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Gieboldehausen Große Wallfahrt in Germershausen mit Bischof Wilmer
Die Region Gieboldehausen Große Wallfahrt in Germershausen mit Bischof Wilmer
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14:34 07.07.2019
Große Wallfahrt 2019 in Germershausen: Hauptzelebrant ist der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer. Quelle: Lisa Hausmann
Germershausen

Die Wallfahrt in Germershausen wird bereits seit 341 Jahren gefeiert. Mehrere tausend Menschen pilgerten am Sonntag zum Gnadenbild „Maria in der Wiese“. Von Vertretern der Kolpingfamilien, der Katholischen Frauenvereine der umliegenden Ortschaften und dem Duderstädter Blasorchester begleitet, begab sich der Hildesheimer Bischof unter anderem mit Propst Bernd Galluschke zum Freialtar hinter der Wallfahrtskirche „Mariä Verkündigung“. Aufgrund der zahlreichen Gläubigen war kaum noch etwas von der Wiese zu sehen, doch dank der Übertragung auf Lautsprecher war es auch den Personen in den hinteren Reihen möglich, jedes Wort der Predigt zu verstehen. „Eine Wallfahrt bündelt, was uns im Innersten berührt und trägt es zu Gott und bringt uns gegebenenfalls dazu, es miteinander zu teilen“, sagte Wilmer.

Ernstes Thema

„Die Freude an Gott ist unsere Kraft.“ Wilmer sprach mit den Anwesenden über das ernste aber wichtige Thema des Leids der Mütter totgeborener Kinder. Wie ist es Frauen, denen ein solches Leid widerfahren ist, noch möglich, an Gott zu glauben und dabei auch noch Freude zu erfahren? „Die Freude und der Glaube an Gott ist bei Frauen totgeborener Kinder oftmals nicht mehr die Rede“, sagt Wilmer. „Außenstehende haben in der Regel keine Vorstellung davon, was diese Frauen mitmachen.“ Das Leid, dass die Sprache, die uns zur Verfügung steht, nicht mehr greife, sei eines, dass in einer solchen Situation die Ehemänner, Familienmitglieder oder nahestehende Freunde erführen. Tatsächlich verletzten gut gemeinte Kommentare mehr als sie helfen würden. „Es sollte nicht sein“, oder „Du hattest ja noch kein richtiges Kind, deshalb bist du auch keine richtige Mutter“ sind Wilmer zufolge Kommentare, die sich diese Frauen anhören müssen.

Große Wallfahrt 2019 in Germershausen: Hauptzelebrant ist der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer. Quelle: Lisa Hausmann

Die Rede vom gekreuzigten Sohn, die ursprünglich Trost und Halt spenden solle, sei für diese Frauen blanker Hohn. „Gott hat es doch nicht einmal selbst geschafft, seinen eigenen Sohn zu retten, wieso sollte ich nun auf ihn vertrauen?“, fragen sich nach Wilmer Mütter, deren Kinder während oder nach der Geburt verstorben sind. Was Menschen in einer solchen Situation bräuchten, sei Nähe, die Nähe eines Menschen. Mütter sollten sich nicht rechtfertigen müssen, sondern sich geborgen fühlen. Das Stichwort „Gastfreundschaft“ griff Wilmer in dem Zusammenhang auf. „Gastfreundschaft bedeutet willkommen heißen, dem anderen zuhören.“ Zuhören sei viel schwieriger, als Reden. Die Freude an Gott gebe den Menschen die Kraft, sich selbst genügsam zurückzunehmen und dem anderen zuzuhören. „Dann gehen die Menschen wieder auseinander und erkennen, dass diese Begegnung stark war.“

Begegnung auf der Wiese

Der erste Wallfahrtstag am Sonntag endete mit einem Kreuzweg rund um das Wallfahrtsgelände. Nach dem Gottesdienst am Montag, 8. Juli, um 9.30 Uhr soll es eine Begegnung auf der Wallfahrtswiese bei Kaffee und Kuchen sowie einem Mitbringbuffet geben. Ausreichende Parkplätze sind vorhanden. Informationen zur Wallfahrt und zum Wallfahrtsort geben die Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft an ihrem vor der Wallfahrtskirche. Dort können Wallfahrer Pilgerpässe erhalten und bereits vorhandene mit einem Stempel versehen lassen. Devotionalien sind ebenso erhältlich wie im Augustinerkloster.

Empfang des Hildesheimer Bischofs Heiner Wilmer in Germershausen Quelle: Lisa Hausmann

Von Lisa Hausmann

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