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Gieboldehausen Grundschule vor möglichem Verkauf
Die Region Gieboldehausen Grundschule vor möglichem Verkauf
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00:24 10.06.2019
Die ehemalige Grundschule in Krebeck könnte bald einen neuen Eigentümer bekommen. Über einen möglichen Verkauf des Gebäudes berät der Krebecker Gemeinderat in einer Sitzung am Mittwoch, 12. Juni. (Symbolbild) Quelle: dpa
Krebeck

Gut ein Jahr stand sie leer, doch vielleicht zieht nun neues Leben ein: Die ehemalige Grundschule in Krebeck könnte bald einen neuen Eigentümer bekommen. Über einen möglichen Verkauf des Gebäudes berät der Krebecker Gemeinderat in einer Sitzung am Mittwoch, 12. Juni.

Dies sind die Tageblatt-Eindrücke aus mehr als 40 Jahren Schulbetrieb in der Grundschule Krebeck.

„Die Weichen stehen alle auf positiv“, sagt der Gieboldehäuser Samtgemeindebürgermeister Steffen Ahrenhold (CDU). Bereits mit Ende des Schuljahres 2017/2018 hatten die Kinder die Ring-Grundschule für Krebeck und Bodensee verlassen und besuchen seither die Grundschule in Bilshausen. Das Gebäude wurde nicht mehr genutzt, denn die Gemeinde stieß auf ein Problem: Die Eigentumsverhältnisse konnten nicht geklärt werden.

Schulverband steht im Grundbuch

„Das war etwas schwierig, das herzuführen“, sagt der Gemeindebürgermeister Frank Dittrich (CDU). Leider sei es des Öfteren bei solchen Grundstücken der Fall, dass nicht ad hoc geklärt werden kann, wer der Eigentümer ist, bestätigt Ahrenhold. Im Grundbuch habe ein Schulverband gestanden – doch wer genau diesem angehörte, war unklar.

„Früher war es häufig so, dass Schulen von der politischen und der Kirchengemeinde betrieben wurden“, erklärt der Samtgemeindebürgermeister. Die Samtgemeinde habe das Gebäude bereits vor etwa 40 Jahren übernommen, berichtet der CDU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Manfred Bleckert. Im Grundbuch blieb aber der Schulverband eingetragen.

Gemeinde soll Eigentümerin werden

Zurecht sei daher die Frage aufgekommen, meint Ahrenhold, wer derzeit der rechtmäßige Eigentümer ist. Der Schulverband habe sich nur in einer Chronik der Gemeinde wiedergefunden, die kein amtliches Dokument ist. Der Samtgemeinde sei jedoch klar gewesen, dass es zuletzt auf die Gemeinde als Eigentümer hinauslaufen sollte.

Mehr als 40 Jahre Schulbetrieb

Seit dem Jahr 1973 haben Schüler aus Krebeck und Bodensee die Grundschule an der Hauptstraße in Krebeck besucht. Die beiden Orte betrieben die Ring-Grundschule gemeinsam, es wurde an beiden Standorten unterrichtet. Doch im Schuljahr 2017/18 fand dies ein Ende: Mit dem Beschluss von Schulbezirken im Jahr 2018 beendete der Samtgemeinderat Gieboldehausen einen von der Landesschulbehörde als rechtswidrig bemängelten Zustand. Die Kinder aus Krebeck und Bodensee besuchen nun mit Schülern aus Bilshausen und Renshausen die Bilshäuser Grundschule. Das Schulgebäude in Krebeck stand seither leer. Erst im März wurde das Inventar des Gebäudes aufgelöst und verschenkt.

Nach rechtlicher Klärung durch das Amtsgericht müsse dies nur noch im Grundbuch geändert werden. Dann sei die Gemeinde frei, das ehemalige Schulgebäude zu veräußern – oder auch kostenfrei zu übertragen, wie es in der Beschlussvorlage heißt. „Das ist nur noch eine Formalie, die man abwarten muss“, erklärt Ahrenhold.

Bioenergie zeigt sich interessiert

Interessiert zeigt sich die Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck. Der Energielieferant könnte sich nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Karl Heine vorstellen, die ehemalige Schule zu übernehmen: „Wir sind in guten Gesprächen mit der Gemeinde, seit Monaten.“

Wenn die Eigentumsverhältnisse abschließend geklärt seien, könne eine etwaige Planung voranschreiten. Dabei brauche die Bioenergie für sich allein nicht den Platz, den die Schule bietet, stellt Heine klar. Doch eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde könnte funktionieren: „Es braucht einen Nutzungsplan.“

Kein Leerstand im Ort gewollt

Tagungs-, Seminar- und Büroräume könnten künftig in der Schule eingerichtet werden. „Die Gemeinde und wir haben immer wieder Gäste“, erzählt der Vorstandsvorsitzende. Auch aus der Kooperation der Bioenergie mit den Universitäten Kassel und Göttingen ergebe sich ein Bedarf an Seminarräumen. Sollte sich mit der Gemeinde eine Schnittmenge ergeben, könne er sich eine Zusammenarbeit vorstellen. „Wir suchen gemeinsame Lösungen“, sagt er und Dittrich bestätigt: „Das ist ein Geben und Nehmen.“

Die Samtgemeinde sei froh über diese Lösung, die auch noch aus Krebeck komme, sagt Ahrenhold: „Der ganze Ort lebt ja ein bisschen diese Bioenergie mit.“ Das Gebäude in öffentlicher Hand zu belassen, sei auch das Interesse der Gemeinde, sagt Dittrich.

Es gebe jedoch noch viele Gedankenspiele, fügt der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Stefan Hörschelmann, hinzu. Wie die Ratsmitglieder über den möglichen Verkauf entscheiden, wollen sie nicht vorwegnehmen. In einem aber seien sich die Fraktionen einig: Einen Leerstand im Ort würden sie nicht wollen. „Wir wollen jedes Haus sinnvoll und gut nutzbar machen“, sagt Hörschelmann. Das meint auch Ahrenhold: „Wir wollen alle das Gleiche: eine vernünftige Nachnutzung.“

Der Gemeinderat tagt am Mittwoch, 12. Juni, ab 19.30 Uhr im Bürgerhaus in Krebeck. Zuvor berät bereits der Verwaltungsausschuss nicht öffentlich über das Thema.

Das ist die Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck

Bereits im Jahr 2005 ist den ehemaligen Bürgermeistern von Krebeck und Wollbrandshausen, Josef Sorhage (CDU) und Georg Freiberg (CDU), die Idee gekommen, sich beim Landkreis Göttingen als Bioenergiedörfer zu bewerben. Zwei Jahre später stand fest: Mit zwei getrennten Vorgesellschaften werden beide Orte gefördert.

Doch nach Angaben der Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck macht sich bemerkbar, dass eine Zusammenarbeit der Orte zu Einsparungen führen könnte. „Damit beschritt man deutschlandweit einen gänzlich neuen Weg“, heißt es auf der Website der Bioenergie. „Ein gemeinsames Bürgerenergieprojekt, das von zwei gleichberechtigten Bioenergiedörfern in Angriff genommen wurde und das beide Orte mit Nahwärme versorgen sollte.“

Seit mehr als zehn Jahren besteht nun die Bioenergie und eine Biogasanlage hat im Sommer 2010 ihren Betrieb aufgenommen. Sie versorgt 221 Anschlüsse mit Wärme. Jährlich werden rund 15 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Ein Flex-Blockheizkraftwerk in Krebeck soll eine flexible, bedarfsorientierte Nutzung von Strom und Wärme ermöglichen.

Von Norma Jean Levin

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