.

Erinnerungen an die Schulzeit, insbesondere Erinnerungen, die direkt mit Schule als Gebäude zu tun haben, sprudeln nur so heraus, lässt man den Schülern von damals die Möglichkeit zu erzählen. Germershausen – damals war beinahe jeder Ort mit einer eigenen Schule ausgestattet – hatte rund 300 Einwohner. Entsprechend voll war der Klassenraum, denn mittags war die Schule bereits wieder vorbei. 1948 beispielsweise haben sich an die 70 Kinder aus acht Jahrgängen zugleich den einen Raum der Schule teilen müssen. Richtige Toiletten gab es dort nicht. Plumpsklos waren auf dem Hof. Getrennt vom Lehrer, stand den Schülern eines dieser Plumpsklos zur Verfügung. Und es gab einen Ofen im Raum. War es kalt, hat Tante Lene, an die sich jeder beim Erzählcafé gut erinnern konnte, eingeheizt.

„Damals haben wir auch etwas gelernt“

Und in diesem Raum musste diese immense Anzahl von Schülern gleichzeitig von einem Lehrer unterrichtet werden. Er verteilte nach Jahrgangsstufe unterschiedliche Themen. Reinhard Scharf erinnert sich: „Damals haben wir auch etwas gelernt.“ Erinnerungen an ihre damaligen Lehrer sorgten für gute Stimmung im Raum.

Lehrer Gödecke sei der Rechenmeister gewesen. Wick ein eher ruhiger Vertreter seiner Zunft. Rindsfüsser hingegen war der Kirche sehr zugetan. Er war zugleich der Organist im Ort und hatte so die Gelegenheit, die Kinder beim morgendlichen Kirchgang zu überwachen. Schließlich noch Lehrer Eckermann. Er sei der Progressivste unter ihnen gewesen und habe eine andere, liberalere Denkweise in der Schule etabliert.

Mit Fußball Früchte vom Baum geschossen – Sportverbot

Eine weitere Erinnerung hatte Herbert Bodmann auf Lager. Sport habe man aus Ermangelung einer Halle nur auf einer großen Wiese machen können. Und um diese herum standen Obstbäume, die zur Ernte versteigert wurden. „Wenn die Früchte reif waren, haben wir sie mit dem Fußball vom Baum geschossen. Aber hatten uns die Lehrer dabei beobachtet, dann gab es als Strafe Sportverbot.“

Von Markus Hartwig

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