Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Gieboldehausen 200 Mustang vibrieren am Sonntag mit vollem Bass in Gieboldehausen
Die Region Gieboldehausen 200 Mustang vibrieren am Sonntag mit vollem Bass in Gieboldehausen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:44 04.08.2019
Mustang-Treffen in Gieboldehausen Quelle: Niklas Richter
Anzeige
Gieboldehausen

Zum vierten Mal wird an diesem Wochenende in Gieboldehausen ein besonderes Treffen ausgerichtet: Mustang-Fahrer aus ganz Deutschland sind eingeladen, sich selbst und ihre für deutsche Straßen außergewöhnlichen Gefährte an einem Ort zusammen zu bringen. Auf einer Fläche am Totenhäuser Weg hat Cheforganisator Wolfgang von Berg das erneute Stelldichein von amerikanischen Autos dank der Unterstützung des Eichsfelder Möbelcenters umgesetzt. Am Sonnabend ist das Terrain bereits gut belebt. „Am Sonntag erwarten wir noch mehr Fahrer und Gäste“, macht von Berg neugierig.

Bis zu 200 Fahrzeuge erwarten die Veranstalter des mittlerweile 4. Mustangs-Treffens in Gieboldehausen.

Irgendwas ist anders mit diesen Autos. Gut, das ist ihr Aussehen: das ist einfach ausladender, wuchtiger, ein flottes Design. Auch unter der Motorhaube sieht es etwas anders aus, als etwa bei deutschen Autos. Muss auch, denn bei Pferdestärken von 400 und darüber hinaus gestaltet sich der Motorblock zwangsläufig voluminöser. Etwas ist auch anders beim Sound, der Motor brummt und brummelt nicht, er vibriert im vollen Bass. Und dann ist da noch das Fahrgefühl, das anders ist. Jeder befragte Mustangfahrer spricht von einem „reinen Fahrvergnügen“.

Als wäre er nicht von dieser Welt

Auch weniger technikaffine Menschen räumen beim Anschauen der Fahrzeuge ein, dass allein schon ihr Anblick Freude bereitet. Da ist zum Beispiel ein 2014er Mustang, auf dessen blauen Lack sich der Himmel und die weißen Wolken spiegeln, ganz so, als wäre er gar nicht von dieser Welt. Gleich daneben steht sein älterer Bruder, Baujahr 1966. Stolze Eigentümer sind seit vier Jahren Mareike Kieser und Jan Karl, beide kommen aus Sudershausen (Flecken Nörten-Hardenberg).

Facelift für den Mustang

Der Ford Mustang ist ein seit Frühjahr 1964 vom amerikanischen Automobilhersteller Ford gebauter Sportwagen und der Vorläufer der Pony-Car-Klasse. Weil die Bezeichnung „Mustang“ markenrechtlich geschützt war, ist der Mustang bis 1979 in Deutschland als „T5“ vertrieben worden. Der Mustang löste den Thunderbird als Nummer eins der Sportcoupés von Ford ab. Im August 2018 wurde in Dearborn, Michigan der 10-millionste Ford Mustang produziert.

Im August 2017 wurde der Mustang einem Facelift unterzogen, die neue Ausführung ist seit 2018 auch in Deutschland erhältlich. Unter anderem bekam das Fahrzeug ein neues Fahrwerk, höherwertige Materialien, ein digitales Cockpit sowie ein neues Zehn-Gang-Automatikgetriebe. Der 3,7-Liter-V6-Motor wurde aus dem Programm genommen, der 5,0-Liter-V8 in der EU-Version leistet nun 331 kW (450 PS). Serienmäßig verbaut ist beim GT eine Klappenauspuffanlage, um den Klang des Fahrzeugs anzupassen. Die Preise beginnen in Deutschland nunmehr bei 39500 Euro. Quelle: Wikipedia

