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Gieboldehausen Andrang beim Flohmarkt in Rüdershausen
Die Region Gieboldehausen Andrang beim Flohmarkt in Rüdershausen
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19:12 02.06.2019
Familiensache: Am Verkaufstisch von Veronika Thom und ihren drei Enkeln Lena, Jannik und Paul überzeugte vor allem der siebenjährige Paul als geborener Flohmarkt-Händler. Quelle: Meinhard
Rüdershausen

Bereits zum dritten Mal ist am Sonntag in Rüdershausen ein Flohmarkt ausgerichtet worden. Daran haben sich 27 Haushalte des Ortes beteiligt. Vor allem am Vormittag herrschte ein reger Publikumsverkehr.

Ein Bügeleisen (ohne Dampf), Brettspiele für Kinder (ausgedient), ein Rührstab (der dritte), eine Kopie des berühmten Sonnenblumenbildes von van Gogh (doppelt): Im Laufe der Jahrzehnte sammeln sich in den Wohnungen, in Schuppen und Scheunen oft allerlei Gegenstände an, die niemand mehr im Gebrauch hat – die aber trotzdem noch gut sind und vielleicht von anderen Menschen sehr wohl weiterverwendet werden können. Dieser Grundgedanke stand Pate, als sich die Familien Thom und Leutert aus Rüdershausen vor einiger Zeit Gedanken darüber machten, was mit all den Dingen anzufangen sei. Entrümpeln ja – aber warum nicht einen Flohmarkt ausrichten, lautete die Idee. Schnell fanden sich im Dorf Befürworter und vor allem Mitstreiter.

2000 Flyer im Vorfeld gedruckt

Die Rüdershäuser Flohmärkte kommen bei den Menschen in der Region so gut an, dass nun jährlich mehrere Auflagen veranstaltet werden. „Auch heute ist die Resonanz wieder sehr gut gewesen“, sagte am Sonntagnachmittag Veronika Thom gegenüber dem Tageblatt. Im Vorfeld dieses Flohmarktes hatten die Organisatoren 2000 Flyer drucken lassen, die Helfer an Haushalte in der Nähe verteilten. „Wir haben den Flohmarkt ja extra auf diesen Sonntag verlegt, damit er nicht mit der Europawahl am vergangenen Wochenende kollidiert“, erklärte Thom.

Allein auf dem Hof ihrer Familie gab es sieben Stände. Beteiligt haben sich auch ihre drei Enkel Paul, Lena und Jannik. Für den siebenjährigen Paul war es nicht nur ein Heimspiel, er hat auch sichtlich Freude am Verkaufen. „Kaufen Sie hier bei mir um 4“, rief er den Kunden immer wieder wie ein Marktschreier zu und dichtete, weil es so viel Freude machte, gleich noch andere Reime. „Ja, hat sich gelohnt“, sagte der Schüler auf Nachfrage mit fröhlichem Gesicht. Sein Taschengeld ist wieder aufgebessert.

Glücklich und erschöpft zugleich

Bärbel Schmiedekind und Roswitha Klemme (rechts) kamen aus Rhumspringe herüber und boten ihre Sachen an. Quelle: Meinhard

„Wir haben mehr verkaufen können, als wir erwartet haben“, stellte Bärbel Schmiedekind kurz vor Flohmarkt-Geschäftsschluss fest. „Und Spaß gemacht hat es auch“, betonte Roswitha Klemme. Beide Frauen kommen aus Rhumspringe. So auch Gisela Bauermeister, sie arbeitet ehrenamtlich für einen Hospizverein. Von einer Dame, die sie begleitete, erhielt sie eine Menge gut erhaltenen Hausrat. „’Gib den Erlös dem Hospizverein Eichsfeld in Duderstadt’, hat sie mich gebeten“, berichtete die pensionierte Krankenschwester. Das heißt, ihre Einnahmen wird sie einem guten Zweck weiterreichen. Regina Wiedenbrügge aus Wollershausen wiederum bot Honig aus der eigenen Imkerei an. Und tauschte: „Eine alte Bibel von 1869 gegen Honig“, sagte sie. Quasi flüssiges Gold gegen geistiges Gold...

Für das leibliche Wohl gab es Eis und Döner, jeweils an einem Stand. Viele Flohmarkt-Teilnehmer boten auch Kuchen und Getränke an. Am Abend waren die großen und kleinen Händler sichtlich glücklich und erschöpft zugleich, kein Wunder bei 30 Grad Celsius am Tage.

Im November Markt „Herz und Hand“

Weitere Flohmärkte sind in Rüdershausen in diesem Jahr zwar nicht mehr geplant, aber im Herbst, genauer am 3. November, lädt das Dorf wieder ein zum Markt „Mit Herz und Hand“. „Dann wird es neben Lesungen von Autorinnen vieles geben, was Menschen mit der Hand und dem Herzen gefertigt haben“, weckt Veronika Thom schon einmal das Interesse an dieser Veranstaltung. Und zählt auf: „Gedrechseltes aus Holz, gebastelte Engel, Kekse, selbst hergestellten Schnaps, Marmelade, Honig und vieles andere mehr. Das wird wieder gut.“

Von Ulrich Meinhard

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