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Gieboldehausen Wemheuer stellt Bedeutung der Schnellbuslinie heraus
Die Region Gieboldehausen Wemheuer stellt Bedeutung der Schnellbuslinie heraus
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00:24 24.02.2019
Kreisrätin Christel Wemheuer (am Tisch rechts) stellt aktuelle Inhalte der Kreispolitik vor.
Kreisrätin Christel Wemheuer (am Tisch rechts) stellt aktuelle Inhalte der Kreispolitik vor. Quelle: Markus Hartwig
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Gieboldehausen

Eine gemeinsame Veranstaltung von Freien Wählern, Bündnis 90/Die Grünen und der SPD hatte aktuelle Inhalte der Kreispolitik zum Thema. Kreisrätin Christel Wemheuer hat einen Überblick gegeben.

Vertreter der drei Parteien hatten Wemheuer, die auch den Posten der Umweltdezernentin innehat, eingeladen, zu den Themen öffentlicher Nahverkehr und Umweltpolitik im Landkreis zu sprechen. Wemheuer startete mit dem ersten „Top-Thema im Landkreis“, wie sie sagte: dem öffentlichen Nahverkehr.

Rund eine Million Euro für den Landkreis

Die Landesregierung habe dafür gesorgt, dass im Land für den Zeitraum von fünf Jahren 20 Millionen Euro zur Verfügung stehen. In den Landkreis Göttingen fließe zum Beispiel davon ein Anteil von rund einer Million Euro.

Für die Landkreise Göttingen und Northeim sei das nicht viel. Wemheuer meinte außer der Höhe der Mittel auch die zeitliche Dimension. Sie machte deutlich, dass es eine Verstetigung der Mittel über den Zeitraum von fünf Jahren hinaus notwendig und wünschenswert sei. Man könne jetzt aber zusätzliche Maßnahmen umsetzen, sagte die Vorsitzende des Zweckverbandes Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) am Mittwochabend im Landgasthaus Amtsrichter.

Große Herausforderungen

Der demografischen Wandel und das Thema Mobilität seien hier große Herausforderungen. Zudem ginge der Schülerverkehr – eine der Hauptaufgaben des öffentlichen Nahverkehrs – zurück, und auf den Straßen gebe es im Landkreis Göttingen so viele Autos wie noch nie zuvor. Sie beklagte: Im ländlichen Raum gebe es den „Trend zum Dritt-Auto“.

Nahverkehr attraktiver und einfacher

„Wir setzen uns dafür ein, dass der öffentliche Nahverkehr attraktiver und einfacher wird“, sagte Wemheuer und unterstrich die Bedeutung einer schnellen Busverbindung über Gieboldehausen nach Duderstadt. Das Land Niedersachsen will alle Mittelzentren, die über keinen Bahnhaltepunkt verfügen, fördern, damit als Ausgleich eine schnelle Busverbindung eingerichtet werden kann. Als Projekt mit Kreistagsbeschluss stehe dies auf der Agenda ganz oben. Zwar sei der ZVSN derzeit gut aufgestellt. Dennoch habe man das Ziel, einfacher und günstiger zu werden.

„Wir hoffen, dass wir aus Hannover nicht bloß 20 Millionen für unsere Vorhaben bekommen, sondern mehr“, wünscht sich die Kreisrätin, die Mitte 2020 einen neuen Tarif präsentieren möchte. Die anvisierten Schnellbuslinien seien „eine ganz neue Nummer. Wir sind mit die ersten, die damit anfangen.“

Das „enge Korsett“ Naturschutz

Für den Umweltbereich benannte Christel Wemheuer die Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie als „großes strategisches Ziel“. Die EU schaue „sehr streng auf uns“, die FFH-Richtlinie in Verordnungen umzusetzen. „Da sind wir einer der vielen Landkreise die das noch nicht geschafft haben.“ Gründe hierfür sieht Wemheuer in Hannover, wo es dem Landkreis „nicht leicht gemacht“ werde, aber auch im Widerstand vor Ort: „Das ist ein enges Korsett, das die Naturschutzverwaltung fordert“, sagte sie, und nannte beispielhaft den Bereich der Rhume.

Natur diverser gestalten

Positiv ging sie auf die Arbeit des Landschaftspflegeverbandes ein. Dort würden Projekte durchgeführt, in denen Landwirte, Naturschutz und Kommunen zusammenarbeiten. „Hier steht immer auf der Tagesordnung, Landwirtschaft und Feldflur diverser zu gestalten.“ Denn, so Wemheuer, die Artenvielfalt nehme ab, die Landwirtschaft sei monotoner geworden. Die Bevölkerung allerdings habe den Wunsch nach mehr Vielfalt, mehr Artenreichtum. „Hier laufen gute Projekte und das unterstützen wir als Landkreis.“

Weitere Themen drehten sich um Abfallwirtschaft und den Radverkehr. Das Ziel sei, Abfälle vernünftig einzusammeln und zu entsorgen. Großes Thema sei Restabfallbehandlung in Deiderode. Diese Anlage soll in Richtung Trockenvergärung „fit“ gemacht werden für die Zukunft. Im Bereich Radverkehr stellte Wemheuer ein Förderprogramm des Landkreises vor. Wenn eine Kommune, so die Kreisrätin, einen Radweg ausbauen will, trägt der Landkreis die Hälfte der Kosten. Denn der „Masterplan Radverkehr“ des Landkreises lebe von Radwegen an etwa Kreis-, Landes- und Bundesstraßen.

Von Markus Hartwig