Ihren Mustang haben sie in Peine von einem Vorbesitzer erworben, der das Fahrzeug einst aus Kalifornien mitbrachte und es als eine Art Pakethülle ge- oder besser missbrauchend mit allerlei Dingen vollgestopft hatte. „So ein Mustang ist in den USA etwa das, was bei uns ein Golf ist“, verweist Mareike Kieser auf die Beliebtheit in Amerika. Heute ist sie mit ihrem Freund das erste Mal nach jahrelangen und aufwendigen Umbauarbeiten am Auto mit „Tim“, wie beide den Oldtimer nennen, auf Probefahrt gegangen und prompt liegengeblieben. Trotzdem versichert Kfz-Meister Jan Karl: „Das Fahren entschleunigt vom Alltag.“ Und seine Freundin ergänzt mit schon schwärmerischen Ton: „Es ist wie im Fernsehsessel. Man schaukelt hin und her.“

Zuerst einmal in den Schwarzwald

Heil froh endlich in Gieboldehausen angekommen zu sein, waren Janine und Shannah Berker. Die beiden, Mutter und Tochter, wohnen im Märkischen Kreis im Sauerland. Tochter Shannah war auf Facebook auf das Treffen aufmerksam geworden. „Bei so etwas waren wir noch nie dabei, das wollten wir jetzt einmal machen“, berichtet die 24-Jährige. Allerdings gestaltete sich die Anreise etwas umständlicher als gedacht. Irgendwas muss mit dem Navi nicht in Ordnung gewesen sein, denn es führte das Duo schnurstracks in den Schwarzwald. Als sie den Irrtum bemerkten, war es schon mitten in der Nacht.

„Wir haben auf einem Autohof im Auto geschlafen“, sagt Shannah – und das sei auch gar nicht schlimm gewesen. Sie stimmt ihrer Mutter gänzlich zu: „Mustang macht Spaß. Das zieht.“ „Das ist reines Fahrvergnügen“, hebt Janine Berker hervor. „Way of Life – man lebt Mustang“, fügt sie an. Zurück ins Sauerland soll es am Sonntag gehen. „Dann aber direkt“, sagt Shannah mit Betonung in der Stimme.

Zweiräder können gewonnen werden

Sämtliche Einnahmen der zweitägigen Veranstaltung gehen übrigens 1 zu 1 an die Elternhilfe für das krebskranke Kind. Vom Verein sind Susanne Schulze-Konopka und Uwe Rosenberg nach Gieboldehausen gekommen. Beide gehören zum Vorstand. Rund 450 000 Euro benötigt der Verein jährlich, um alle Kosten, insbesondere die für ein Elternhaus zu decken. Entsprechend froh sind die beiden über jede Unterstützung. „Wir wissen zu schätzen, dass so eine Autoausstellung den Wermutstropfen Krankheit in Kauf nimmt“, würdigt Schulze-Konopka.

Am Sonntag erwartet Wolfgang von Berg noch einmal einen Zuwachs an Fahrzeugen. Das könnten bis zu 200 werden, Platz genug sei vorhanden, versichert er. Anmelden sei nicht nötig, einfach kommen. Und zu gewinnen gibt es auch was. Keinen Mustang, aber ein Mountainbike und ein E-Bike. „Gesponsert vom Bike-Point Gieboldehausen. Das kann gerne erwähnt werden.“

Von Ulrich Meinhard

Die Gieboldehäuser freuen sich auf das verlängerte Wochenende, Freitag, 9., bis Montag, 12. August. Beim Schützen- und Volksfest wird fast der ganze Flecken auf den Beinen sein.

03.08.2019

Autos haben im Leben von Wolfgang von Berg schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Der Gieboldehäuser war bereits als kleiner Junge davon fasziniert, wurde als Erwachsener Deutscher Meister im Rallycross und nutzt heute seine Leidenschaft für einen guten Zweck.

03.08.2019

Die katholische Kirchengemeinde Gieboldehausen mit ihren Kirchorten Bodensee, Gieboldehausen und Wollbrandshausen feiert am Freitag, 9. August, das Hochfest ihres Namensgebers und Schutzpatrons, des Heiligen Laurentius.

02.08.2019